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DFB-Pokal: Duell unter Freunden? Was den FC Bayern und den VfL Bochum verbindet


                <strong>VfL Bochum - FC Bayern München</strong><br>
                Mit dem VfL Bochum und dem FC Bayern treffen an diesem Abend im DFB-Pokal zwei Klubs aufeinander, die sich unterscheiden wie Tiki-Taka und "hoch und weit". Verknappt könnte man sagen: Münchner Schickeria trifft auf Bochumer Malocher. Während sich die Bayern gerne mit ihrem prall gefüllten Festgeldkonto schmücken, rief Sport-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz in Bochum vor dem Duell den "Existenzkampf" beim angeschlagenen Zweitligisten aus. Trotz der Unterschiede verbindet die beiden Vereine ein besonderes Band. ran.de zeigt euch die Gemeinsamkeiten.  
VfL Bochum - FC Bayern München
Mit dem VfL Bochum und dem FC Bayern treffen an diesem Abend im DFB-Pokal zwei Klubs aufeinander, die sich unterscheiden wie Tiki-Taka und "hoch und weit". Verknappt könnte man sagen: Münchner Schickeria trifft auf Bochumer Malocher. Während sich die Bayern gerne mit ihrem prall gefüllten Festgeldkonto schmücken, rief Sport-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz in Bochum vor dem Duell den "Existenzkampf" beim angeschlagenen Zweitligisten aus. Trotz der Unterschiede verbindet die beiden Vereine ein besonderes Band. ran.de zeigt euch die Gemeinsamkeiten.  
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                <strong>Fanfreundschaft</strong><br>
                Spieler und Funktionäre gehen, aber die Fans bleiben. Das ist auch der Grund dafür, warum das Pokalduell zwischen Bochum und Bayern ein besonderes ist. Die Anhänger der beiden Klubs pflegen eine Fanfreundschaft, wie sie es in Deutschland nur noch selten gibt. Sie begann 1973 mit einem Akt der Zivilcourage. Als nach dem Spiel Gastspiel der Bayern in Bochum die mitgereisten Münchner Fans von Bochumern angegriffen wurden, eilte der Fanklub "Bochumer Jungen" zur Rettung und beschützte die Bayern-Anhänger ...
Fanfreundschaft
Spieler und Funktionäre gehen, aber die Fans bleiben. Das ist auch der Grund dafür, warum das Pokalduell zwischen Bochum und Bayern ein besonderes ist. Die Anhänger der beiden Klubs pflegen eine Fanfreundschaft, wie sie es in Deutschland nur noch selten gibt. Sie begann 1973 mit einem Akt der Zivilcourage. Als nach dem Spiel Gastspiel der Bayern in Bochum die mitgereisten Münchner Fans von Bochumern angegriffen wurden, eilte der Fanklub "Bochumer Jungen" zur Rettung und beschützte die Bayern-Anhänger ...
© imago images/Sven Simon

                <strong>Fanfreundschaft</strong><br>
                ... der abgewehrte Angriff wurde danach mit Bier in der Kneipe "Beckporte" begossen. Damit nicht genug: Als Dank für ihren Wagemut durften die Bochumer beim Rückspiel in München mit einem Banner durchs Olympiastadion ziehen. Das Freundschaftsband war geknüpft. Zwar hatte die Beziehung ihre Aufs und Abs, doch heute ist die Fanfreundschaft wieder sehr aktiv. Am Wochenende gratulierten die Bayern-Fans den Bochumer Ultras zum 20-jährigen Bestehen.
Fanfreundschaft
... der abgewehrte Angriff wurde danach mit Bier in der Kneipe "Beckporte" begossen. Damit nicht genug: Als Dank für ihren Wagemut durften die Bochumer beim Rückspiel in München mit einem Banner durchs Olympiastadion ziehen. Das Freundschaftsband war geknüpft. Zwar hatte die Beziehung ihre Aufs und Abs, doch heute ist die Fanfreundschaft wieder sehr aktiv. Am Wochenende gratulierten die Bayern-Fans den Bochumer Ultras zum 20-jährigen Bestehen.
© 2011 Getty Images

                <strong>Leon Goretzka</strong><br>
                Nicht nur die Fans wird das Pokalspiel sehr bewegen. Für Bayern-Profi Leon Goretzka ist es die Rückkehr zu seinen fußballerischen Wurzeln. Der Mittelfeldspieler ist in der Bochumer Jugend groß geworden, wechselte erst 2013, nach zwölf Jahren im Verein, zum FC Schalke 04. Einige Fans nahmen ihm diesen Schritt zum Ruhrpott-Rivalen übel, doch es war eine Entscheidung, von der auch der VfL damals profitierte. Das wurde bekannt, als der Klub eine Art Liebesbrief an Goretzka verfasste, nachdem dieser bei seiner Ehrung zum "Tor des Monats" gesagt hatte, er wolle seinem Jugendverein etwas zurückgeben.
Leon Goretzka
Nicht nur die Fans wird das Pokalspiel sehr bewegen. Für Bayern-Profi Leon Goretzka ist es die Rückkehr zu seinen fußballerischen Wurzeln. Der Mittelfeldspieler ist in der Bochumer Jugend groß geworden, wechselte erst 2013, nach zwölf Jahren im Verein, zum FC Schalke 04. Einige Fans nahmen ihm diesen Schritt zum Ruhrpott-Rivalen übel, doch es war eine Entscheidung, von der auch der VfL damals profitierte. Das wurde bekannt, als der Klub eine Art Liebesbrief an Goretzka verfasste, nachdem dieser bei seiner Ehrung zum "Tor des Monats" gesagt hatte, er wolle seinem Jugendverein etwas zurückgeben.
© 2012 Getty Images

                <strong>Leon Goretzka</strong><br>
                In dem Brief heißt es zu Goretzkas Wechsel: "Der VfL steckte zu dieser Zeit in einer seiner schwersten finanziellen Krisen. Und auch wenn die Worte für einen bescheidenen Menschen wie dich etwas groß wirken mögen: Du hast den VfL damals sozusagen im Alleingang finanziell gerettet. Und das werden wir an der Castroper Straße niemals vergessen." Der Empfang für Goretzka im Ruhrstadion dürfte entsprechend warmherzig werden. Nach einer siebenwöchigen Verletzung hat ihm Bayern-Trainer Niko Kovac einen Einsatz in Aussicht gestellt. Goretzka ist zurzeit der einzige Bochumer Botschafter im Münchner Kader, aber auf der anderen Seite sieht es anders aus …
Leon Goretzka
In dem Brief heißt es zu Goretzkas Wechsel: "Der VfL steckte zu dieser Zeit in einer seiner schwersten finanziellen Krisen. Und auch wenn die Worte für einen bescheidenen Menschen wie dich etwas groß wirken mögen: Du hast den VfL damals sozusagen im Alleingang finanziell gerettet. Und das werden wir an der Castroper Straße niemals vergessen." Der Empfang für Goretzka im Ruhrstadion dürfte entsprechend warmherzig werden. Nach einer siebenwöchigen Verletzung hat ihm Bayern-Trainer Niko Kovac einen Einsatz in Aussicht gestellt. Goretzka ist zurzeit der einzige Bochumer Botschafter im Münchner Kader, aber auf der anderen Seite sieht es anders aus …
© 2019 Getty Images

                <strong>Die bayerischen Bochumer</strong><br>
                … denn mit Manuel Wintzheimer (rechts im Bild) und Stefano Celozzi sind zwei Spieler im Bochumer Kader vertreten, die eine Vergangenheit beim FC Bayern haben. Mittelstürmer Wintzheimer spielte ab der B-Jugend bei den Münchnern, schaffte den Sprung zu den Profis aber nicht. Für den Angreifer ging es deswegen nach Hamburg, wo er sich aber auch nicht durchsetzen konnte. An den VfL Bochum ist er zurzeit ausgeliehen, über Kurzeinsätze kam er aber noch nicht hinaus. Ähnlich wie Wintzheimer erging es Milos Pantovic. Elf Jahre spielte er für die Münchner, doch der Schritt zu den Profis war zu groß für ihn. 2018 ging der Flügelspieler nach Bochum. Seither lief er 25 Mal im Bochumer Trikot auf. 
Die bayerischen Bochumer
… denn mit Manuel Wintzheimer (rechts im Bild) und Stefano Celozzi sind zwei Spieler im Bochumer Kader vertreten, die eine Vergangenheit beim FC Bayern haben. Mittelstürmer Wintzheimer spielte ab der B-Jugend bei den Münchnern, schaffte den Sprung zu den Profis aber nicht. Für den Angreifer ging es deswegen nach Hamburg, wo er sich aber auch nicht durchsetzen konnte. An den VfL Bochum ist er zurzeit ausgeliehen, über Kurzeinsätze kam er aber noch nicht hinaus. Ähnlich wie Wintzheimer erging es Milos Pantovic. Elf Jahre spielte er für die Münchner, doch der Schritt zu den Profis war zu groß für ihn. 2018 ging der Flügelspieler nach Bochum. Seither lief er 25 Mal im Bochumer Trikot auf. 
© 2019 Getty Images

                <strong>Die bayerischen Bochumer</strong><br>
                Celozzi spielte drei Jahre für Bayern II, landete nach Stationen in Karlsruhe, Stuttgart und Frankfurt dann beim VfL. In Bochum ist er mittlerweile seit über fünf Jahren. Im Vergleich zu Wintzheimer sind die Chancen des Rechtsverteidigers auf die Startelf deutlich höher.
Die bayerischen Bochumer
Celozzi spielte drei Jahre für Bayern II, landete nach Stationen in Karlsruhe, Stuttgart und Frankfurt dann beim VfL. In Bochum ist er mittlerweile seit über fünf Jahren. Im Vergleich zu Wintzheimer sind die Chancen des Rechtsverteidigers auf die Startelf deutlich höher.
© 2018 Getty Images

                <strong>Blick in die Vergangenheit</strong><br>
                Goretzka, Wintzheimer und Celozzi sind die aktuellen Spieler, die bereits Trikots beider Vereine getragen haben. Doch die ersten sind sie natürlich nicht. Ihre Vorgänger haben teilweise klangvolle Namen, auch wenn sie nicht die größten Karrieren hatten.Der aktuelle Gladbacher Sportdirektor Max Eberl (rechts im Bild) hat seine fußballerische Karriere beim FC Bayern gestartet, dort ab der U17 alle Mannschaften durchlaufen. Für die erste Mannschaft durfte er aber nicht mehr als 45 Minuten sammeln. Eberl ging deswegen nach Bochum, wo er in seinen drei Jahren beim Verein deutlich häufiger auf dem Rasen stand.
Blick in die Vergangenheit
Goretzka, Wintzheimer und Celozzi sind die aktuellen Spieler, die bereits Trikots beider Vereine getragen haben. Doch die ersten sind sie natürlich nicht. Ihre Vorgänger haben teilweise klangvolle Namen, auch wenn sie nicht die größten Karrieren hatten.Der aktuelle Gladbacher Sportdirektor Max Eberl (rechts im Bild) hat seine fußballerische Karriere beim FC Bayern gestartet, dort ab der U17 alle Mannschaften durchlaufen. Für die erste Mannschaft durfte er aber nicht mehr als 45 Minuten sammeln. Eberl ging deswegen nach Bochum, wo er in seinen drei Jahren beim Verein deutlich häufiger auf dem Rasen stand.
© imago/Sportfoto Rudel

                <strong>Blick in die Vergangenheit</strong><br>
                Vahid Hashemian stellte während seiner Zeit beim VfL Bochum regelmäßig seine ausgeprägte Sprungkraft zur Schau. Der iranische Stürmer konnte im Strafraum scheinbar spielend die Gegner übertrumpfen und dann den Ball einköpfen. Diese Fähigkeiten verhalfen ihm zum Spitznamen "Hubschrauber". Sein größter Sprung gelang Hashemian allerdings nicht auf, sondern neben dem Spielfeld, als er im Sommer 2004 aus dem beschaulichen Bochum direkt zum erfolgsverwöhnten FC Bayern wechselte. Der Sprung stellte sich selbst für den "Hubschrauber" Hashemian als zu groß dar. Nach einer Saison und 468 Minuten Spielzeit zog Hashemian weiter. 
Blick in die Vergangenheit
Vahid Hashemian stellte während seiner Zeit beim VfL Bochum regelmäßig seine ausgeprägte Sprungkraft zur Schau. Der iranische Stürmer konnte im Strafraum scheinbar spielend die Gegner übertrumpfen und dann den Ball einköpfen. Diese Fähigkeiten verhalfen ihm zum Spitznamen "Hubschrauber". Sein größter Sprung gelang Hashemian allerdings nicht auf, sondern neben dem Spielfeld, als er im Sommer 2004 aus dem beschaulichen Bochum direkt zum erfolgsverwöhnten FC Bayern wechselte. Der Sprung stellte sich selbst für den "Hubschrauber" Hashemian als zu groß dar. Nach einer Saison und 468 Minuten Spielzeit zog Hashemian weiter. 
© Bongarts

                <strong>Blick in die Vergangenheit</strong><br>
                Deutlich erfolgreicher als Hashemian war Roland Wohlfarth im Bayern-Trikot. Der Stürmer lief in den 80ern und 90ern 332 Mal für die Münchner auf, schoss dabei 155 Tore. Nach einem Zwischenstopp bei St. Etienne spielte er im Endstadium seiner Karriere noch drei Jahre für den VfL Bochum.
Blick in die Vergangenheit
Deutlich erfolgreicher als Hashemian war Roland Wohlfarth im Bayern-Trikot. Der Stürmer lief in den 80ern und 90ern 332 Mal für die Münchner auf, schoss dabei 155 Tore. Nach einem Zwischenstopp bei St. Etienne spielte er im Endstadium seiner Karriere noch drei Jahre für den VfL Bochum.
© Bongarts

                <strong>Der Bochumer Bayer</strong><br>
                Einer, der beide Welten kennt, ist Hermann Gerland. Der gebürtige Bochumer begann seine Fußballkarriere beim VfL, spielte 16 Jahre lang für den Klub. Zunächst als Stürmer, dann als Verteidiger. In seiner aktiven Zeit blieb er dem VfL und dem Ruhrpott treu. Erst als er anschließend Trainer wurde, zog es ihn zu auch anderen Klubs. Beim FC Bayern landete er erstmals 1990 als Trainer der U19. Später übernahm er auch die zweite Mannschaft, wurde Co-Trainer. Die Chefs wechselten, doch Hermann war immer da, ob unter Pep Guardiola, Jupp Heynckes oder Louis van Gaal. Mittlerweile ist der 65-Jährige, den sie ihn München "Tiger" nennen, Leiter der Nachwuchsabteilung. 
Der Bochumer Bayer
Einer, der beide Welten kennt, ist Hermann Gerland. Der gebürtige Bochumer begann seine Fußballkarriere beim VfL, spielte 16 Jahre lang für den Klub. Zunächst als Stürmer, dann als Verteidiger. In seiner aktiven Zeit blieb er dem VfL und dem Ruhrpott treu. Erst als er anschließend Trainer wurde, zog es ihn zu auch anderen Klubs. Beim FC Bayern landete er erstmals 1990 als Trainer der U19. Später übernahm er auch die zweite Mannschaft, wurde Co-Trainer. Die Chefs wechselten, doch Hermann war immer da, ob unter Pep Guardiola, Jupp Heynckes oder Louis van Gaal. Mittlerweile ist der 65-Jährige, den sie ihn München "Tiger" nennen, Leiter der Nachwuchsabteilung. 
© 2014 Getty Images

                <strong>Die Statistik</strong><br>
                Das jüngste Aufeinandertreffen zwischen Bochum und Bayern ist schon drei Jahre her. Auch damals begegneten sich die Klubs im DFB-Pokal, allerdings erst im Viertelfinale. Bayern gewann 3:0, es war der 23 Sieg im 39 Duell. Acht Mal konnten die Bochumer siegen, acht Mal trennte man sich Unentschieden.
Die Statistik
Das jüngste Aufeinandertreffen zwischen Bochum und Bayern ist schon drei Jahre her. Auch damals begegneten sich die Klubs im DFB-Pokal, allerdings erst im Viertelfinale. Bayern gewann 3:0, es war der 23 Sieg im 39 Duell. Acht Mal konnten die Bochumer siegen, acht Mal trennte man sich Unentschieden.
© 2016 Getty Images

                <strong>VfL Bochum - FC Bayern München</strong><br>
                Mit dem VfL Bochum und dem FC Bayern treffen an diesem Abend im DFB-Pokal zwei Klubs aufeinander, die sich unterscheiden wie Tiki-Taka und "hoch und weit". Verknappt könnte man sagen: Münchner Schickeria trifft auf Bochumer Malocher. Während sich die Bayern gerne mit ihrem prall gefüllten Festgeldkonto schmücken, rief Sport-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz in Bochum vor dem Duell den "Existenzkampf" beim angeschlagenen Zweitligisten aus. Trotz der Unterschiede verbindet die beiden Vereine ein besonderes Band. ran.de zeigt euch die Gemeinsamkeiten.  

                <strong>Fanfreundschaft</strong><br>
                Spieler und Funktionäre gehen, aber die Fans bleiben. Das ist auch der Grund dafür, warum das Pokalduell zwischen Bochum und Bayern ein besonderes ist. Die Anhänger der beiden Klubs pflegen eine Fanfreundschaft, wie sie es in Deutschland nur noch selten gibt. Sie begann 1973 mit einem Akt der Zivilcourage. Als nach dem Spiel Gastspiel der Bayern in Bochum die mitgereisten Münchner Fans von Bochumern angegriffen wurden, eilte der Fanklub "Bochumer Jungen" zur Rettung und beschützte die Bayern-Anhänger ...

                <strong>Fanfreundschaft</strong><br>
                ... der abgewehrte Angriff wurde danach mit Bier in der Kneipe "Beckporte" begossen. Damit nicht genug: Als Dank für ihren Wagemut durften die Bochumer beim Rückspiel in München mit einem Banner durchs Olympiastadion ziehen. Das Freundschaftsband war geknüpft. Zwar hatte die Beziehung ihre Aufs und Abs, doch heute ist die Fanfreundschaft wieder sehr aktiv. Am Wochenende gratulierten die Bayern-Fans den Bochumer Ultras zum 20-jährigen Bestehen.

                <strong>Leon Goretzka</strong><br>
                Nicht nur die Fans wird das Pokalspiel sehr bewegen. Für Bayern-Profi Leon Goretzka ist es die Rückkehr zu seinen fußballerischen Wurzeln. Der Mittelfeldspieler ist in der Bochumer Jugend groß geworden, wechselte erst 2013, nach zwölf Jahren im Verein, zum FC Schalke 04. Einige Fans nahmen ihm diesen Schritt zum Ruhrpott-Rivalen übel, doch es war eine Entscheidung, von der auch der VfL damals profitierte. Das wurde bekannt, als der Klub eine Art Liebesbrief an Goretzka verfasste, nachdem dieser bei seiner Ehrung zum "Tor des Monats" gesagt hatte, er wolle seinem Jugendverein etwas zurückgeben.

                <strong>Leon Goretzka</strong><br>
                In dem Brief heißt es zu Goretzkas Wechsel: "Der VfL steckte zu dieser Zeit in einer seiner schwersten finanziellen Krisen. Und auch wenn die Worte für einen bescheidenen Menschen wie dich etwas groß wirken mögen: Du hast den VfL damals sozusagen im Alleingang finanziell gerettet. Und das werden wir an der Castroper Straße niemals vergessen." Der Empfang für Goretzka im Ruhrstadion dürfte entsprechend warmherzig werden. Nach einer siebenwöchigen Verletzung hat ihm Bayern-Trainer Niko Kovac einen Einsatz in Aussicht gestellt. Goretzka ist zurzeit der einzige Bochumer Botschafter im Münchner Kader, aber auf der anderen Seite sieht es anders aus …

                <strong>Die bayerischen Bochumer</strong><br>
                … denn mit Manuel Wintzheimer (rechts im Bild) und Stefano Celozzi sind zwei Spieler im Bochumer Kader vertreten, die eine Vergangenheit beim FC Bayern haben. Mittelstürmer Wintzheimer spielte ab der B-Jugend bei den Münchnern, schaffte den Sprung zu den Profis aber nicht. Für den Angreifer ging es deswegen nach Hamburg, wo er sich aber auch nicht durchsetzen konnte. An den VfL Bochum ist er zurzeit ausgeliehen, über Kurzeinsätze kam er aber noch nicht hinaus. Ähnlich wie Wintzheimer erging es Milos Pantovic. Elf Jahre spielte er für die Münchner, doch der Schritt zu den Profis war zu groß für ihn. 2018 ging der Flügelspieler nach Bochum. Seither lief er 25 Mal im Bochumer Trikot auf. 

                <strong>Die bayerischen Bochumer</strong><br>
                Celozzi spielte drei Jahre für Bayern II, landete nach Stationen in Karlsruhe, Stuttgart und Frankfurt dann beim VfL. In Bochum ist er mittlerweile seit über fünf Jahren. Im Vergleich zu Wintzheimer sind die Chancen des Rechtsverteidigers auf die Startelf deutlich höher.

                <strong>Blick in die Vergangenheit</strong><br>
                Goretzka, Wintzheimer und Celozzi sind die aktuellen Spieler, die bereits Trikots beider Vereine getragen haben. Doch die ersten sind sie natürlich nicht. Ihre Vorgänger haben teilweise klangvolle Namen, auch wenn sie nicht die größten Karrieren hatten.Der aktuelle Gladbacher Sportdirektor Max Eberl (rechts im Bild) hat seine fußballerische Karriere beim FC Bayern gestartet, dort ab der U17 alle Mannschaften durchlaufen. Für die erste Mannschaft durfte er aber nicht mehr als 45 Minuten sammeln. Eberl ging deswegen nach Bochum, wo er in seinen drei Jahren beim Verein deutlich häufiger auf dem Rasen stand.

                <strong>Blick in die Vergangenheit</strong><br>
                Vahid Hashemian stellte während seiner Zeit beim VfL Bochum regelmäßig seine ausgeprägte Sprungkraft zur Schau. Der iranische Stürmer konnte im Strafraum scheinbar spielend die Gegner übertrumpfen und dann den Ball einköpfen. Diese Fähigkeiten verhalfen ihm zum Spitznamen "Hubschrauber". Sein größter Sprung gelang Hashemian allerdings nicht auf, sondern neben dem Spielfeld, als er im Sommer 2004 aus dem beschaulichen Bochum direkt zum erfolgsverwöhnten FC Bayern wechselte. Der Sprung stellte sich selbst für den "Hubschrauber" Hashemian als zu groß dar. Nach einer Saison und 468 Minuten Spielzeit zog Hashemian weiter. 

                <strong>Blick in die Vergangenheit</strong><br>
                Deutlich erfolgreicher als Hashemian war Roland Wohlfarth im Bayern-Trikot. Der Stürmer lief in den 80ern und 90ern 332 Mal für die Münchner auf, schoss dabei 155 Tore. Nach einem Zwischenstopp bei St. Etienne spielte er im Endstadium seiner Karriere noch drei Jahre für den VfL Bochum.

                <strong>Der Bochumer Bayer</strong><br>
                Einer, der beide Welten kennt, ist Hermann Gerland. Der gebürtige Bochumer begann seine Fußballkarriere beim VfL, spielte 16 Jahre lang für den Klub. Zunächst als Stürmer, dann als Verteidiger. In seiner aktiven Zeit blieb er dem VfL und dem Ruhrpott treu. Erst als er anschließend Trainer wurde, zog es ihn zu auch anderen Klubs. Beim FC Bayern landete er erstmals 1990 als Trainer der U19. Später übernahm er auch die zweite Mannschaft, wurde Co-Trainer. Die Chefs wechselten, doch Hermann war immer da, ob unter Pep Guardiola, Jupp Heynckes oder Louis van Gaal. Mittlerweile ist der 65-Jährige, den sie ihn München "Tiger" nennen, Leiter der Nachwuchsabteilung. 

                <strong>Die Statistik</strong><br>
                Das jüngste Aufeinandertreffen zwischen Bochum und Bayern ist schon drei Jahre her. Auch damals begegneten sich die Klubs im DFB-Pokal, allerdings erst im Viertelfinale. Bayern gewann 3:0, es war der 23 Sieg im 39 Duell. Acht Mal konnten die Bochumer siegen, acht Mal trennte man sich Unentschieden.

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