Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman und Formel-1-Boss Stefano Domen... - Bildquelle: Motorsport ImagesSaudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman und Formel-1-Boss Stefano Domenicali © Motorsport Images

Die Nachrichtenagentur "Bloomberg" sorgte mit einer Meldung in der Formel-1-Welt kürzlich für Aufsehen. Angeblich soll Saudi-Arabien über seinen Staatsfonds "PIF" (Public Investment Fund) daran interessiert gewesen sein, die Königsklasse von "Liberty Media" zu kaufen.

Die Rede ist von einem Angebot über 20 Milliarden US-Dollar (rund 18,4 Milliarden Euro), das von "Liberty" jedoch abgelehnt worden sein soll. Offiziell bestätigt sind die Zahlen und das Interesse Saudi-Arabiens nicht, doch nun hat sich die FIA zu den Gerüchten geäußert.

Präsident Mohammed bin Sulayem veröffentlichte am Montag eine Reihe von Tweets, in denen er schreibt, die FIA sei "vorsichtig" im Hinblick auf das "angebliche" Preisschild in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar, das der Formel 1 verpasst worden sei.

Formel 1 vor Verkauf nach Saudi-Arabien? Bin Sulayem findet angebliches Angebot "übertrieben"

Konkrete Namen nennt er zwar nicht, schreibt jedoch: "Jeder mögliche Käufer sollte gesunden Menschenverstand einsetzen und das größere Wohl des Sports bedenken und einen klaren, nachhaltigen Plan haben - nicht nur eine Menge Geld."

"Es ist unsere Pflicht, über zukünftige Auswirkungen auf Promoter im Hinblick auf höhere Renngebühren und andere kommerzielle Kosten und alle nachteiligen Auswirkungen nachzudenken, die es auf Fans haben könnte", so der FIA-Präsident.

"Liberty Media" hatte die Formel 1 im Jahr 2017 für 4,4 Milliarden US-Dollar gekauft, könnte den damaligen Preis also fast verfünffachen, sollten die berichteten Zahlen stimmen.

Bin Sulayem befürchtet, dass sich die neuen Besitzer das Geld an anderer Stelle zurückholen könnten.

Gegenüber der englischsprachigen Ausgabe von "Motorsport.com" sagt der FIA-Präsident über das angebliche Angebot: "Ehrlich gesagt denke ich, dass [die Zahl] überhöht ist. Es ist übertrieben. Mit gesundem Menschenverstand gesprochen: Ist [die Formel 1] so viel wert?"

Wer so viel Geld für ein Produkt bezahle, der werde es an einigen Stellen teurer machen, "um das Geld zurückzuholen", erklärt er. Zum Beispiel könnten Promoter in Zukunft dann noch höhere Gebühren an die Formel 1 zahlen müssen, um ein Rennen auszutragen.

"Ich schaue mir einfach die Überlegung dahinter an, die Logik. Denn man braucht einen Plan", sagt er im Hinblick auf mögliche Käufer und erklärt: "Bis jetzt sind es sowieso nur Gerüchte. Aber ich denke, auch die FIA sollte Teil dieser Gespräche sein oder Ratschläge anbieten."

Formel-1-Verkauf: Potenzieller Käufer braucht mehr als nur Geld

"Denn der FIA gehört die Meisterschaft", betont er. Allerdings verkaufte der Automobil-Weltverband die kommerziellen Rechte der Formel 1 im Jahr 2001, damals noch unter Max Mosley, in einem einmaligen 100-Jahre-Deal für gut 300 Millionen US-Dollar.

Für bin Sulayem passt hier das Verhältnis nicht. "Wenn ich 20 Milliarden Dollar [für die Formel 1] nehmen kann, dann denke ich, dass die FIA zu kurz gekommen ist", sagt er im Hinblick auf den damaligen Verkauf der kommerziellen Rechte an Bernie Ecclestone.

"Diese Zahlen ergeben einfach keinen Sinn, wenn man sie einmal durchdenkt", betont er und erklärt davon abgesehen, er wolle "Klarheit", wie es mit der Formel 1 weitergehe. Denn ein potenzieller Käufer müsse einen Plan mitbringen und "nicht nur das Geld".

 

Saudisches Königshaus mit verschiedenen Investments in der Sportwelt 

Der saudi-arabische "PIF" übernahm in der Vergangenheit unter anderem bereits den englischen Fußballverein Newcastle United, zuletzt gab es zudem Gerüchte, dass man an einem Kauf der weltgrößten Wrestling-Liga WWE interessiert sein soll.

Weder Formel 1 noch Saudi-Arabien haben sich bislang offiziell zu den Spekulationen rund um einen Verkauf der Königsklasse geäußert.