München/Diriyya - Nyck de Vries (Mercedes) ist der Sieger des ersten Nachtrennens in der Geschichte der Formel E. Auf dem mit LEDs ausgeleuchteten Stadtkurs von Diriyya vor den Toren von Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad setzte sich de Vries am Freitag beim Saisonauftakt der Formel-E-Weltmeisterschaft 2021 mit seinem souveränen Start-Ziel-Sieg durch.

Es handelte sich um das erste von zwei Rennen beim E-Prix von Diriyya, der als Double-Header im Kalender steht. Morgen (ab 17:00 Uhr live in SAT.1) steigt Rennen Nummer zwei.

Im Rücken von de Vries, für den es der erste Sieg in der Formel E ist, lieferte sich die Konkurrenz ein turbulentes Rennen. Den zweiten Platz auf der Strecke belegte Edoardo Mortara. Doch gegen den Venturi-Piloten läuft noch eine Untersuchung, weil er verdächtigt wird, während einer Safety-Car-Phase überholt zu haben.

Als Dritter ins Ziel kam Mitch Evans (Jaguar). Den größten Vorwärtsdrang im Vergleich zur Startaufstellung zeigte Lucas di Grassi (Abt-Audi), der sich von P16 am Start bis auf P9 im Ziel nach vorn fuhr.

De Vries absolut souverän - Mortara spektakulär

Beim stehenden Start verteidigte Nyck de Vries den Vorteil der Pole-Position souverän. Er bog vor Pascal Wehrlein (Porsche) und Rene Rast (Abt-Audi) in die erste Kurve ein, die aufgrund des auf die längste Gerade versetzten Starts de facto Kurve 18 der Strecke ist.

Rast fand in der zehnten Runde einen Weg an Wehrlein vorbei und übernahm die zweite Position. Wenig später setzte sich Edoardo Mortara spektakulär in Szene als er mit einem einzigen Manöver sowohl Mitch Evans als auch Wehrlein kassierte und damit die dritte Position hinter de Vries und Rast übernahm. Eine Runde nach Mortaras Doppelmanöver gab es die erste von zwei Safety-Car-Phasen.

Zweimal Safety-Car: Kollision Bird vs. Lynn und Günther-Crash

Grund war eine Kollision zwischen Jaguar-Neuzugang Sam Bird und Alex Lynn (Mahindra) im Kampf um P6. Bird wollte vor Kurve 1 innen überholen, aber Lynn blockte. Der Platz reichte daraufhin für Bird nicht aus und Lynn drehte sich nach Kontakt. Beide Boliden blieben stehen, wobei sich die Fahrer direkt in die Augen schauten. Für Lynn war das Rennen gelaufen. Bird nahm - ans Ende des Feldes zurückgefallen - wieder Fahrt auf. Wenig später gab aber auch er auf.

Beim Restart verteidigte de Vries die Spitzenposition abermals souverän. Rast und Mortara hielten die zweite respektive dritte Position, gefolgt von Evans und Wehrlein. Dahinter fuhr Maximilian Günther (BMW-Andretti) an sechster Stelle, erwischte aber in Kurve 4 mit dem linken Hinterrad die Mauer und musste aufgeben. Die zweite Safety-Car-Phase war die Folge.

Der zweite Restart erfolgte mit weniger als fünf Minuten (plus der einen zusätzlichen Runde) auf der Uhr. Wieder agierte Spitzenreiter de Vries absolut souverän. Dahinter aber sah sich Rast den Angriffen von Mortara ausgesetzt.

Auf der langen Gerade hinein in Kurve 18 fand Mortara innen einen Weg an Rast vorbei. So ging er an die zweite Stelle nach vorn. Exakt eine Runde später verlor Rast auch die dritte Position, und zwar an Jaguar-Pilot Evans.

Während Rast trotz finaler Angriffe auf Evans mit P4 das Podium knapp verpasste, rettete sich Landsmann Wehrlein als Fünfter knapp vor Oliver Rowland (Nissan e.dams; 6.) ins Ziel. Die Top 10 wurden komplettiert von Mahindra-Neuzugang Alexander Sims (7.), Stoffel Vandoorne (Mercedes; 8.) sowie di Grassi (9.) und Oliver Turvey (NIO; 10.).

Rast verpasst Podium - Felix da Costa die Top 10

Titelverteidiger Antonio Felix da Costa (DS Techeetah) fuhr sich vom 18. Startplatz immerhin bis auf P11 nach vorn, war aber auf den letzten Metern in ein Durcheinander mitsamt Berührung verwickelt.

In Reihen der drei Rookies im diesjährigen Formel-E-Feld schnitt Jake Dennis (BMW-Andretti) mit P12 am besten ab. Norman Nato (Venturi) belegte P14, Nick Cassidy (Virgin) P18. Die letzten beiden fahrenden Autos: die Dragon-Penske-Boliden von Sergio Sette Camara (19.) und Nico Müller (20.).

Die mit dem Freitagsrennen begonnene Saison 2021 ist in der Geschichte der Formel E die siebte, aber die erste mit offiziellem WM-Status der FIA. Das zweite Rennen beim Double-Header in Riad geht am Samstag zur gleichen Zeit über die Bühne.

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