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Champions League

FC Bayern: Darum ist Atletico Madrid der "ekligste" Gegner

  • Aktualisiert: 15.04.2016
  • 17:26 Uhr
  • ran.de/ Alessa-Luisa Naujoks
Article Image Media
© 2016 Getty Images
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Viele Bayern-Fans erwarteten ein Duell mit Manchester City im Halbfinale der Champions League. Doch es kommt anders. Atletico Madrid heißt der Gegner - und ist womöglich das schwerste Los von allen.

München - Für den FC Bayern München geht am 27. April die Halbfinal-Reise in der Champions League nach Madrid. Doch statt einer möglichen Revanche für die bittere Pleite gegen Real 2014 erwartet den Rekordmeister ein Duell mit Atletico. Es ist womöglich das schwerste Los von allen. 

Schon der FC Barcelona hat zu spüren bekommen, dass man die "Rojiblancos" nicht unterschätzen darf. Mit einem 1:2 im Camp Nou und dem starken 2:0-Sieg im Rückspiel setzte sich Atleti gegen den Titelverteidiger durch.

Ein Paukenschlag! Das Team verfügt zwar nicht über die individuelle Klasse wie der FC Barcelona oder auch der FC Bayern München, der Schlüssel zum Erfolg liegt bei den Spaniern aber in ihrer Mentalität: dem starken Teamgeist und ihrer leidenschaftlichen Kampfbereitschaft.

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Atletico ist Meister im Verteidigen

Für die Münchner wird die größte Herausforderung wohl darin liegen, Atleticos Defensive zu knacken. Ein Blick auf die Statistiken zeigt: Die Abwehrarbeit der Madrilenen ist meisterlich. Gegen Barcelona blieb das Team von Coach Diego Simeone nicht umsonst ohne Gegentor. Denn: Atletico ist zwölf Kilometer mehr gelaufen, ließ Lionel Messi kein einziges Mal im Strafraum an den Ball und konnte insgesamt bei zwölf der vergangenen 14 Heimspielen in der Königsklasse die Null halten.

Atleticos Viererkette strahlt Sicherheit aus und macht dem Gegner das Leben schwer. Ein zentraler Faktor ist Abwehr-Chef Diego Godin. Stand der Innenverteidiger in der Königsklasse auf dem Platz, blieben die "Rojiblancos" bisher in 18 von 36 Champions-League-Spielen ohne gegnerischen Treffer. In der spanischen Liga ist Atleti sogar seit der Saison 2012/2013 das Team mit den wenigsten Gegentreffern - vor Barcelona und Real.

Bayern-Abwehr muss Griezmann stoppen

Damit ist schon jetzt klar: Die Bayern erwartet im Calderon ein defensives Bollwerk. Das gesamte Team in rot-weiß wird Abwehrarbeit leisten - auch Stürmer Antoine Griezmann und Fernando Torres nicht ausgenommen. Unweigerlich werden die Münchner wohl ihren geliebten Ballbesitz bekommen, während Atleti auf Konterchancen lauert. 

Dabei muss vor allem Antoine Griezmann gestoppt werden, denn der Franzose befindet sich derzeit wieder in Top-Form. In den vergangenen zehn Spielen schoss er neun Tore, mit sechs Treffern und einer Vorlage in der laufenden Champions-League-Saison ist er Atleticos Top-Scorer.

Zudem kommt Fernando Torres nach seiner Rotsperre zurück und ist immer für Tore gut - besonders für so wichtige wie im Viertelfinal-Hinspiel im Camp Nou.

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Atleti bekannt für Siege in den wichtigen Spielen

"Wir wollen ein gutes Ergebnis aus dem Hinspiel mit nach München bringen. Im Estadio Vicente Calderon ist eine super Stimmung, aber wir haben genug Erfahrung", erklärt Bayerns Mittelfeld-Ass Xabi Alonso nach der Auslosung.

Erfahrung hin oder her, für deutsche Klubs war das Calderon zuletzt kein gutes Pflaster. Atletico blieb vor heimischem Publikum in den vergangenen fünf Spielen gegen Bundesliga-Vertreter ungeschlagen.

Insgesamt stehen in der aktuellen Spielzeit der Königsklasse fünf Siege, drei Unentschieden und zwei Niederlagen auf dem Konto der Madrilenen - keine Top-Bilanz. Dennoch gelang es Coach Diego Simeone, den Klub über starke Ergebnisse in den wichtigen Spielen ins Halbfinale zu führen.

Auch gegen Bayern wird Simeone "brennen"

Der Argentinier ist der Erfolgsmacher. Seitdem er 2011 das Team übernommen hat, muss man Atletico mit zu den (Geheim-)Favoriten zählen. Die Höhepunkte seiner Amtszeit waren nach dem Titel in der Europa League (2012) und dem spanischen Pokalsieg (2013) der Erfolg in der spanischen Meisterschaft und der Einzug ins Champions-League-Finale vor knapp zwei Jahren. 

Trotz seiner überzeugenden Leistung als Trainer muss Diego Simeone aber auch immer wieder Kritik einstecken. Mit seiner oftmals überengagierten Art und Weise, vom Spielfeldrand Einfluss auf das Geschehen zu nehmen, sammelt der 45-Jährige nicht nur Sympathiepunkte. An Einsatz mangelt es ihm jedoch nie: Simeone gibt stets 110 Prozent, verlangt gleiches aber auch von seiner Mannschaft. 

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Erfolgreiche Nachwuchsarbeit macht Atleti stark

Auch wenn hinter dem 2:0-Erfolg über Barcelona etwas Glück steckte, zählt Atletico nicht unverdient zu den besten vier Klubs Europas. Seit den ersten großen Erfolgen unter Simeone 2012 bzw. 2013 kann das Team sein Top-Niveau halten. Eine bemerkenswerte Leistung - vor allem, da dem Klub immer wieder die Top-Stars weggekauft werden.

David De Gea, Arda Turan, Kun Agüero, Diego Costa - die Liste der heutigen Stars mit Atletico-Vergangenheit ist lang. Dennoch brach der Klub nie auseinander, alle Abgänge konnten ersetzt werden und damit nicht genug: Atleti zauberte immer wieder das nächste Talent aus dem Hut. Mit ihrer Talentschmiede haben die "Rojiblancos" dem FC Bayern derzeit etwas voraus. 

In die beiden Duelle (am 27. April und 3. Mai) geht der FC Bayern trotzdem als Favorit. "Ich glaube, es ist sehr eklig gegen Atletico zu spielen", befürchtete Manuel Neuer schon vor der Auslosung und hätte das Duell wohl gerne vermieden. Nun ist Taktikfuchs Pep Guardiola gefragt einen Weg zu finden, wie Bayern Atletis Mauer brechen kann.

Und ob eklig oder nicht, am Ende zählt für die Bayern doch nur der Finaleinzug.

Alessa-Luisa Naujoks


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