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DFB-Vizepräsident Herman Winkler rudert nach abschätzigem Selenskyj-Post zurück

  • Aktualisiert: 15.05.2023
  • 16:42 Uhr
  • ran.de
Article Image Media
© IMAGO/Picture Point
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DFB-Vizepräsident Hermann Winkler postet bei Instagram und Facebook einen despektierlichen Beitrag zum ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Nach öffentlicher Empörung und Kritik an dem Post erklärt Winkler am Montag auf Facebook, nicht in der "Putinversteher-Ecke" stehen zu wollen. DFB-Präsident Neuendorf verurteilte den Post scharf.

Am Sonntag sorgte ein abwertender Post von DFB-Vizepräsident Hermann Winkler ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für Aufregung, seit Montag sind Instagram- und Facebook-Seite des Funktionärs nicht mehr aufrufbar.

"Berlin heute Morgen. Dank Allgemeinverfügung aufgrund des Besuchs eines ehemaligen ukrainischen Schauspielers ist die City weitestgehend abgeriegelt, die Spree für Touristen teilweise gesperrt", hatte der 60-Jährige zu einem Foto von sich vor dem sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park geschrieben.

Nachdem viele User den Post, in dem der DFB-Vizepräsident weder den Namen, noch das Amt des ukrainischen Präsidenten genannt hatte, kritisch kommentiert hatten, nahm Winkler seine Instagram-Seite am Montag offenbar offline.

Auf Facebook war der Post bis mittags weiter öffentlich zu sehen, dann änderte Winkler seine Privatsphäre-Einstellungen.

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Winkler rudert zurück

Wenig später ruderte Winkler dann zurück. Seinen Beitrag in den Sozialen Medien würde er "so nicht noch einmal verfassen", schrieb der 60-Jährige am Montag auf Facebook: "Ich entschuldige mich dafür und auch für die entstandenen Irritationen. Mich deswegen in die 'Putinversteher-Ecke' zu stellen, weise ich entschieden zurück."

Laut Winkler habe dazu am Montag ein Gespräch mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf stattgefunden. Der inzwischen gelöschte Beitrag sei "in einer sehr emotionalen Situation an der Gedenkstätte im Treptower Park entstanden", sagte Winkler. Er verurteile den "Krieg und die Aggression Putins", er sei allerdings "auch nicht mit allem, was Selenskyj macht, persönlich einverstanden".

Neuendorf kritisiert Winkler scharf

DFB-Präsident Neuendorf verurteilte am Montag die despektierlichen Äußerungen Winklers scharf, ließ mögliche Konsequenzen aber offen. Neuendorf habe in einem Telefonat klargestellt, dass er Winklers Social-Media-Post als "unerträglich und beleidigend empfunden" habe, hieß es in einer Pressemitteilung des DFB am Montag.
Am Sonntag, dem Tag, an dem der Staatspräsident der Ukraine und das ukrainische Volk mit dem internationalen Karlspreis ausgezeichnet wurden, sei "die verhöhnende Symbolik (...) noch verstärkt" worden. Winklers Vorgehen, so Neuendorf, halte er für "mit den Grundsätzen des DFB unvereinbar".  

Neuendorf will den Vorgang am Mittwoch bei der Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten besprechen. Dann wird wohl auch klar sein, welche Konsequenzen Winkler zu befürchten hat.

Im Nordostdeutschen Fußball-Verband, dem Winkler als Präsident vorsteht, sorgten die Äußerungen vom Sonntag ebenfalls für Kritik. Es gehöre "nicht zu unserer Einstellung, andere Länder zu verunglimpfen", sagte Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes (BFV): "Wir sind ein weltoffener Verband in der weltoffenen Hauptstadt Berlin. Die Äußerung von Herrn Winkler passt nicht zu den Werten und Vorstellungen des BFV."

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Winkler sprach sich für Koalitionen mit der AfD aus

Winkler, der ehemaliger sächsischer Abgeordneter der CDU ist, hatte 2016 schon mal für Aufregung gesorgt, als er sich für mögliche Koalitionen der CDU mit der rechtspopulistischen AfD ausgesprochen hatte.

Selenskyj hatte am Sonntag erstmals seit Beginn des russischen Angriffskrieges Deutschland besucht, der ukrainische Präsident und sein Volk wurden in Aachen mit dem Karlspreis ausgezeichnet.

Das DFB-Team spielt am 12. Juni gegen die Ukraine, was die Äußerungen Winklers für den Verband noch unangenehmer machen dürfte.


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