"Hulkenback" ist wieder da, und diesmal nicht nur für ein, zwei Rennen: Seit Donnerstag steht fest, dass Nico Hülkenberg 2023 als Vollzeit-Rennfahrer in die Formel 1 zurückkehrt. Beim amerikanischen Haas-Team ersetzt er ausgerechnet seinen deutschen Landsmann Mick Schumacher.

Am Montag nach dem Grand Prix von Abu Dhabi hatte der 35-Jährige seinen ersten großen Auftritt im Haas-Rennoverall. Während die Mechaniker in der Box gerade das Auto für ihn umbauten, nachdem sie die erste Sitzanpassung durchgeführt hatten, saß Hülkenberg ganz entspannt an einem gut gefüllten Tisch mit Journalisten, um deren Fragen zu beantworten.

Hast du eigentlich Mitleid mit Mick Schumacher? Hast du Günther Steiner angerufen oder er dich? Und träumst du immer noch davon, eines Tages Formel-1-Weltmeister zu werden? Wir haben den Medientermin in voller Länge transkribiert und nur zur besseren Lesbarkeit die Reihenfolge einiger Fragen vertauscht.

Vorfreude auf den ersten Testtag

Frage: "Nico, wann hast du realisiert, dass es mit dem Formel-1-Comeback klappen wird, und was ist die größte Herausforderung beim Post-Season-Test am Dienstag?"
Nico Hülkenberg: "Du weißt es nie sicher, bis der Vertrag unterschrieben ist. Aber im vergangenen Monat wurde es schon immer konkreter, und ich wurde immer optimistischer, dass wir uns einigen können."

"Das Wichtigste für morgen ist, mich wieder auf die Formel 1 einzuschießen, speziell auf dieses Haas-Auto, um es in Hinblick auf nächstes Jahr verstehen zu lernen. Drei Testtage vor dem ersten Rennen sind nicht viel. Für mich ist es eine kleine Vorschau, ein Gefühl für das Auto zu bekommen. Dafür, wie dieses Auto funktioniert. Wie ich reinpasse. Die ganzen Grundlagen können wir mal erledigen. Und ich kann mir anschauen, wie gut die Performance des Autos ist, was gut ist und wo wir vielleicht noch arbeiten müssen."

Frage: "Ist die größte Herausforderung also, dich aufs Auto einzustellen?"
Hülkenberg: "Ja, natürlich. Wieder reinzukommen. Das letzte Mal, dass ich ein Formel-1-Auto gefahren bin, war im August, nach dem Rennen in Budapest. Ein paar Runs fahren, auf Geschwindigkeit kommen, mich ans Auto gewöhnen. Von da an sehen wir dann weiter."

Renneinsätze im Aston Martin körperlich brutal

Frage: "Wie ist es dir körperlich gegangen, als du im Frühjahr in den Aston Martin gesprungen bist?"
Hülkenberg: "Schlecht (lacht; Anm. d. Red.)! Klar, das ist so eine harte und besondere Belastung. Das ist normal. Die ganzen zehn Jahre war es immer so: Du machst Wintertraining wie ein Ochse, aber dann setzt du dich ins Auto, und die ersten paar Tage waren immer hart."

"Ich bin ein großer Typ, große Hebel. Ich habe nicht den besten Körperbau für einen Rennfahrer, muss ich dazusagen. Wenn ich da solche Kaltstarts gemacht habe und in letzter Sekunde reinspringe, klar habe ich das gemerkt und war ein paar Tage danach wirklich steif und hatte Muskelkater. Aber jetzt habe ich ja drei Monate Zeit, mich richtig aufzubauen. Wird alles gut."

Frage: "Mick Schumacher und Kevin Magnussen sind nicht besonders groß. Passt du überhaupt ins Auto?"
Hülkenberg: "Ja. Es ist eng, aber im Aston war's auch eng. Die haben seit diesem Jahr ein Minimumvolumen, das alle Teams haben müssen. Wie sie das verpacken, ist dann den Designern überlassen. Aber es gibt da eine Standardvorgabe, an die sich alle halten müssen, vom Reglement her. Das passt."

"Aber es ist gut, dass ich jetzt schon drin bin, denn wenn nächstes Jahr das Chassis - nicht das erste, aber das zweite oder dritte - rauskommt, kann man schon hier und da ein bisschen was ändern. Bei mir geht's immer um einen Millimeter hier, einen Millimeter da. Es gibt nicht viel Spielraum, wenn ich mich da reinsetze."

Welcher Rennoverall, welcher Helm?

Frage: "Hast du morgen den Rennanzug an, den du gerade trägst? Der sieht nicht neu aus."
Hülkenberg: "Doch, der ist neu. Aber bei der Sitzanpassung haben die Autos manchmal ein bisschen Dreck drin, vom Rennen noch. Der ist neu. Aber Weiß ist halt eine empfindliche Farbe."

Frage: "Was fährst du für einen Helm? Da kann ja nicht mehr das Aston-Martin-Logo drauf sein?"
Hülkenberg: "Von Schuberth. Nein, das ist kein Aston-Helm. Aber Schuberth hat sowieso immer auch ein paar Ersatzhelme an der Strecke. Es wird einfach ein ziemlich nackter, weißer Helm sein, mit ein paar Stickern drauf."

Frage: "Welches Chassis fährst du beim Test?"
Hülkenberg: "Weiß ich nicht."

Wer hat wen zuerst angerufen?

Frage: "Wann war der erste Kontakt? Und hast du Günther Steiner angerufen oder er dich?"
Hülkenberg: "Ich habe Günther im Sommer angerufen."

Frage: "Hast du nur Günther Steiner angerufen oder auch bei anderen Teams?"
Hülkenberg: "Es hat auch andere Gespräche gegeben, aber letztendlich haben alle Wege hierhergeführt."

Frage: "Daniel Ricciardo hatte keine Lust mehr, bei Haas Formel 1 zu fahren. Warum du schon?"
Hülkenberg: "Ich bin nicht Daniel. Ich kann nur für mich sprechen. Der Hunger, in der Formel 1, der Königsklasse des Motorsports, Rennen zu fahren, ist noch da. Das Feuer lodert noch. Es ist ein ziemlich cooles Umfeld, und ich liebe es, das zu tun. Außerdem ist es das, was ich am besten kann. Es ist einfach die Liebe zum Motorsport und zum Rennfahren."

Frage: "Hatte ein Teil von dir die Hoffnung schon aufgegeben, dass es nochmal klappen könnte mit einem Comeback?"
Hülkenberg: "Nicht aufgegeben. 2019 war ich raus, und ich war glücklich darüber, mal ein bisschen Abstand zu gewinnen und mal durchzuatmen. 2021 hat sich nicht viel getan. Und selbst Anfang dieses Jahres habe ich nicht allzu viel drüber nachgedacht. Aber dann, zum Sommer hin, wuchs in mir der Gedanke, als ich zu den Rennen kam und die Action und die Aufregung sah, dass ich es nochmal probieren möchte. Da haben die Gespräche begonnen."

Frage: "Hat es dich überrascht, dass dieses Verlangen plötzlich wieder da war?"
Hülkenberg: "Nein. Aber ich hatte zuerst eine Zeit lang ein Gefühl, und dann wurde das andere Gefühl immer stärker. Es war ein Prozess, der in mir gewachsen ist."

Hülkenberg: Nach 2019 brauchte ich eine Pause

Frage: "Du warst als dritter Fahrer bei Aston Martin ja nah dran. Aber wie war es für dich, letztendlich doch nur Zuschauer zu sein?"
Hülkenberg: "Nach 2019 war es das, was ich wollte und was ich brauchte: eine Pause. Ich war da auch kein dritter Fahrer und hatte wirklich viel Zeit, mich mal zurückzulehnen und die Verbindungen komplett zu kappen."

"Dann kam COVID. Da war nicht viel los. Kurz nach dem Beginn der Saison bin ich in Silverstone für 'Checo' eingesprungen. Es war gut für mich, ein bisschen Zeit abseits der Formel 1 zu haben, um über ein paar Dinge nachzudenken und in mich zu gehen. Es war auch gut, mal einen anderen Blick drauf zu gewinnen."

"Und dann 2021. Natürlich ist es manchmal schwierig, von der Seitenlinie zuschauen zu müssen. Aber zu dem Zeitpunkt war das noch okay für mich. Dieses Jahr fiel mir das Zuschauen schon schwerer. Besonders, wenn du zuschaust und glaubst, es besser zu können. Da hat das Projekt Rückkehr angefangen."

Frage: "Glaubst du, dass du ohne deine COVID-Rennen auch nochmal eine Chance bekommen hättest?"
Hülkenberg: "Kann ich nur spekulieren. Gefühlt: Wahrscheinlich eher nicht. Ich glaube, die haben sehr gutgetan. Das war jedes Mal ein riesen PR-Push, wenn das passiert ist. Zusätzlich waren die dann sportlich auch recht erfolgreich jedes Mal. Ich glaube, das hat mich doch in Erinnerung gerufen. Hier, Leute, mich gibt's auch noch! Ich glaube schon, dass das viel wert war."

Mental schwierig? Ist doch ganz normal!

Frage: "Du hast gemerkt, dass da eine Chance ist, und die wurde immer größer statt kleiner. Ist das nicht mental schwierig, auf der anderen Seite keine Gewissheit zu haben? Wie geht man mental mit so einer Situation um?"
Hülkenberg: "Das ist ja nicht mein erster Formel-1-Vertrag und meine erste Verhandlung. Wenn man da zu unsicher ist, dass einen sowas aus der Balance wirft, ist es nicht gut."

"Klar, ich wollte das, und ich wusste nicht, ob es was wird. Man hat Gespräche, man hat Gefühle und eine Tendenz. Manchmal dachte ich, das Eisen ist heißer, dann war es wieder kühler. Klar, das gehört dazu. Part of the Game in der Formel 1 bei einem Vertragsabschluss."

"Auf der anderen Seite: So sehr ich zurück wollte, wäre ich ja weich gefallen. Ich bin zehn Jahre Formel 1 gefahren. Ich wäre enttäuscht gewesen, gar keine Frage. Aber ich hätte mich deswegen nicht aufgehängt."

Was Hülkenberg von Steiner erwartet

Frage: "Das Verhältnis zwischen Günther Steiner und Mick Schumacher hat menschlich nicht funktioniert. Wie stellst du dir das vor? Günther Steiner ist ja schon ein Typ für sich?"
Hülkenberg: "Ein Typ für sich - genau wie ich!"

Frage: "Kevin Magnussen ist nach einer Auszeit von der Formel 1 sehr frisch zurückgekehrt. Besser als je zuvor, sagen viele. Ist das bei dir auch so?"
Hülkenberg: "Ja und nein. Ich bin davor auch professionell an die Sache herangegangen und habe alles gegeben. Aber dieser Sport spielt sich viel im Kopf ab. Du musst frisch sein, glücklich, die richtige Einstellung haben. Das gibt dir dann auch das nötige Vertrauen."

"Wenn du in eine Spirale kommst, in der dir das fehlt, wird es schwierig. Dann kommen unbequeme Fragen und es wird eine Negativspirale draus. Wenn du mal eine Weile weg bist, bist du wieder frisch. Das fühlt sich gut und gesund an."

Frage: "Social Media wird nächstes Jahr Spaß an Kevin Magnussen und dir als Teamkollegen haben. Der berühmte Zwischenfall mit 'Suck my Balls' ist jetzt fünf Jahre her. Wie nimmst du das heute wahr und welche Beziehung erwartest du zu ihm?"
Hülkenberg: "Ich erwarte eine gute Beziehung. Wir haben diesen Zwischenfall Anfang dieses Jahres geklärt und das Eis gebrochen."

"Ich habe genau das Gleiche zu ihm gesagt wie er damals zu mir, und das fand er ganz witzig! Ich mache mir null Gedanken drüber, neben ihm zu fahren. Wir sind beide erwachsen, respektieren einander. Wir fahren für das Team. Da gibt es kein Problem."

Pausentratsch über Windelmarken

Frage: "Ihr seid beide frisch verheiratet und habt beide Kinder. Ist es vielleicht sogar ein Vorteil, einen Teamkollegen zu haben, der sich in einer ähnlichen Lebensphase befindet?"
Hülkenberg: "Ja. Wir können uns darüber austauschen, welche Windelmarke am besten ist. Da haben wir gleich ein Gesprächsthema."

Frage: "Du hast gelernt, dein Leben abseits der Rennstrecke zu genießen. Glaubst du, dass du die Work-Life-Balance diesmal besser hinbekommst?"
Hülkenberg: "Ich bin jetzt ein paar Jahre älter und weiser als damals. Meine Work-Life-Balance war auch davor nicht schlecht. Jetzt, wo ich Vater bin, ist es ein bisschen anders. Aber da mache ich mir keine Sorgen. Machen wir halt eine kleine Familienwelttournee!"

Frage: "Die Autos sind jetzt ganz anders als die, die du früher gefahren bist. Wie lang wirst du brauchen, um mit den anderen, die dir diese Erfahrung voraushaben, mitfahren zu können?"
Hülkenberg: "Ich habe Anfang dieses Jahres, als ich zwei Rennen gefahren bin, schon einen Vorgeschmack darauf bekommen. Diese Autos sind also kein komplettes Neuland für mich."

"Aber das hier ist auch wieder ein anderes Auto, ein anderes Team. Jedes Mal, wenn ein Fahrer das Team wechselt, sehen wir, dass es eine Kennenlernphase braucht, bis derjenige sein Optimum erreicht. Ein paar Rennwochenenden wird's schon dauern. Aber je früher wir anfangen, desto besser ist es. Deshalb ist morgen ein sehr positiver und wichtiger Tag für mich. Dann sehen wir weiter."

Dienstag: Erster von vier Testtagen vor dem ersten Rennen

Frage: "Es gibt ja nur drei Testtage vor Saisonbeginn. Der Tag morgen ist also ein Viertel deiner gesamten Vorbereitung. Wie wichtig ist es, morgen auf Speed zu kommen und dich von Anfang an wohlzufühlen?"
Hülkenberg: "Es ist wichtig. Aber das Gefühl, sich wohlzufühlen, kannst du nicht erzwingen. Es ist ein Gefühl, das du hast oder nicht, und das kannst du nur im Auto erreichen."

"Die Tests sind für alle limitiert. Für die, die in ein neues Team kommen, ist es natürlich ein bisschen schwieriger. Aber das gehört zur Herausforderung dazu. Haben wir alle schon mal gemacht. Wir müssen damit umgehen und schnell lernen."

Frage: "Du bist in deiner Karriere bisher für vier Formel-1-Teams gefahren. Warum gerade Haas?"
Hülkenberg: "Es ist ein Team mit Potenzial. 2021 war sehr hart für sie. Dieses Jahr haben sie zurückgeschlagen und sind Achter geworden. Und ich sehe Luft nach oben. Ich glaube, es gibt Dinge, die wir als Team besser machen können. Ich bin hier, weil ich das herauskitzeln möchte. Auch für mich selbst, für meine eigene Karriere. Daher haben wir uns zusammengetan."

Frage: "Wie genau hast du verfolgt, was sie dieses Jahr gemacht haben?"
Hülkenberg: "Es ist ganz natürlich, dass du ein bisschen genauer hinschaust, wenn du mit jemandem sprichst."

Frage: "Günther Steiner wünscht sich mehr Konstanz für das Team und hofft, dass deine Erfahrung dabei helfen kann. Hat er dir erklärt, was er diesbezüglich von dir erwartet?"
Hülkenberg: "Ja. Aber die Antwort liegt auf der Hand. Konstanz. Performance. Dem Team Richtung geben für die Weiterentwicklung des Autos."

Warum IndyCar dann doch kein Thema war

Frage: "Du bist vergangenes Jahr einen IndyCar-Test gefahren und hast gesagt, dass du das nicht weiterverfolgen willst. War die Formel 1 das Einzige, was dich interessiert hat?"
Hülkenberg: "Das ist korrekt."

Frage: "Du hast über die Jahre auch deine Kritik abbekommen. Was ist anders an Nico Hülkenberg 2.0, und warum warst du die bessere Wahl für Haas als Mick Schumacher?"
Hülkenberg: "Das muss Günther beantworten. Die Teams entscheiden, wen sie im Auto wollen, und üblicherweise entscheiden sie sich für das, von dem sie glauben, dass es ihnen die besten Ergebnisse liefert."

"Ich schätze, sie haben sich meine Karriere angeschaut, meine Statistik, meine COVID-Rennen. Und in den Gesprächen konnte ich sie davon überzeugen, dass ich eine gute Wahl wäre."

Einziger Deutscher zu sein ist kein Druck

Frage: "Du bist in einer Zeit gefahren, als es sieben deutsche Fahrer in der Formel 1 gab. 2023 wirst du der einzige Deutsche sein. Lastet da zusätzlicher Druck auf dir?"
Hülkenberg: "Nein, überhaupt nicht. Das kommt immer in Wellen. Frankreich hatte auch lang nichts. Dann waren plötzlich Romain (Grosjean) da, Pierre (Gasly), Esteban (Ocon; Anm. d. Red.). Das ist normal, dass solche nationalen Wellen in der Formel 1 kommen und gehen."

"Deutschland war in der Formel 1 über Jahrzehnte hinweg sehr verwöhnt. Wir hatten zuerst Michael, dann Rosberg, Sebastian (Vettel; Anm. d. Red.), Mercedes als Hersteller. Jetzt haben wir weniger Fahrer, und immer noch Mercedes als Hersteller. Ich spüre da keinen Druck."

Frage: "Trotzdem ist es eine andere Situation. Davor waren ja immer auch Weltmeister noch da, und der mediale Fokus war nicht so auf dir. Erwartest du da jetzt eine andere Größenordnung?"
Hülkenberg: "Ich bin jetzt eine Weltberühmtheit in Deutschland, die es so noch nie gegeben hat (lacht; Anm. d. Red.)! Im Ernst: Für uns Fahrer ist es völlig wurscht, welche Nationalität da drinsitzt, wenn das Visier runterklappt."

Frage: "Der deutsche Markt ist gefühlt etwas abgehängt, ohne deutschen Grand Prix und mit nur noch wenigen Rennen im Free-TV. Da sind die Quoten ganz schön runtergegangen. Wie siehst du das?"
Hülkenberg: "Deutschland war in den vergangenen Jahren wie gesagt sehr erfolgsverwöhnt. Vielleicht ist da irgendwo eine gewisse Sättigung da, dass deswegen die Deutschen das weniger haben oder sehen wollen."

"Es sind auch die kommerziellen Fragen, die da mit reinspielen. Anscheinend fehlt's in Deutschland, bei der jetzigen Popularität der Formel 1, an Geld. Ist schade, ist aber auch irgendwo ein bisschen verständlich. In vielen Nationen verhält sich das in Zyklen. Und jetzt ist es ein Zyklus, wo es in Deutschland halt ein bisschen weniger ist."

#Hulkenback: Alle Memes genau verfolgt

Frage: "Auf Instagram gab es in den vergangenen Jahren alle möglichen #Hulkenback-Memes. Wie sehr haben dir die gefallen?"
Hülkenberg: "Ich finde das witzig. Die Fans sind so enthusiastisch und kreativ und lassen sich all diese Dinge einfallen. Das ist nett und macht Spaß. Und wir Fahrer spielen damit auch gern rum. Seit ich die Formel 1 verlassen habe, ist Social Media explodiert. Das ist inzwischen sehr gegenwärtig. Macht Spaß und ist interessant."

Frage: "Als du aufgehört hast, haben alle darüber geredet, dass du es nie aufs Podium geschafft hast. Das ist dann gekippt, auf einmal wollten dich alle zurück in der Formel 1 sehen. Hat dich das überrascht?"
Hülkenberg: "Nicht überrascht, nein. Ich hatte immer gute Beziehungen zu den Leuten im Paddock. Ich habe keine verbrannte Erde hinterlassen."

"Ich bin ein geradliniger Kerl ohne Bullshit. Und bei den Fans bin ich auch nicht so unbeliebt, wie es scheint. Also nein, es hat mich nicht überrascht. Ich habe nach der Bekanntgabe einen Haufen positives Feedback und Nachrichten erhalten. Das ist schön und freut einen. Aber überrascht hat es mich nicht."

Kein Mitleid mit Schumacher

Frage: "Dein Comeback ist Mick Schumachers Ende. Bedauerst du das irgendwie auch?"
Hülkenberg: "Nein. Das gehört dazu in der Formel 1. Wir kämpfen alle um unsere Karrieren. Viele Fahrer wurden mal durch einen anderen Fahrer mit mehr Erfahrung ersetzt. Ob das zwei Jahre mehr sind oder zehn, ist irrelevant. So ist es in der Formel 1."

"Wenn du Rennen fährst, musst du dein Team mit Performance überzeugen. Und wenn du die nicht lieferst, wird dich das Team austauschen. Das ist bei den Ingenieuren und bei allen anderen Mitarbeitern nicht anders. Darum passiert das immer wieder."

Frage: "Dein Ziel war früher sicher, eines Tages Weltmeister zu werden. Ist es das immer noch, oder hast du heute andere Ziele?"
Hülkenberg: "Das wäre der Traum, aber man muss schon realistisch sein. Für mich geht es darum, das zu maximieren, was wir haben. Wir sind immer davon abhängig, wie konkurrenzfähig das Auto ist, in dem wir sitzen. Das wissen wir. Natürlich kann man auch Glück haben, aber meistens geht es drum, jedes Wochenende zu maximieren und keine Chance ungenützt zu lassen. Um die bestmöglichen Ergebnisse zu holen."

Frage: "Du warst ja Experte bei ServusTV. Die wollen mit dir weitermachen. Wie geht es da weiter?"
Hülkenberg: "Ja. Das wird sich jetzt alles zeigen. Kann ich jetzt noch nicht sagen. Aber natürlich nicht in dem Umfang wie jetzt. Ich denke, man kann andere Sachen machen und der Familie ein bisschen treu bleiben. Das wird sich jetzt ein bisschen zeigen und ergeben."