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NFL

Die Offseason der New England Patriots: Reload statt Rebuild

  • Aktualisiert: 11.02.2018
  • 20:56 Uhr
  • ran.de / Marco Kieferl
Article Image Media
© 2017 Getty Images
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Die New England Patriots gehen nach der Niederlage im Super Bowl in eine Offseason voller Ungewissheit. Spieler und Trainer werden mit dem Rücktritt in Verbindung gebracht, doch mit dem Rebuild im Hinterkopf könnte man in Foxborough zum letzten großen Reload ansetzen.

Von Marco Kieferl

Foxborough/München - Als die Hail Mary in den letzten Sekunden des Super Bowls 2018 von Rob Gronkowskis Helm auf dem Boden landete, war die Patriots-Nation für einen kurzen Moment gelähmt. Was Tom Brady später aussprach, dürfte in jenen Sekunden jedes Mitglied der erfolgsverwöhnten Franchise gedacht haben: "Verlieren ist beschissen."

Besonders deshalb, weil eine Rückkehr in das Spiel der Spiele anders als in den Vorjahren nicht mehr selbstverständlich schien. Brady war 2017 bereits der älteste Starting Quarterback in einem Super Bowl. Den Rekord zu übertreffen sollte selbst für ihn von Jahr zu Jahr schwieriger werden.

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Vegas setzt auf Patriots

In diesem Moment waren davon nur die Buchmacher überzeugt, die das Duo Belichick/Brady noch in den Stunden der Niederlage zum Topfavoriten für die nächste Auflage in Atlanta machten. Trotz eines dann 41-jährigen Quarterback und trotz eines Rob Gronkowski, der nach all seinen Verletzungen einen Rücktritt nicht ausschließen will.

Die Patriots stehen 2018 vor Veränderungen. Wie groß diese ausfallen werden, wird sich schon in der Offseason herausstellen. Defensive Coordinator Matt Patricia wird Head Coach der Detroit Lions, Super-Bowl-XLIX-Held Malcolm Butler steht nach seiner Nichtberücksichtigung gegen die Eagles vor dem Absprung. Dazu stehen Leistungsträger wie Dion Lewis, Danny Amendola, Rex Burkhead und die halbe O-Line ohne Vertrag da.

McDaniels als Hoffnungsschimmer

Hoffnung, dass aus dem vermeintlichen Rebuild ein Reload werden könnte, machte am vergangenen Mittwoch ausgerechnet Josh McDaniels. Der Offensive Coordinator stand eigentlich bereits bei den Indianapolis Colts im Wort, entschied sich in letzter Sekunde jedoch für einen Verbleib bei den Patriots und die Möglichkeit, eines Tages Bill Belichick zu beerben.

Gut möglich, dass den Pats ähnlich wie bei McDaniels am Ende mehr Leistungsträger bleiben als gedacht. Die Rücktrittsgerüchte um Brady und Belichick wurden noch in der Super-Bowl-Nacht zerstreut. Eine Rückkehr von Rob Gronkowski erscheint trotz dessen angeblicher Hollywood-Träume immer noch deutlich wahrscheinlicher als ein Karriereende.

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Gronkowskis Zweifel - der "übliche Prozess"?

Belichick scheint die Aussagen seines Tight Ends für sich selbst ohnehin bereits relativiert zu haben: "Jeder Spieler und jeder Trainer macht sich am Ende der Saison Gedanken. Das ist der übliche Prozess. Direkt nach dem Spiel ist dafür aber nicht der richtige Zeitpunkt."

Kehrt Gronkowski zurück, sind die Patriots mit dem amtierenden MVP und einem der besten Trainer der NFL-Geschichte wieder Titelanwärter. Gut möglich, dass dieser Grund auch einige Wackelkandidaten in der Free Agency überzeugen wird.

Unterdurchschnittlich viel Cap Space

17,5 Millionen Dollar an freiem Cap Space stehen den Patriots laut "Spotrac" zur Verfügung. Damit befindet sich der fünffache Champion im hinteren Drittel der Liga. Das dürfte dennoch ausreichen, um Leistungsträgern wie Dion Lewis oder Left Tackle Nate Solder gute Angebote zu machen. Auch wenn New England nicht für teuer bezahlte Running Backs bekannt ist, könnte im Fall Lewis auch der Franchise Tag zur Geltung kommen.

Wie in jeder Franchise werden Leistungsträger Foxborough verlassen. Gerade die Titelambitionen und die Teamkultur der Patriots helfen jedoch schon fast traditionell dabei, Spieler von einem finanziellen Entgegenkommen zu überzeugen.

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Brady beschützen heißt O-Line halten

Danny Amendola hat das bereits mehrfach gemacht, er und Running Back Rex Burkhead wären Kandidaten, dies erneut zu tun. Wenn alle Stricke reißen, könnte eine Entlassung von Kenny Britt oder des lange verletzten Martellus Bennett neue Mittel freimachen.

Fernab der großen Namen liegt der Fokus der Patriots darauf, die eigene O-Line zusammenzuhalten. Nate Solder ist dabei der wichtigste Part, doch auch Cameron Flemming und LaAdrian Waddle sind wichtige Bestandteile der Rotation. Sie alle profitieren enorm von der Arbeit von Trainerguru Dante Scarnecchia. Ihm ist es zu verdanken, dass Brady nach dem Desaster im Championship Game gegen die Denver Broncos 2016 wieder mehr Zeit in der Pocket bekommt.

Brady in zunehmendem Alter vor Verletzungen zu schützen, wird in den nächsten Jahren essenziell. Umso wichtiger wäre es, dass der 69-jährige Scarnecchia seinen bereits zweiten Rücktritt nochmals aufschiebt.

Gelingt es, diese Stützen zu halten, kann die Patriots-Offense mit der Rückkehr von Julian Edelman eine weitere Traumsaison spielen. Für den berühmten Schritt nach vorne müssen Veränderungen in der Defense her.

Flores Favorit auf Patricia-Nachfolge

Die vakante Stelle im Coaching Staff wird New England voraussichtlich gemäß dem "Patriots Way" intern besetzen. Linebacker Coach Brian Flores gilt als Topkandidat auf den Posten als Defensive Coordinator.

Sein Fokus dürfte darauf liegen, möglichst schnell einen Cornerback zu finden, der Malcolm Butler ersetzen kann. Eric Rowe wirkte im Super Bowl teilweise überfordert und benötigt ebenso wie Cyrus Jones noch Zeit. Gut möglich, dass die Patriots wie bereits bei Stephon Gilmore in der Free Agency attackieren.

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Aqib Talib und Richard Sherman wurden in der Vergangenheit gehandelt und haben sich auch schon positiv über die Franchise geäußert. Beide wären aber angesichts ihres Jahresgehalts beinahe schon unerschwingliche Luxuslösungen.

Wie gut für die Patriots, dass sich in diesem Jahr wieder eine beinahe vergessene Möglichkeit auftut: der Draft. Deflate Gate und der Trade von Brandin Cooks ließen Bill Belichick in den letzten beiden Jahren gerade einmal einen Pick vor der dritten Runde.

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Titelfenster schließt sich

2018 stehen dem 65-Jährigen die Picks Nummer 31, 41 oder 43 (Münzwurf zwischen 49ers und Raiders) und 63 zur Verfügung. Eine Gelegenheit, die geradezu danach schreit, um die Baustellen im Pass Rush auf Linebacker-Level und in der D-Line anzugehen. Mit dem Comeback von Dont'a Hightower und Drittrundenpick Derek Rivers gewinnt die Defensive von selbst an Tiefe.

Die Patriots werden ungeachtet des aktuellen Trubels auch 2018 ein heißer Anwärter auf den Super Bowl sein. Belichick und Brady werden all-in gehen. Auch sie wissen, dass ihre Zeit nicht ewig währt. Das Titelfenster schließt sich langsam.

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Quarterback im Hier und Jetzt

Fürs Erste ist 2018 die einzige Garantie auf eine weitere Titelchance. Daher ist die Gegenwart in New England wichtiger denn je. Reload statt Rebuild ist das Motto - ob im Draft oder mithilfe der Picks in der Free Agency.

Die ferne Zukunft wird in New England nur für einen kurzen Draft-Moment aufblitzen. Dann, wenn die Patriots eventuell schon in der 2. oder 3. Runde einen Nachfolger für Jimmy Garoppolo suchen. Senior-Bowl-MVP Kyle Lauletta könnte ein Projekt für die kommenden Jahre werden, ehe der Platz hinter dem Center frei wird.

Bis dahin zählt in New England nur das Wort eines Quarterbacks. "Ich wüsste nicht, warum ich nicht zurückkommen sollte", sagte Brady am Abend der Niederlage.

Ein Satz, der auf das Training Camp ebenso wie auf den Super Bowl zutreffen könnte.

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