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NFL-Offseason

Pittsburgh Steelers nach der Offseason: Irgendwo im Nirgendwo

  • Aktualisiert: 13.05.2021
  • 19:12 Uhr
  • ran.de/Tim Rausch
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© Getty Images
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Die Pittsburgh Steelers signalisieren mit der Free Agency und dem NFL Draft klar, dass sie mit Quarterback Ben Roethlisberger auf Titel-Jagd gehen wollen. Die Neuverpflichtungen wecken den Anschein, dass die Verantwortlichen das Roster als talentiert genug empfinden und mit "Luxus-Picks" ergänzen wollen. Ein gefährliches Spiel. Denn die Steelers könnte eine unangenehme Wahrheit erwarten.

München - Es wirkte ein wenig so, als hätte jemand die Notbremse gezogen. In voller Fahrt. Ohne Vorwarnung. Die Pittsburgh Steelers fuhren, ja flogen fast schon, sorglos durch die reguläre Saison. Elf Siege nach den ersten elf Partien. Dann die Bremse. Das Team verlor vier der letzten fünf Partien. Landete in der Wild Card Round...und unterlag deutlich den Cleveland Browns. Der Zug wurde nicht nur gestoppt, man kann schon fast von einer Entgleisung sprechen. 

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Statt um den Super Bowl zu spielen, stand das Team um Head Coach Mike Tomlin plötzlich vor wegweisenden Entscheidungen. Die Verträge einiger Team-Stützen liefen aus. Die Zukunft von Quarterback Ben Roethlisberger war unklar. Sollte ein Umbruch kommen? Oder doch ein letzter Anlauf auf den Super Bowl? 

Steelers setzen auf "Big Ben"

Wirft man einen Blick auf die Offseason der Steelers wird schnell klar, dass sie sich für einen Neuanlauf entschieden haben. Der Vertrag von Big Ben wurde umstrukturiert, im Draft oder der Free Agency sicherten sie sich keinen Quarterback. 

Ein Fehler? Keine Frage, Roethlisberger gehört zu den besten Quarterbacks seiner Generation, sammelte vergangene Saison 3,800 Passing Yards, 33 Touchdowns und zehn Interceptions. Ein bloßer Blick auf den Statistikbogen würde kein Problem beim Signal Caller der "Steel City" offenbaren. Die Fassade von Big Ben trügt allerdings. 

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Die durchschnittliche Tiefe eines Passes von Roethlisberger betrug vergangene Saison 7,4 Yards. Damit belegt er Platz 28 von 32 (Quarterbacks mussten mindestens 300 Dropbacks haben). Zu Saisonbeginn schadete es kaum. Die Steelers zogen ein Kurzpassspiel auf, dass die Stärken der Receiver zum Vorschein brachte. Chase Claypool, JuJu Smith-Schuster und Co. sammelten viele Yards auf eigene Faust und die Offense rollte durch die erste Saisonhälfte. 

Das Problem? Defensiven erkennen Tendenzen schnell, passen ihren Gameplan an das gegnerische Offensiv-Konzept an. Im Falle der Steelers setzten die gegnerischen Defensiv-Koordinatoren verstärkt auf Press-Coverage und ließen die Zonen nahe der Line of Scrimmage aggressiver und vermehrt verteidigen. 

Sie luden Big Ben sozusagen ein, sie mit einem Feuerwerk aus tiefem Passspiel zu schlagen. Doch Roethlisberger zündete nicht. Der Quarterback scheint seinen Touch für das vertikale Passspiel verloren zu haben. Das reine Sezieren von Defensiven im Kurzpassspiel, a la Drew Brees, zählte bisher aber auch nicht zu den Stärken des 39-Jährigen. 

Die Abwärtsspirale zeigt sich gut im Zeitraum vom elften Spieltag bis zur Wild Card Round. In dieser Spanne warf Roethlisberger 15 Touchdowns, zehn Interceptions und sammelte lediglich sechs Yards Raumgewinn pro Pass. Fairerweise muss gesagt werden, dass ihm die 21 Drops seiner Receiver in dem Zeitfenster auch nicht gerade geholfen haben. 

Harris und Freiermuth: Die Lösung für das Offensiv-Problem?

Dennoch wollen die Steelers mit ihrem Routinier erneut angreifen. Die Lösung für die Offensiv-Probleme: Running Back Najee Harris (erste Runde) und Tight End Pat Freiermuth (zweite Runde). Harris soll Big Ben "entlasten", die Steelers wollen vermehrt aufs Laufspiel setzen. 

"Ich habe zwei Hall of Fame Running Backs in meinen Reihen gehabt, beide waren Erstrunden-Picks", rechtfertigte General Manager Kevin Colbert den Draft-Pick. Kritiker stempelten den Ballträger von Alabama als "Luxus-Pick" ab. Harris ist ein guter Running Back, dürfte das Laufspiel der Steelers allein durch seine individuelle Qualität beleben und zeigte am College auch seine Fähigkeiten im Passspiel. 

Analysen zeigen jedoch: Der Erfolg eines Running Backs korreliert stark mit der Qualität der Offensive Line beziehungsweise mit dem Erfolg des Schemes. Bedeutet: Ein guter Running Back in einem schlechten Scheme und hinter einer schwächeren Offensive Line schafft weniger als ein schwächerer Running Back in einem guten Scheme und hinter einer guten Offensive Line. 

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Die O-Line der Steelers landete vergangene Saison auf Platz 31 im Run-Blocking-Ranking von "PFF". 51 Spieler sammelten letzte Saison über 100 Carries. Benny Snell, Running Back der Steelers, holte durchschnittlich 1,4 Yards vor dem Contact mit einem Gegenspieler (ein gutes Indiz dafür, wie gut die Offensive Line blockt) raus. Platz 51 von 51. 

Harris dürfte also keine Wunderlösung für die Offensive der Steelers sein. Es wirkt eher wie ein Pflaster auf einem Knochenbruch. 

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Weiter Weg in den Super Bowl

Wie genau das Offensiv-Konzept des neuen Offensive Coordinators Matt Canada in der kommenden Saison aussehen wird, bleibt abzuwarten. Ihm muss es gelingen, das Laufspiel und Passspiel mehr Hand in Hand agieren und aufeinander aufbauen, anstatt nur auf Big Ben zu setzen und es gelegentlich einzustreuen. 

Die Steelers dürften auch kommende Saison eine gute bis sehr gute Defensive stellen. Der Erfolg des Teams steht und fällt jedoch mit Roethlisberger. Gelingt es ihm nicht, zurück zu alter Form zu finden, könnten die Steelers die Entscheidung, in "Luxus-Picks" zu investieren, schnell bereuen. Und dann stehen sie ganz schnell Irgendwo im Nirgendwo. 

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