Alex Albon (l.) steht bei Red Bull unter Druck. Profitiert Sebastian Vettel ... - Bildquelle: imago images/HochZweiAlex Albon (l.) steht bei Red Bull unter Druck. Profitiert Sebastian Vettel (r.)? © imago images/HochZwei

München/Silverstone - Die Erleichterung nach dem Rennen in Silverstone war Red-Bull-Pilot Alex Albon anzumerken.

Von Startplatz zwölf aus ins Rennen gegangen, reichte es für den britisch-thailändischen Piloten dank eines beherzten Schlussspurts mit frischen Reifen und etwas Glück aufgrund der Reifen-Probleme von Valtteri Bottas und Lando Norris schlussendlich zu Rang acht.

Doch bei normalem Rennverlauf, hätte Albon schon über einen Punkt und Platz zehn froh sein müssen, nachdem er zwischenzeitlich mit George Russell im chancenlosen Williams um die Positionen kämpfte.

Auch von den Rundenzeiten her, war der 24-Jährige durchschnittlich etwa eine Sekunde langsamer als Teamkollege Max Verstappen, der auf Rang zwei fuhr. So sprach Albon nach dem Rennen von "Schadensbegrenzung".

Red-Bull-Teamchef Horner steht hinter Albon

Es war nicht das erste Mal, dass Albon mit seinem Teamkollegen aus den Niederlanden nicht Schritt halten kann und damit ein Fakt, der ihn angreifbar macht hinsichtlich der kommenden Saison bei Red Bull.

Mit Verstappen hat der Rennstall einen der talentiertesten Piloten überhaupt unter Vertrag und sucht einen Fahrer, der den Niederländer fordert und gleichzeitig auch dem Team in der Konstrukteurs-Wertung wichtige Punkte einfährt. Im Moment kann Albon keine dieser Anforderungen zufriedenstellend erfüllen.

Auch wenn Red-Bull-Teamchef Christian Horner nach dem Ungarn-GP erklärte, dass Albon bislang alle Rennen "sehr gut" gefahren sei.

In Silverstone zeigte Albon im Training am Freitag starke Leistungen, nur um dann am Samstag - nach einem Crash im Training - den zwölften Rang im Qualifying zu belegen. Um Albons Leistung zu beschreiben, reichte Horner anschließend nur ein Wort: "Enttäuschend!"

Red Bull tauscht Piloten schnell

 

Und so reißen die Spekulationen über eine Neubesetzung des zweiten Red-Bull-Cockpits im kommenden Jahr nicht ab.

Insbesondere, da der Rennstall bekannt ist, schnell einen Fahrer auszutauschen, wenn die Leistungen nicht stimmen. Pierre Gasly und Daniil Kvyat, die beiden Piloten im Farmteam Alpha Tauri können davon ein Lied singen.

Beide wurden nach schwachen Leistungen im Red Bull relativ schnell ausgetauscht und ins zweite Glied des Red-Bull-Imperiums versetzt. Kvyat hielt etwas mehr als eine Saison durch, Gasly nur eine halbe, dann mussten sie ihre Plätze räumen.

Im Unterschied zu den vergangenen Jahren hat der Brause-Konzern momentan aber wohl keine Talente, denen er den Sprung in die Formel 1 direkt zutraut.

Sonst wäre Albons Platz, der aufgrund seiner thailändischen Wurzeln bei den Red-Bull-Mehrheitseignern aus Thailand ein hohes Ansehen besitzt und auch von diesen gefördert wird, noch mehr in Gefahr.

Vettel und Verstappen lieferten sich einige Duelle

Doch insbesondere Sebastian Vettel dürfte die Entwicklung rund um Albon mit gesteigertem Interesse verfolgen, schließlich läuft der Vertrag des viermaligen Weltmeisters bei Ferrari zum Saisonende aus ohne, dass der Heppenheimer allzu viele Optionen für einen Formel-1-Verbleib hätte.

Neben Racing Point, das im kommenden Jahr als Werksteam von Aston Martin fungiert, bleibt nur noch die Option Red Bull, mit denen Vettel einst zum vier Mal Formel-1-Weltmeister wurde.

Mit Vettel bekäme das Team einen Fahrer, der auf Augenhöhe mit Verstappen fahren kann. Allerdings sind der Niederländer und der Deutsche in der Vergangenheit das eine oder andere Mal auf der Strecke und verbal aneinander geraten. Und auch Vettel will sicherlich nach den schwierigen Ferrari-Jahren noch einmal in der Fahrer-Weltmeisterschaft angreifen, um den fünften WM-Titel zu gewinnen. 

"Ja, das kann funktionieren. Ich hatte Daniel Ricciardo im Team, auch das hat gut funktioniert", gab sich Verstappen unlängst aber optimistisch, als er nach Vettel als möglichem Teamkollegen gefragt wurde.

Dennoch könnte es durchaus zu Reibungen kommen. Physikalisch betrachtet entsteht aus Reibung Wärme. Umgemünzt auf die Formel 1 würde statt Wärme wohl Erfolg entstehen, die oberste Prämisse für den Brause-Konzern, der die Formel 1 vor allem als attraktive Werbeplattform sieht.

Red Bull tauscht Renningenieur von Albon

 

Albon bleiben aber noch mindestens neun Rennen, um seinen Platz im Red Bull zu rechtfertigen. Dass das Team weiter hinter ihm steht, zeigt auch der Fakt, dass der 24-Jährige einen neuen Renningenieur erhielt, der zuvor bereits Mark Webber und Daniel Ricciardo im Red Bull betreut hatte.

"Mit dem Problemen unseres Autos und einem unerfahrenen Piloten wie Alex empfanden wir es als unfair, dass der Renningenieur einen solchen Druck hat", erklärte Teamchef Horner die Re-Installation von Simon Rennie vor dem Rennen in Silverstone.

"Er braucht einfach Zeit, und wir tun unser Bestes, ihn zu unterstützen. Dinge wie die Erfahrung des Renningenieurs sind dabei nur gut für ihn", ergänzte Horner.

Spätestens jetzt ist aber Albon gefordert und muss mit Leistung überzeugen, andernfalls droht ihm das selbe Schicksal wie Gasly und Kvyat. Und Vettel könnte durch die Hintertür wieder in die erste Reihe kommen.

Markus Bosch

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