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FC Bayern: Locker weiter, aber nicht sorgenfrei

  • Aktualisiert: 12.03.2014
  • 18:15 Uhr
  • SID
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© Getty
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Bayern München hat zum 14. Mal das Viertelfinale der Champions League erreicht. Obwohl Gegner Arsenal nicht die ganz große Hürde war: Ein glanzvoller Abend war es nicht.

München - Die Abwechslung für Uli Hoeneß fiel ungewohnt glanzlos aus. Doch "das Wie interessiert ab Morgen keinen mehr. Wir sind weiter, nur das zählt", sagte Nationalspieler Thomas Müller nach dem 1:1 (0:0) von Bayern München gegen den FC Arsenal gelassen. Der Bundesliga-Dominator lieferte im Achtelfinale der Champions League nach dem 2:0 im Hinspiel diesmal nicht die große Show, sein Zwischenziel auf dem historischen Weg zur "Triple-Verteidigung" erreichte der FC Bayern aber trotzdem locker.

Der 14. Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse stand ganz im Zeichen von Hoeneß, der trotz seines Steuerprozesses in die Allianz Arena gekommen war und dort wie gewohnt jubelte. "Wir haben vor dem Spiel gesagt, dass wir auch für unseren Präsidenten weiterkommen wollen. Er ist immer für uns da, wenn einer Unterstützung braucht. Jetzt wollten wir auch für ihn da sein", unterstrich Superstar Arjen Robben.

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"Ja, ich habe für Uli gejubelt"

Dies machte auch Torschütze Bastian Schweinsteiger mit einer eindeutigen Geste in Richtung VIP-Tribüne deutlich. Erst schlug er sich nach seinem Treffer (54.) mit der Hand auf das Bayern-Emblem am Trikot, dann zeigte er mit dem Zeigefinger nach oben. "Ja, ich habe für Uli gejubelt", sagte der 29-Jährige der Bild - und Torwart Manuel Neuer ergänzte bei Sky: "Wir wissen, dass wir ihm mit dem Weiterkommen eine Freude machen."

Inwieweit der Präsident des Fußball-Rekordmeisters Freude am Spiel der Münchner hatte, ist nicht überliefert. Eine Tor-Gala wie zuletzt oft in der Liga gab es diesmal nicht zu bewundern. Doch das interessierte Trainer Pep Guardiola nur am Rande - zumal für Arsenal um den schwachen und heftig kritisierten Mesut Özil, vom Telegraph als "personifizierte Gleichgültigkeit" verspottet, nur noch der Ausgleich durch Lukas Podolski (57.) heraussprang.

"Wir haben sehr intelligent gespielt. Nach dem 1:1 hatten wir für 15 Minuten ein paar Probleme, aber keine großen. Wir sind zufrieden, alles gut", fasste Guardiola das unspektakuläre Geschehen auf dem Rasen zusammen. Dass Müller in der Nachspielzeit einen Foulelfmeter verschoss - vergeben und vergessen.

Kaiser: Real auf Augenhöhe

Vielmehr war von Interesse, gegen wen die Bayern nun in der Runde der letzten Acht am 21. März gelost werden. Einen Wunschgegner gibt es laut Robben angeblich nicht: "Da stehen acht Top-Mannschaften. Das wird schön." Sky-Experte Franz Beckenbauer sieht ohnehin nur einen ernsthaften Gegner für seine Münchner - und das ist Real Madrid: "Sie sind individuell so stark. Sie haben Ronaldo, Benzema und und und. Sie sind die Einzigen, die im Moment die Bayern gefährden können."

Die Bayern könnten sich aber auch selbst gefährden, indem sie wie in der zweiten Hälfte "zu viele Fehler machen", wie Lahm einräumte - oder wie einige Male nicht besonders zielstrebig agieren. Da wurde der Ball immer wieder quer gespielt, anstatt abzuschließen.

Beckenbauer schwant schon Böses. "Wenn das die Philosophie ist, dann werden wir noch unsere Freude haben. Dann werden sie wahrscheinlich irgendwann so spielen wie Barcelona, wo du nicht mehr hinschauen kannst, weil sie auch auf der Torlinie den Ball noch rückwärts spielen", sagte der "Kaiser".

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"Es ist besser, nichts zu sagen."

Es droht aber auch aus einer anderen Richtung Ungemach. Noch herrscht angesichts der großen Konkurrenz im Münchner Luxus-Kader Ruhe. Doch Müller, der sich wie Toni Kroos, Rafinha oder Jerome Boateng diesmal zunächst auf der Bank wiederfand, deutete schon an, dass ihm diese Situation missfällt: "Es ist besser, dazu nichts zu sagen."

Schweinsteiger ("Ich komme immer besser in Tritt"), diesmal Nutznießer von Guardiolas Personal-Puzzle, ist aber überzeugt, "dass es in der Mannschaft keinen Ärger geben wird". Für den Bayern-Coach, dem derzeit bis auf Holger Badstuber alle Stars zur Verfügung stehen, wird es nun Woche für Woche schwierig(er), die richtigen Entscheidungen zu treffen. Alle hätten es "verdient zu spielen, weil ich sie jeden Tag sehe, wie sie trainieren und das ist überragend. Es tut mir leid für sie."

Diesmal habe er sich eben für Kontrolle und Ballbesitz und deshalb für Schweinsteiger entschieden. Der sei zwar noch "nicht fit. Aber heute habe ich ihn gebraucht".

Bayern: Das Geld stimmt

Egal, wie weit die Bayern noch kommen in der Königsklasse, finanziell sieht es rosig aus. Der deutsche Fußball-Rekordmeister hat im bisherigen Wettbewerb bereits 32,66 Millionen Euro an Startgeld und Prämien eingenommen. Dazu kommen noch die Zuschauereinnahmen aus bisher vier Heimspielen in Höhe von rund zehn Millionen Euro. 

Die Antrittsgage der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hatte 8,6 Millionen Euro betragen. Dazu spielte das Team von Trainer Pep Guardiola 3,5 Millionen für den Einzug ins Achtelfinale, 3,9 Millionen für das Erreichen des Viertelfinales und Punktprämien in der Gruppenphase von 5 Millionen ein.

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Weitere Zahlungen winken

Der FC Bayern erhielt zudem bislang 11,66 Millionen aus dem Marktpool. Daraus stehen im weiteren Saisonverlauf noch 29,15 Millionen Euro zur Verfügung, die unter den vier deutschen Teilnehmern je nach Abschneiden verteilt werden.

Zudem gibt es im Erfolgsfall weitere Prämien: Für das Erreichen des Halbfinales fließen 4,9 Millionen Euro in die Klubkasse, die Teilnahme am Endspiel am 24. Mai in Lissabon bringt zusätzlich 6,5 Millionen, der Sieger erhält sogar 10,5 Millionen Euro.

In der vergangenen Saison hatte der FC Bayern mit seinem fünften Triumph in der Champions League 55,05 Millionen Euro (ohne Zuschauereinnahmen) abgeräumt.


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