Mick Schumacher nach dem Crash in Ungarn. - Bildquelle: imago images/Motorsport ImagesMick Schumacher nach dem Crash in Ungarn. © imago images/Motorsport Images

München – Die Fehlerliste von Mick Schumacher in der Formel 1 wird länger. Das Problem dabei: Die Liste mit den teuren Folgen ebenfalls.

Genießt man als Rookie einen gewissen Welpenschutz, wird der Ton mit zunehmender Erfahrung und ansteigender Fehlerquote rauer. Nachdem Schumacher im dritten Training zum Großen Preis von Ungarn crashte, sein Auto zerstörte und das Qualifying verpasste, wollte ihn Haas-Teamchef Günther Steiner nicht mehr in Schutz nehmen. 

Stattdessen gab es eine Menge Kritik. 

Günther Steiner fordert weniger Unfälle

"Man plant immer mit Unfällen, vor allem bei Rookie-Fahrern. Aber ich denke, wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir daran arbeiten müssen, um für den Rest der Saison weniger Unfälle zu haben. Mick hatte in den letzten fünf Rennen ein paar ziemlich schwere Unfälle", wird Steiner von Motorsport.com zitiert. 

Die Liste ist inzwischen tatsächlich angewachsen. Während sich Teamkollege Nikita Mazepin nach den zahlreichen Patzern zu Saisonbeginn zuletzt schadlos hielt, sind es bei Schumacher der Crash hinter dem Safety Car in Imola, der heftige Crash in Monaco im Training, der Beinahe-Crash im Rennen in Baku, der Unfall im Qualifying in Frankreich und der Abflug jetzt in Ungarn.

Steiners Seitenhieb: "Wenn es keine Chance gibt, gehe ich persönlich nie ein Risiko ein, denn es gibt nichts zu gewinnen. Und wir wissen, dass es im dritten Training nicht viel zu gewinnen gibt."

Ex-Weltmeister Jenson Button sprang Schumacher zur Seite. Teilweise zumindest. "Ich stimme Günther zu und vielleicht liegt es an den Fahrern, aber hat er jemals daran gedacht, dass das Auto schwierig zu fahren ist?", schrieb Button auf Twitter. 

Dass der Haas nicht nur ein unterlegenes, sondern auch ein schwer zu fahrendes Auto ist stimmt, und Dreher oder ähnliche Fehler werden auch verziehen. Die Tiefschläge sind die Abflüge, die ins Geld gehen. Denn für ein Team wie Haas wird das irgendwann auch zu einem finanziellen Problem. Stichwort Kostenobergrenze, die seit dieser Saison in der Königsklasse gilt und bei 145 Millionen Dollar liegt.

Haas-Problem: Es geht um viel Geld

Dafür seien die Crashs inzwischen "zu häufig" und "zu schwer", monierte Steiner: "Es geht um viel Geld, und das ohne guten Grund. Wir müssen also daran arbeiten, um das besser zu machen", sagte er. Momentan könne man das noch stemmen, "aber bald werden wir in einer Situation sein, in der wir neue Wege finden müssen, um dieses Problem zu lösen."

Man müsse deshalb jetzt besser werden, forderte er: "Wir machen einfach zu viele Fehler, das ist das Problem." Er nahm dabei Schumachers Teamkollegen sogar ausdrücklich in Schutz, "denn in den letzten Rennen hat er sich sehr gut verhalten. Doch Mick hatte in den letzten Rennen einige Unfälle, was wir besser in den Griff bekommen müssen."

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