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Katar nach WM: Thomas Hitzlsperger kritisiert medialen Umgang mit dem Emirat

  • Aktualisiert: 03.06.2023
  • 14:46 Uhr
  • ran.de
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© Imago
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Thomas Hitzlsperger hat den medialen Umgang mit der Situation in Katar nach der WM 2022 scharf kritisiert. Nach Ende der Endrunde im Emirat würde es fast niemanden mehr interessieren, was dort passiere.

Thomas Hitzlsperger hat im Zuge eines Interviews mit dem Podcast "Verlängerung und Elfmeterschießen" den Umgang mit der Situation in Katar nach der WM 2022 kritisiert. "Es interessiert fast niemanden mehr, was in Katar passiert", sagte der ehemalige Nationalspieler.

Im Fußball könne sich zwar viel bewegen, "nur ich wüsste jetzt gerade nicht, welche Zeitung, welcher Fernsehsender in den letzten vier Wochen über Katar berichtet hat", so Hitzlsperger weiter. Die Bevölkerung sei "für diesen kurzen Zeitraum während der WM sensibilisiert", dann aber werde das Turnier gespielt "und danach geht das Leben weiter".

Auch die Debatte an sich sieht der ehemalige Funktionär des VfB Stuttgart kritisch: "Man diskutiert nicht zu Ende und alle sind irgendwie fein damit, sondern ab einem gewissen Zeitpunkt hat man sich nur noch angebrüllt und war der Diskussion überdrüssig".

Zumal sich viele Menschen daran beteiligt hätten, "die vielleicht auch gar nicht in der Lage dazu waren".

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WM-Vergabe nach Katar symptomatisch für "Gegenwart des Top-Fußballs"

Er selbst habe versucht, sich ausreichend zu informieren und auch Akteure hätten den Anstoß einer Debatte gesucht, "die auf anderer Ebene hätte stattfinden müssen, nämlich in der Politik", so Hitzlsperger.

Die Entwicklungen rund um Katar und Saudi-Arabien, die ihren Ruf vor allem in der Welt des Sports verbessern wollen, bezeichnet Hitzlsperger als "Gegenwart des Top-Fußballs".

2010 habe es mit der Doppelvergabe der Weltmeisterschaften an Russland und Katar "eine deutliche Veränderung im Fußball gegeben. Katar wollte die WM aus strategischen Gesichtspunkten und erhielt auch den Zuschlag".

Diese Entwicklung müsse er akzeptieren, weil er "an den großen Stellschrauben" nicht drehen könne. Der 41-Jährige war während der Weltmeisterschaft in Katar als Experte für die "ARD" tätig und reiste im Rahmen der Dokumentation "Katar – warum nur?" in das Emirat.

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Katar nach der WM 2022: Anhaltende Ausbeutung

Wie die "Sportschau" berichtet, hat sich im Gastgeberland nach der WM 2022 wenig geändert. Vor allem die Situation der Gastarbeiter sei weiterhin schlecht. Viele von ihnen hätten für Visa, Flüge und teure, teils illegale Vermittlungsgebühren Schulden aufgenommen, um wenig später weit vor Ablauf des Vertrags gekündigt zu werden.

Friedliche Protest-Organisatoren wurden demnach anschließend zu Haft- und Geldstrafen verurteilt. Der Staat liefere derzeit keine genauen Gründe dafür.

Der internationale und der europäische Gewerkschaftsbund (EGB) fürchten, dass Katar die nachlassende Aufmerksamkeit nach der WM ausnutze, um Versprechungen zu brechen und die bisherigen Fortschritte bei Arbeitnehmerrechten zu untergraben.

Nachforschungen hätten gezeigt, "dass sich für viele Arbeitnehmer wenig geändert hat", heißt es in einem Brief des EGB, der der "Sportschau" vorliege.


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