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Erstmals seit 1980 wieder zweitklassig

ranSicht zu Werder Bremen: Ein verdienter Abstieg

  • Aktualisiert: 23.05.2021
  • 13:44 Uhr
  • ran / Christian Stüwe
Article Image Media
© imago images/ULMER Pressebildagentur
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Am letzten Spieltag stürzt Werder Bremen erstmals auf die Abstiegsränge und in die Zweite Liga. Hört sich unglücklich an, ist es aber nicht. Denn der Abstieg ist das Resultat eines jahrelangen Niedergangs, auf den die Grün-Weißen keine Antworten hatten. Ein Kommentar von ran-Autor Christian Stüwe.

München/Bremen - Betrachtet man die Zahlen, könnte man den Abstieg von Werder Bremen tatsächlich als unglücklich bezeichnen.

Nicht ein einziges Mal während der ersten 33 Spieltage stand Werder auf einem direkten Abstiegsplatz, erst am 34. und letzten stürzten die Bremer dann auf Rang 17 und in die Zweite Liga. Hört sich nach Pech an.

Betrachtet man aber die Umstände, ist der Bremer Abstieg absolut verdient und vielleicht sogar überfällig.

Denn er ist das Resultat eines jahrelangen Niedergangs, auf den der Verein nicht richtig reagierte oder reagieren konnte. Schon die letzte Saison war historisch schlecht, die Bremer retteten sich nur durch zwei glückliche Unentschieden und die Auswärtstorregel in der Relegation gegen Heidenheim.

Zu einem echten Umbruch führte das nicht, weder auf der Trainerposition, noch in der Mannschaft. Als die Verantwortlichen letzte Woche Florian Kohfeldt entließen, war es bereits zu spät.

Denn Werder befand sich schon länger im freien Fall. Nach dem 2:0 bei Arminia Bielefeld im Nachholspiel Mitte März lagen die Grün-Weißen auf dem 12. Tabellenplatz und hatten elf Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang, in den darauffolgenden zehn Spielen holten die Bremer dann nur noch einen mageren Zähler und spielten wie Absteiger.

Der verzweifelte Versuch, Thomas Schaaf für das letzte Spiel als Trainer zu installieren, konnte diesen Negativlauf nicht mehr stoppen.

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Die glorreichen Zeiten sind lange her

Stattdessen wurde mit Schaaf nun auch noch eine absolute Vereinslegende in den Abstieg verwickelt, was die Sache noch trauriger macht.

Als Spieler und Trainer erlebte Schaaf Zeiten in Bremen, in denen Werder ein echter Gegenspieler für den großen FC Bayern war. In der ewigen Tabelle der Bundesliga liegen die Bremer auf Rang drei, hinter Dortmund und den Münchnern.

Das Bundesliga-Gründungsmitglied stieg nur ein einziges Mal ab und war seit 1980 dauerhaft in der höchsten Spielklasse vertreten. Keine Frage, Werder Bremen wird nicht nur von den eigenen Fans sehr vermisst werden!

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Und doch ist der Abstieg kein Drama, sondern das Resultat einer jahrelangen Fehlentwicklung. Etwa um 2010 herum ging den Verantwortlichen das glückliche Händchen auf dem Transfermarkt verloren, die Qualität in der Mannschaft nahm seitdem stetig ab.

Die Qualifikation für die Champions League und das europäische Geschäft war keine Selbstverständlichkeit mehr. Dadurch gingen die Einnahmen zurück, Werder musste kleinere Brötchen backen. Nachdem der Abstieg in den letzten Jahren noch mehrfach mit etwas Glück vermieden wurde, ist er nun die fast logische Folge der letzten Jahre.

Die große Frage wird nun sein, wie Werder auf den Abstieg reagiert.

Geschäftsführer Frank Baumann hat den direkten Wiederaufstieg als Ziel ausgegeben, aber einfach wird das in einer mit Traditionsvereinen gespickten Zweiten Liga sicher nicht. Zumal die Bremer Geldsorgen haben und die Einnahmen in der Zweiten Liga sinken.

Werder muss nun die Situation annehmen, eine für den Wiederaufstieg geeignete Mannschaft zusammenstellen, neue Konzepte und Ideen entwickeln, damit sich der Niedergang nicht auch eine Liga tiefer fortsetzt. Sollte dies gelingen, könnte der Tiefpunkt zur Wendemarke einer jahrelangen Fehlentwicklung werden.

Und dann hätte der verdiente Abstieg vielleicht doch noch etwas Gutes.

Christian Stüwe

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