Stoffel Vandoorne (Mercedes-Benz EQ Formula E Team) - Bildquelle: Motorsport ImagesStoffel Vandoorne (Mercedes-Benz EQ Formula E Team) © Motorsport Images

München - Die Formel E wächst weiter. In der anstehenden Saison 2019/20, die in der kommenden Woche in Saudi-Arabien beginnt, erwartet uns das größte Feld, das die Elektroserie bislang hervorgebracht hat. Doch was ändert sich in der neuen Saison bei Autos und Technik? Darauf wollen wir im letzten Teil unserer Formel-E-Saisonvorschau etwas genauer blicken.

Porsche und Mercedes greifen an

Mit zwölf Teams respektive 24 Autos erleben wir in der Saison 2019/20 das größte Formel-E-Feld der Geschichte. Grund dafür sind zwei neue Hersteller, die in die Elektroserie einsteigen. Zum einen kommt mit Porsche ein komplett neues Team. Von 2015 bis 2017 gewann Porsche dreimal in Folge den Titel in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). Nun möchte man in der Formel E angreifen.

Neu dabei ist auch Mercedes. Im Gegensatz zu Porsche absolvierte der Formel-1-Serienweltmeister in der Saison 2018/19 aber schon eine Art Probelauf. Da trat man aber nicht unter der eigenen Marke an sondern schickte das HWA-Team mit Antrieben von Venturi an den Start. In der neuen Saison wird es nun den ersten echten Formel-E-Silberpfeil mit Mercedes-Antrieb geben.

Dieser wurde bei Mercedes-AMG-High-Performance-Powertrains (HPP) in Brixworth entwickelt. Dort zeichnet man sich auch für die seit 2014 in der Formel 1 so erfolgreichen Hybridmotoren verantwortlich. Ob die Silberpfeile in der Formel E an die Erfolge aus der Königsklasse anknüpfen können? Apropos Mercedes-Antrieb: Den wird ab der Saison 2019/20 auch Venturi verwenden.

Venturi und NIO nicht mehr als Hersteller

Nachdem das Team in den Jahren zuvor immer selbst als Hersteller aufgetreten war, ist man ab sofort Kunde bei den Silberpfeilen und setzt auf eine andere Strategie. "Auf Grund unserer Größe war uns klar: Wenn wir gegen einige der größten Hersteller der Welt bestehen wollen, müssen wir mit einem Hersteller zusammenarbeiten", erklärt Teamchefin Susie Wolff diesen Schritt.

Ähnlich sieht es auch bei NIO aus, die 2019/20 ebenfalls nicht mehr mit einem eigenen Antrieb fahren. Stattdessen setzt man auf Dragon-Motoren aus der Vorsaison. Aus sportlicher Sicht ist es ein durchaus nachvollziehbarer Schritt, den Herstellerstatus aufzugeben. Denn die vergangene Saison beendete NIO abgeschlagen auf dem elften und letzten Platz in der Meisterschaft.

Ob sich das mit alten Dragon-Antrieben allerdings ändert? Dragon wurde 2018/19 nämlich Vorletzter. Auch die Zeiten beim Vorsaisontest in Valencia lassen nicht das Beste hoffen. Dort belegten Oliver Turvey und Ma Qinghua mit Abstand die beiden letzten Plätze. Davor landeten übrigens die vier Autos von Mercedes und Porsche. Allerdings sind die Testzeiten mit großer Vorsicht zu genießen.

Nissan mit neuem Antriebskonzept

Davon abgesehen sind die aus der Vorsaison bekannten Hersteller ebenfalls wieder mit dabei. Nissan, Jaguar, DS Techeetah, BMW und Mahindra rüsten jeweils das eigene Team aus, Audi hat zudem zusätzlich mit Virgin den gleichen Kunden wie 2018/19. Den größten Einschnitt muss dabei Nissan hinnehmen, das in der Vorsaison noch mit einem Twin-Motor am Start war.

Diese Antriebe sind ab 2019/20 allerdings verboten, man muss also auf ein anderes Konzept wechseln. Es bleibt abzuwarten, wie erfolgreich man damit sein wird. Der Doppelmotor war im Qualifying extrem stark, im Rennen hatte Nissan allerdings größere Probleme. Beim Test in Valencia im Oktober sortierte man sich zumindest einmal im vorderen Drittel des Feldes ein.

Am Einheitschassis ändert sich derweil nichts. Noch bis einschließlich der Saison 2021/22 soll mit dem aktuellen Gen2-Auto von Spark gefahren werden, das seit der Vorsaison im Einsatz ist. Erst danach wird man auf neue Boliden wechseln. In der Saison 2020/21 soll es zwar noch ein Aero-Update für das Auto geben, doch zur kommenden Saison gibt es keine Änderungen.

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