- Bildquelle: 2019 Getty Images © 2019 Getty Images

München - Sebastian Vettel pfiff nach dem Großen Preis von Kanada auf die Etikette. Der Ferrari-Star schwänzte bockig das obligatorische Interview vor der Siegerehrung, er parkte sein Auto nicht im Parc ferme und tauschte dort sogar die Schilder für die Plätze "1" und "2" aus. Es war ein selten gesehener Wutausbruch, der einen Platz in jedem Saisonrückblick finden wird.

Vettel verlor die Nerven. Doch nicht erst nach dem Rennen. Eine unbequeme Wahrheit, die in dem großen Trubel nach Vettels Zeitstrafe unterging, ist: Vettel hat sich unter dem großen Druck von Lewis Hamilton zu einem Fehler verleiten lassen, ohne den es gar nicht zur Schlüsselszene gekommen wäre. Mal wieder!

Vettel neigt zu Fehlern

Unvergessen ist sein Malheur beim Heimrennen in Hockenheim 2018, als er zum bis dato letzten Mal auf der Pole gestanden hatte, in Führung liegend crashte und den Sieg herschenkte. Auch in der Saison 2019 hat Vettel schon gepatzt, etwa in Bahrain, als er sich nach einem Dreher den Frontflügel zerstörte.

Vettel neigt zu Fehlern, die sein großer Rivale Hamilton viel seltener macht. 62 Punkte Rückstand nach sieben Rennen sind nicht nur durch ein schlechteres Auto zu erklären. Den ersehnten WM-Titel mit Ferrari wird er vermutlich auch im fünften Jahr nicht gewinnen.

Reaktion überzogen aber menschlich

Vettels unmittelbare Reaktion mag überzogen gewesen sein, seine Emotionen aber waren grundsätzlich nachvollziehbar und menschlich. Die Entscheidung der Stewards, ihm nach der Beinahe-Kollision mit Lewis Hamilton eine Fünf-Sekunden-Strafe aufzubrummen, ist strittig und wäre vor Jahren so wohl tatsächlich nicht getroffen worden.

Nach dem Rennen entflammte eine Debatte über eine Überregulierung, die anhalten wird. Das Urteil hat dem Rennen geschadet und der Formel 1 damit auch. Hamilton, den keine Schuld an dem Dilemma traf, wurde bei der Siegerehrung vom frustrierten Publikum sogar ausgebuht. Das ist nicht im Sinne der Fahrer, Fans und Verantwortlichen.

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