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Champions League

Bayern-Gala in London: Es hätte auch in die Hose gehen können

  • Aktualisiert: 02.10.2019
  • 17:15 Uhr
  • ran.de/Carolin Blüchel
Article Image Media
© 2019 Getty Images
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Der FC Bayern München hat mit dem 7:2-Erfolg im zweiten Gruppenspiel der Champions League bei Tottenham Hotspur ein Ausrufezeichen gesetzt. Doch ohne Manuel Neuers Weltklasseparaden in der ersten Halbzeit hätten die Schlagzeilen wohl ganz anders ausgesehen. 

München - Die Lobeshymnen nach dem spektakulären 7:2 der Bayern beim Vorjahresfinalisten Tottenham Hotspur wollten überhaupt kein Ende mehr nehmen: Gnabrys Viererpack, Lewandowskis Effektivität, Neuers Paraden - es war ein denkwürdiger Champions-League-Abend in London.

Trainer Niko Kovac sprach von einer "Sternstunde", Karl-Heinz Rummenigge von einem "historischen Tag". Der Bayern-Boss platzte schier vor Stolz. Er spürte wohl auch Genugtuung. Niemand habe jetzt mehr Zweifel, dass der FC Bayern auch mit hoch gehandelten Premier-League-Mannschaften mithalten könne. 

Sieben zu zwei! Ja, es war ein Statement. Die Wiederauferstehung des deutschen Vereinsfußballs in der Königsklasse. Ein "Ausrufezeichen", wie es Manuel Neuer nannte. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass in der ersten guten halben Stunde ein fettes Fragezeichen hinter einem möglichen Bayern-Sieg stand. 

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Schwächen im Umschaltspiel, behäbige Abwehr

Zu sehr hatten die Münchner mit dem temporeichen und sehr körperlichen Spiel der Spurs zu kämpfen: Auf jeden Ballverlust im Mittelfeld - und davon gab es viele - folgten Großchancen für Tottenhams schnelle Angreifer Harry Kane, Dele Alli und Heung-min Son.

Die Bayern waren mit dem Umschaltspiel schlichtweg überfordert. Auf der Doppel-Sechs übernahm weder Joshua Kimmich noch Corentin Tolisso die Rolle des tiefer stehenden Ausputzers, wodurch zu viele Löcher entstanden. Und die Abwehrkette machte ohne den verletzten Lucas Hernandez einen eher behäbigen Eindruck.

Erschwerend kam hinzu, dass sich David Alaba, gerade wiedergenesen nach überstandenem Muskelfaserriss, eine Rippe prellte und sich mit entsprechenden Schmerzen in der Brust in die Halbzeit schleppte. 

Kimmich: Glückliche Halbzeitführung

Dass in diesen 35 Minuten nur Son einen fatalen Tolisso-Patzer zur 1:0-Führung (12.) ausnutzte, war einzig und allein Neuers Verdienst. Deutschlands Nummer eins packte - wie in besten Zeiten - eine Weltklasse-Parade nach der anderen aus: zweimal gegen Son (6./10.), einmal gegen Tanguy Ndombele (26.). Dazu noch Son mit einem Kabinettstückchen nach Harakiri-Rückpass von Jerome Boateng ausgetanzt.

"Wir sind relativ glücklich in die Pause gekommen, mit einem 2:1. Das hat nicht so ganz den Spielverlauf der ersten Halbzeit wiedergegeben", so Kimmichs treffende Analyse bei "DAZN". Deutlicher ausgedrückt: Auch über ein 2:4 zur Halbzeit hätte sich bei Bayern niemand wundern dürfen.

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Gnabrys Doppelpack bricht die Moral

Erst mit Lewandowskis Zauberschuss zum 2:1 Sekunden vor dem Pausenpfiff wendete sich das Blatt. Mit Gnabrys Doppelpack binnen zwei Minuten brach dann auch die Moral bei den Spurs.

Um das Unmögliche noch möglich zu machen, sah sich Tottenham-Coach Mauricio Pochettino schließlich gezwungen, mit Harry Winks seinen letzten defensiven Mittelfeldspieler zu opfern und "all in" zu gehen. Dieser Wechsel und die damit entstandenen Räume ebneten erst den Weg für die letzten drei Bayern-Treffer. Drei Tore, die den Sieg in London in einem etwas zu glamourösen Licht erscheinen lassen.

Natürlich kann ein solcher Erfolg die Initialzündung für eine - auch international - erfolgreiche Saison sein. Die Bayern dürften aber auch wissen, dass Lobeshymnen sehr schnell in Schmähgesänge umschlagen, wenn sie aus diesem Sieg nicht die richtigen Schlüsse ziehen.

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