Mahindra und Abt: Eine erfolgreiche Kombination in der Formel E? - Bildquelle: Motorsport ImagesMahindra und Abt: Eine erfolgreiche Kombination in der Formel E? © Motorsport Images

München - Abt-Teamchef Thomas Biermaier ist von der bisherigen Zusammenarbeit mit Mahindra begeistert. Für ihn fühle es sich vor der Formel-E-Saison 2023 an, als würde es ein Vier-Wagen-Team angeführt von beiden Rennställen geben. Die kommende Meisterschaft markiert mit der Einführung der neuen Gen3-Autos einen neuen Meilenstein in der Geschichte der elektrischen Formel-Weltmeisterschaft.

Abt feiert seine Rückkehr in die Formel E, nachdem Audi nach vielen Jahren erfolgreiche Zusammenarbeit den Stecker in der Meisterschaft gezogen hat. Nico Müller und Robin Frijns wurden bereits von Abt als Fahrer bestätigt, Mahindra tritt mit Oliver Rowland und Lucas di Grassi an - ein starkes Quartett. Außerdem verwenden beide Teams den Antrieb von Mahindra.

Ein Austausch von Wissen und Daten soll in der Saison 2023 zum erwünschten Erfolg führen. Während Mahindra Abt mit dem Antrieb versorgt, hat der ehemalige Partner von Audi all sein Formel-E-Wissen zu den Indern transferiert. Abt kann außerdem als mehrmaliger DTM-Meister auf weitere Erfahrung zurückgreifen.

Gemeinsame Arbeit an den Autos

Aufgrund der engen Beziehung und des Austauschs bei den Tests, fühlt es sich für Biermaier nicht so an, als wäre Abt ein reines Kundenteam, sondern ein zweiter Flügel des indischen Werksrennstalls. "Natürlich ist es anders, nicht als volles Werks-, sondern als Kundenteam dabei zu sein, aber wir arbeiten mit Mahindra so zusammen, dass es doch recht ähnlich ist", so Biermaier gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

"Wir wollen das Auto weiterentwickeln und das Testauto mit Mahindra voranbringen", erklärt er weiter. "Wir wollen unseren Input, unser Know-how und unsere Erfahrung aus den vergangenen Jahren einbringen. Wir arbeiten, als wären wir unser eigener Hersteller. Es gibt da keinen großen Unterschied. Wir sind bei allen Mahindra-Test mit vier bis sechs Leuten dabei, was sehr gut ist. Wir arbeiten wie ein Vier-Wagen-Team." 

Mahindra und Abt gehörten zu den Gründerteams der Formel E im Jahr 2014 und haben daher eine Menge Wissen angehäuft. So ist auch eine enge Freundschaft im Fahrerlager zwischen Biermaier und Ex-Mahindra-Teamchef Dilbagh Gill entstanden. Das sei, so Biermaier, auch ein Grund dafür, dass Abt jetzt mit Mahindra zusammenarbeitet. Jedoch hat Gill den Hersteller im September überraschend verlassen.

Deal in letzter Sekunde

"Ich habe eine enge Beziehung zu Dilbagh", so Biermaier. "Er ist nun weg, was schade ist. Wir hatten seit Tag eins eine enge Beziehung und standen immer in Kontakt. Es ist nicht nur einer Partnerschaft, sondern eine enge Freundschaft, die uns verbindet." Abt war spät dran, um in die Formel E einzusteigen, weshalb viele Hersteller gar nicht mehr verfügbar waren. Deshalb habe er sofort Gill angerufen, um einen Deal auszumachen.

Der damalige Mahindra-Teamchef sagte zu, wenn die Lieferketten eine Versorgung des Kundenteams zulassen würden. Obwohl Gill nicht mehr beim Team ist, glaubt Biermaier, dass Abt zusammen mit den Indern erfolgreich sein kann. Bisher hat der deutsche Rennstall noch keinen privaten Testtag genutzt, weshalb das Auto im Oktober das erste Mal auf der Strecke sein wird.

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