Am Design des Gen3-Auto der Formel E scheiden sich die Geister - Bildquelle: FIA Formula EAm Design des Gen3-Auto der Formel E scheiden sich die Geister © FIA Formula E

München/Paris - Das am Donnerstag in Monaco präsentierte Gen3-Auto, welches ab der nächsten Saison in der Formel E zum Einsatz kommen soll, kommt bei den aktuellen Fahrern der Serie gut an - zumindest aus technischer Sicht. Bei der Optik hingegen hält sich der Enthusiasmus noch in überschaubaren Grenzen.

"Technisch gesehen ist es sehr interessant und eine Herausforderung für Teams und Fahrer", sagt Mercedes-Pilot Nyck de Vreis. Vor allem auf das neue Konzept aus Antrieb und Fahrwerk ist der amtierende Weltmeister gespannt.

"Ich denke, dass es sehr interessant sein wird, das richtige Zusammenspiel zwischen Vorder- und Hinterachse zu finden, wenn man einen Frontmotor hat, der nur regeniert und kein Frontdifferential", sagt de Vries.

100 Kilowatt mehr Leistung, 60 Kilogramm weniger Gewicht

Neben dem Generator an der Vorderachse und einer insgesamt deutlich höheren Leistung von 350 anstatt bisher 250 Kilowatt, gibt es auch an der Hinterachse eine Veränderung: Dort hat das Gen3-Auto keine mechanische Bremse mehr, sondern verzögert ausschließlich über die Rekuperation des Motors. Zudem sinkt das Gewicht im Vergleich zum aktuellen Gen2-Auto von 900 auf 840 Kilogramm.

"Mehr Leistung, und offensichtlich ist er leichter. Ich möchte ihn wirklich ausprobieren", sagt Envision-Pilot Robin Frijns. "Er hat andere Reifen, also müssen wir uns an sie gewöhnen und daran, wie sie reagieren. Sicher wird es anders sein, die Frage ist nur, wie sehr", so der Niederländer. Hankook löst Michelin in der nächsten Saison als Reifenlieferant der Formel E ab.

Ebensfalls neu ist beim Gen3-Auto die Schnellladefähigkeit. Diese sollte man nach Ansicht von de Vries für Boxenstopps zum Aufladen während des Rennens nutzen. "Ich denke, das wäre wirklich cool, um ein bisschen mehr Strategie zu entwickeln, weil jetzt natürlich alles so komprimiert ist."

Frijns: "Nicht wirklich mein Geschmack"

"Die Attack-Mode sind ein Strategieelement, aber ich habe das Gefühl, dass es ein bisschen künstlicher ist als ein echter Boxenstopp", findet der Niederländer.

Das keilförmige Design des neuen Autos, welches an einen Kampfjet erinnert, sorgt bei den Fahrern hingegen noch nicht für Begeisterungsstürme. "Um ehrlich zu sein: Wie es aussieht, ist nicht wirklich mein Geschmack", sagt Frijns. "Aber vielleicht gefällt es anderen."

Auch de Vries gibt zu: "Die Ästhetik ist ein bisschen anders und abstrakt, ziemlich eckig. Also ja, ich denke, wir müssen uns vielleicht ein bisschen daran gewöhnen. Aber bei allem, was neu ist, gibt es immer ein bisschen Widerstand."

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