Nico Rosberg hatte die Formel 1 nach dem Saisonfinale 2016 verlassen - Bildquelle: Motorsport ImagesNico Rosberg hatte die Formel 1 nach dem Saisonfinale 2016 verlassen © Motorsport Images

München - Fünf Jahre ist es mittlerweile her, dass Nico Rosberg seine Karriere nach dem Gewinn des Formel-1-Titels 2016 unvermittelt beendete. Ein Comeback hatte der Deutsche seitdem immer kategorisch ausgeschlossen, doch nun gibt er zu, dass er kurz mit dem Gedanken gespielt hatte - aber wirklich nur ganz kurz.

Denn als Ex-Teamkollege Lewis Hamilton Ende 2020 aufgrund einer COVID-19-Erkrankung den Großen Preis von Sachir auslassen musste, brauchte Mercedes einen schnellen Ersatz für den schon als Weltmeister feststehenden Briten.

Mit dem 2022 als Stammpiloten zu Mercedes gewechselten George Russell fand man den logischen Kandidaten, doch auch bei Rosberg ratterte es im Kopf.

Rosberg als Hamilton-Ersatz? "Hätte keine Chance"

"Ich habe es mir ja sogar überlegt", gibt Rosberg im "Sonntagsfrühstück" bei "Antenne Bayern" zu: "Hamilton hatte COVID und musste ein Rennen aussetzen. Da habe ich gesagt: 'Hey, wie cool, wenn ich mich da nochmal reinsetzen würde.'"

Doch Rosberg kam schnell zu dem Entschluss, dass ein solcher Einsatz wohl nicht zielführend gewesen wäre. "Ich hätte heute null Chance", gibt er zu: "Ich hätte keine Chance, überhaupt noch mehr als drei Runden zu fahren."

Rosberg: "Hals würde beim Bremsen zwischen die Beine fallen"

Das liege vor allem an den körperlichen Voraussetzungen, die der 36-Jährige ohne Training gar nicht mehr mitbringt. "Meine Arme, die Unterarme, würden direkt dichtmachen", sagt er: "Und der Hals würde beim Bremsen zwischen die Beine fallen. Den kann ich ja gar nicht hochhalten. Ich habe da null Muskeln mehr."

Zudem spielt auch Angst eine Rolle, wie er mittlerweile zugibt. Das komme aber auf die Strecke an: "Wenn ich jetzt in Monaco fahren würde, dann hätte ich bestimmt auch Angst", so Rosberg. Bahrain hätte er sich im Falle eines Hamilton-Ersatzes aber psychisch zugetraut: "Da ging es halt, da war Wüste, und da ist viel Auslaufzone, und da hätte ich keine Angst."

Rosberg traut sich nur "ein, zwei, drei Runden" zu

Trotzdem musste Rosberg einsehen, dass es physisch ohne Vorbereitung unter keinen Umständen gereicht hätte: "Ich würde da vielleicht ein, zwei, drei Runden fahren können, und dann wäre Ende. Physisch keine Chance."

George Russell hatte seine Aufgabe damals aber mit Bravour gemeistert und sich mit seiner Leistung nachhaltig für das Stammcockpit bei Mercedes empfohlen, das er in der neuen Saison auch besetzt.

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