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NFL: Wie Phil Snow die Panthers-Defense auf ein neues Level hebt

  • Aktualisiert: 03.10.2021
  • 15:50 Uhr
  • ran.de/Tim Rausch
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© Getty Images

Die Defensive der Carolina Panthers zählt nach drei Spieltag zu den besten der Liga und wandert auf einem historisch guten Pfad. Defensive Coordinator Phil Snow, der Kopf hinter dem Erfolg, feilt Tag und Nacht an seiner Defense - wortwörtlich.

München - Der Bluff gehört zu den ältesten Tricks in der Welt der Kartenspiele. Durch die bewusste Täuschung des Gegners erhält der Spieler einen Vorteil. Phil Snow, Defensive Coordinator der Carolina Panthers macht sich den Bluff zu Nutzen und leitet dank seines innovativen Schemes die momentan beste Defensive in der NFL. 

Cowboys gegen Panthers live, am Sonntag ab 19 Uhr auf ProSieben MAXX und ran.de.

Ein Scheme, das auf Täuschung, Verwirrung und Irritation für den Gegner, in diesem Falle die Offensive Line und den Quarterback, aufbaut. Die Panthers grüßen nach drei Spieltagen mit einer makellosen Bilanz von der Tabellenspitze der NFC South. Großen Anteil daran hat Phil Snow und seine Defensive. 

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Historisch gut

Im Ligavergleich landen die Panthers mit 30 zugelassenen Punkte auf Platz zwei, mit 3,8 Yards pro Play und 14 Sacks auf Platz eins. Kein gegnerisches Team schaffte es bisher, über 50 Rushing Yards zu sammeln. Carolina lässt durchschnittlich lediglich 45 Rushing Yards zu, ein hochgerechnet historisch guter Wert. 

Snow, der Architekt hinter dem Defensiv-Koloss, ebnet mit seinem Scheme den Weg für den Erfolg und feilt Tag und Nacht an den kleinsten Feinheiten. Als die Panthers am zweiten Spieltag die New Orleans Saints schlugen, verschwand Snow nach der Partie in seinem Büro, arbeitete noch ein paar Stunden, ehe er auf der Schlafcouch schlief. 

Am nächsten Morgen musste ihn Head Coach Matt Rhule dran erinnern, das Gebäude zu verlassen und für den wöchentlichen Corona-Test wieder einzutreten. Vielleicht sind es diese Extra-Stunden, die Snow die Oberhand geben und seine Defensive so gut aussehen lassen. 

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College-Einfluss

Der 65-Jährige wirkt mit seinen Arbeitsmethoden und den recht unemotionalen Pressekonferenzen vielleicht wie ein Coach vom alten Eisen, setzt aber in seiner Defensive auf Innovation, statt "old school". 

Snow legt sein Defensive-Scheme auf Variabilität aus. Die 3-3-5-Formation, eine Formation, die am College sehr populär ist, in der NFL allerdings seltener zum Einsatz kommt, dient als Grundlage. Allerdings klammert sich Snow nicht an eine "Base-Defense", sondern lässt mal mit vier Defensive Linemen aus einer 4-3 Defensive, mal mit 3 Defensive Linemen aus einer 3-4 oder 3-3-5 Defensive verteidigen. Bei knapp 60 Prozent der Snaps spielen die Panthers eine Nickel-Defense, also mit einem weiteren Cornerback für einen Linebacker. 

Aus diesem Scheme heraus lässt Snow viel blitzen, bei knapp 40 Prozent der Snaps, einer der höchsten Werte der Liga. Er sorgt mit einer Menge Bewegung vor und nach dem Snap für Verwirrung, Quarterbacks fällt es schwer, sofort zu erkennen, welche Defensiv-Spieler auf Quarterback-Jagd gehen und welche sich in Coverage fallen lassen. 14 verschiedenen Spieler übten bereits Druck auf den Quarterback aus. 

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Ausrufezeichen gegen die Saints 

Nach dem Saints-Panthers-Spiel trat ein sichtlich verärgert Sean Payton vor die Presse. Payton genießt den Ruf als einer der besten Offensiv-Play-Caller der Liga, ist für seine cleveren Spielzüge bekannt, doch gegen die Panthers wurde er schachmatt gesetzt. 

"Unser Hauptproblem war die Pass Protection. Unsere Kommunikation und die Handhabung der exotischen Defensiv-Designs, die wir zu Gesicht bekamen, müssen wir verbessern", erkannte er nach der Partie an. 

"Liebe ihn als Coach"

Die exotischen Defensiv-Designs lassen die Star-Spieler der Panthers-Defense aufblühen. Linebacker Shaq Thompson avanciert unter Snow zu einer Tackle-Maschine und macht einen großen Schritt nach vorne in der Pass-Coverage. 

Jeremy Chinn bietet die nötige Positionsflexibilität an, um kreativ zu werden. Der letztjährige Rookie sah bereits Snaps als Pass Rusher, Linebacker, Slot-Cornerback, Strong Safety und Free Safety. 

Die Edge Rusher Brian Burns und Hasson Reddick steuerten zusammen 24 Pressures und siebeneinhalb Sacks bei. "Ich liebe ihn als Coach. Wir spielen eine variable Defensive, aber er macht es sehr simpel für uns. Er stellt uns in die Positionen, in denen wir aufblühen können", lobt Burns. 

Rotationsspieler wie Morgan Fox oder Frankie Luvu finden ihre Rollen als wichtige Puzzle-Stücke in der Defensive und tragen mit Pressures und vor allem sehr guter Laufverteidigung zum Team-Erfolg bei. 

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Rhule und Snow: Ziemlich beste Freunde

Auch Matt Rhule, der Head Coach, lobte seinen Defensive Coordinator nach dem Saints-Spiel: "Phil hat einen super Gameplan gehabt und im Spiel selbst auch die richtigen Antworten. Es war ein tolles Spiel unseres Defensiv-Trainerstabs, aber auch von den Spielern."

Rhule und Snow arbeiten bereits seit Jahren zusammen, Rhule hat noch kein Spiel als Head Coach geleitet, in dem Snow nicht sein Defensive Coordinator war. Er holte Snow erst zu der Temple University, dann nahm er ihn mit zu der Baylor University und schließlich nach Carolina. 

Obwohl die Rollen einst vertauscht waren. Rhule fing 2001 als Praktikant im Trainerstab bei UCLA an, zu der Zeit war Snow der Defensive Coordinator. "Er fragt mich immer, ob die Kaffeemaschine kaputt war, was so viel bedeutete, wie 'bring mir einen Kaffee'", sagte Rhule. 

Die beiden formten eine Freundschaft und Rhule spricht in hohen Tönen von seinem ehemaligen Mentor: "Alles, was ich mache oder was ich gelernt habe, hatte direkt oder indirekt mit ihm zu tun", sagte er im Interview mit "ESPN". 

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Großer Test gegen die Cowboys

Bei all der durchaus berechtigten Euphorie muss allerdings festgehalten werden, dass die Panthers mit den New York Jets, einem verletzungsgeplagten Saints-Team und den Houston Texans ein dankbares Auftaktprogramm erwischten. 

Das wird sich am kommenden Sonntag ändern. Die Dallas Cowboys empfangen die Panthers (live, ab 19 Uhr auf ProSieben MAXX und ran.de). Cowboys-Quarterback Dak Prescott überzeugte in den ersten drei Spielen, warf bisher für 878 Yards, sechs Touchdowns und zwei Interceptions. 

Prescott wird den Ball in dieser Saison knapp 2,5 Sekunden nach dem Snap los, scannt Defensiven schnell und findet konstant seine dynamischen Passempfänger. 

"Dak spielt beeindruckend, er leistet viel Arbeit an der Line of Scrimmage, erkennt gut, was Defensiven machen wollen", lobte Rhule auf einer Pressekonferenz vor einigen Tagen. 

Für Snow und die Panthers-Defensive wird es gegen die hochgelobte Cowboys-Offense ein Härtetest. Doch es ist auch klar, dass Snow nicht nur bluffen kann, sondern bestimmt auch das ein oder andere Ass im Ärmel hat. 

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