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Fußball

Bundesliga: Anstoßzeiten, Bundesliga-Pass, echtes Financial Fairplay - die Pläne der neuen DFL-Bosse

  • Aktualisiert: 06.07.2023
  • 22:04 Uhr
  • ran.de
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© Getty Images
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Kurz nach ihrem Dienstantritt präsentieren die beiden neuen DFL-Geschäftsführer Marc Lenz und Steffen Merkel ihre Ideen für die Zukunft des deutschen Liga-Fußballs. Fragen nach der Krise in der DFL gehen sie aber aus dem Weg.

Aus Frankfurt berichtet Martin Volkmar

"Lenz & Merkel - klingt nach Vorabendserie", titelte die "Süddeutsche Zeitung" nach der Bekanntgabe der neuen DFL-Geschäftsführer vor rund einem Monat. 

Die Assoziation ist tatsächlich naheliegend, zumal kein Fußball-Fan Marc Lenz und Steffen Merkel auf der Straße oder im Stadion erkennen würde. Zwar sind die beiden ehemaligen Unternehmensberater schon seit mehreren Jahren für den Liga-Verband tätig, aber bis zur Ernennung agierten sie eben nur in der zweiten Reihe. 

Doch nach den Absagen von Bundesliga-Kandidaten wie den beiden vorherigen Interimsbossen Axel Hellmann und Oliver Leki sowie dem neuen Bayern-Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen stehen nun Lenz und Merkel seit Montag offiziell an der DFL-Spitze. 

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Keine Aussagen zur Zerreißprobe in der Liga 

Daher luden sie am Tag vier eine kleine Zahl ausgewählter Journalisten zur Präsentation ihrer Ideen in die Frankfurter Zentrale und referierten rund 50 Minuten – allerdings ohne danach zitierfähige Aussagen zur Zerreißprobe zwischen erster und zweiter Liga nach dem gescheiterten Investorenprozess zuzulassen.  

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Somit blieb auch weitgehend offen, wie die neuen Bosse den zerstrittenen Profifußball aus seiner tiefen Krise führen wollen. Wobei Merkel auch einem zu negativen Eindruck widersprach: "Berichte über eine sanierungsbedürftige oder dysfunktionale DFL haben mit der Realität nichts zu tun." 

Gleichwohl stehe die Liga in "bewegten Zeiten" vor zahlreichen Herausforderungen, gab Lenz zu: "Wir müssen schnell agieren, um die Weichen zu stellen. Wir haben keine Warmlaufphase." 

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Diese Punkte wollen die beiden Bosse angehen: 

  • Anstoßzeiten 

Eine weitere Zerstückelung der Spieltage in erster und zweiter Liga soll es laut Merkel bei der Ausschreibung der neuen TV-Rechte ab 2025 nicht geben. Somit bliebe es bei den bekannten Terminen und Uhrzeiten an Freitag, Samstag und Sonntag. 

Eine Wiedereinführung eines Montagabendspiels steht also weiter auf dem Index. Ebenso frühere Anstoßzeiten zur Mittagszeit wie in England, Italien und Spanien, um die Partien dadurch in außereuropäischen Märkten attraktiver zu machen.  

  • Financial Fairplay 

Lenz verlangte von den deutschen Klubs ein "rationales Finanzgebaren im Vergleich zum Ausland", auch die "50+1"-Regel soll nicht in Frage gestellt werden. Deshalb wollen sich die Bundesliga-Vertreter in den UEFA-Gremien – derzeit Hans-Joachim Watzke, Hellmann und Lenz – nachdrücklich für die Einführung eines "echten" Financial Fairplay einsetzen. 

Damit soll zumindest mittelfristig die Chancengleichheit gegenüber Vereinen wie FC Barcelona, Manchester City oder Paris St. Germain erhöht werden, die bislang weitgehend ohne Bestrafung nicht vorhandene oder von Staatsunternehmen endlos zugeführte Millionen ausgeben durften.

Langfristig strebt die DFL mit Blick auf die explodierenden Ausgaben eine Kostenobergrenze im europäischen Fußball an.

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  • Bundesliga-Medienplattform 

"Die Etablierung einer Bundesliga-Plattform ist zentral", sagte Lenz: "Das werden wir definitiv angehen." 

Dies muss nun ohne die ursprünglich von externen Geldgebern vorgesehenen Summen geschehen. Dennoch stehen einige Millionen zur Verfügung, die von den 36 Klubs kommen müssen. 

Eine solche digitale Plattform mit einem Liga-Pass analog zu den großen US-Ligen als wesentlichem Element soll zunächst für ausländische Märkte errichtet werden, in denen die DFL keine vernünftigen Angebote erhält und zu wenig präsent ist. 

Dadurch könnte man international zudem Druck auf die Konkurrenz aus anderen europäischen Topligen machen, um so die im Vergleich zur Premier League sehr geringen Einnahmen von knapp 200 Millionen Euro aus der globalen Vermarktung signifikant zu erhöhen. 

In dem Zuge soll auch mehr Wert auf den weltweiten Rechteschutz und die Absicherung vor Piraterie gelegt werden. 

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  • TV-Rechtevergabe 

Derzeit erhält die Liga aus der aktuellen Rechteperiode pro Saison rund 1,1 Milliarden Euro für die Inlandsvermarktung. 30 bis 50 Prozent der Umsatzerlöse der Erst- und Zweitligisten stammen aus diesen Einnahmen und sogar 80 Prozent des DFL-Budgets, referierte der sehr zahlenfeste Merkel.  

Entsprechend wichtig ist die neue Ausschreibung der TV-Rechte von 2025/26 bis 28/29, die bis zur Heim-EM 2024 abgeschlossen sein soll. Allerdings warnte Merkel vor zu hohen Erwartungen der Vereine.

"Es ist nicht das einfachste Umfeld momentan. Aber es gibt weiterhin ein ungebrochen hohes Interesse", erklärte er: "Nach Umsatz ist die Bundesliga die sechstgrößte Liga der Welt nach der Premier League und den vier großen US-Sport-Ligen." 

Geplant ist zukünftig die Abschaffung der sogenannten Single-Buyer-Rule, wonach nicht ein Unternehmen alle Pay-TV-Rechte der Liga kaufen darf. Gibt das Bundeskartellamt, dem das Konzept zur Genehmigung vorliegt, grünes Licht, könnte wieder nur ein Anbieter alle Spiele zeigen. 

"Es mangelt uns nicht an Aufgaben in der nächsten Zeit", bilanzierte Merkel, "aber auch nicht an Ideen."


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