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Bundestrainer gibt EM-Kader bekannt

Muss Kimmich hinten rechts ran? Jogi Löws Luxusproblem im Mittelfeld

  • Aktualisiert: 20.05.2021
  • 10:53 Uhr
Article Image Media
© Thomas Boecker/DFB
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Bundestrainer Joachim Löw hat 14 Spieler für das Mittelfeld und den Angriff nominiert. Nicht mal die Hälfte von ihnen wird bei der Europameisterschaft gleichzeitig zum Einsatz kommen. Löw steht vor einem kniffligen Luxusproblem.

München - Als am Dienstagabend Marco Reus bei Instagram seinen Verzicht auf die Teilnahme an der Europameisterschaft erklärte, mag das den einen oder die andere vielleicht ein wenig verwundert haben.

Mit Blick auf den fertigen EM-Kader wird jedoch schnell klar, was Reus vielleicht bei seiner Entscheidung beeinflusst haben könnte. Denn im Mittelfeld kann Bundestrainer Joachim Löw auf ein echtes Überangebot zurückgreifen, selbst ein zuletzt in Topform spielender Marco Reus hätte keine Garantie für viele Einsatzminuten. 

Nicht weniger als 14 Spieler hat Löw nominiert, die im Mittelfeld eingesetzt werden könnten. Maximal fünf Plätze sind aber nur zu vergeben, dazu könnte ein weiterer Spieler als falsche Neun oder hängende Spitze zum Einsatz kommen. Im zentralen Mittelfeld wie auf den Außenbahnen herrscht ein echtes Überangebot vor, was für Löw einerseits ein Luxusproblem ist, andererseits aber auch moderiert werden muss.

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Gündogan und Kroos haben einen ähnlichen Spielansatz

In der Zentrale drängt sich Ilkay Gündogan auf, der bei Manchester City im linken Halbfeld aufgeboten wird und über den beim Champions-League-Finalisten praktisch jeder Spielzug läuft. Auf ähnlich viele Ballkontakte kommt Toni Kroos bei Real Madrid, auch er ist ein Spieler, der das Tempo und den Rhythmus eines Spiels komplett kontrollieren kann. Löw hat also den Luxus, gleich zwei für den Ballbesitzfußball so wichtige Spielertypen in seiner Mannschaft zu haben. Muss er einen opfern?

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Unter Umständen. Denn beim FC Bayern sind Leon Goretzka und Joshua Kimmich ein eingespieltes Duo. Kimmich gilt als Anführer in München und im DFB-Team, als Aggressive Leader der Mannschaft. Goretzka bringt mit seiner Körperlichkeit und seiner Torgefahr nochmal eine andere Note ins Mittelfeld des DFB-Teams. Setzt Löw auf ein 4-4-2, können eigentlich nur zwei dieser vier Weltklassespieler zum Einsatz kommen. Schließlich werden zwei schnelle Spieler auf der Außenbahn gebraucht.

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Wechselt Kimmich nach hinten rechts?

Eine Option wäre es, Kimmich aus dem Mittelfeld auf die Rechtsverteidigerposition zurückzuziehen, wo das DFB-Team nicht so stark besetzt ist. Würde Löw dann noch auf ein 3-5-1 setzen, könnten Goretzka, Kroos und Gündogan gemeinsam in der Zentrale zum Einsatz kommen.

In diesem Fall würde es nur einen echten Mittelstürmer geben. Gut möglich, dass Löw diese Option in Erwägung gezogen hat, die überraschende Nominierung von Kevin Volland von der AS Monaco spricht jedenfalls dafür.

Zuletzt hatte Löw auch immer wieder auf eine falsche Neun gesetzt, die mit Serge Gnabry, Kai Havertz, Leroy Sane oder Timo Werner hochkarätig besetzt werden könnte. In einem 4-4-2 könnten Gnabry, Havertz, Sane und Werner aber auch als hängende Spitze hinter Volland spielen, dann müsste aber wieder ein Spieler aus dem zentralen Mittelfeld weichen.

Zwei Außenbahnspieler dürfen ran

Klar ist auch, dass zwei Plätze auf den Außenbahnen zu vergeben sind. Gnabry, Sane und Werner sind Kandidaten für beide Flügel, auf rechts ist auch Kai Havertz eine Option.

Genauso wie Thomas Müller, der so etwas wie der X-Faktor im deutschen Mittelfeld und Angriff werden könnte. Denn der Weltmeister kann praktisch überall spielen, bewegt sich Bayern durch das ganze Mittelfeld und wurde von Löw sicherlich nicht zurückgeholt, um die Europameisterschaft von der Bank aus zu verfolgen. Es wird also sehr eng im deutschen Mittelfeld und Angriff.

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Deswegen ist auch klar, dass es für die beiden Gladbacher Jonas Hofmann und Florian Neuhaus nur wenig Chancen auf Einsatzzeit geben wird. Was ebenso für den jungen Jamal Musiala vom FC Bayern gilt. Sollte sich niemand verletzten, dürfte es für das Trio maximal zu Joker-Einsätzen reichen.

Zumal Löw mit dem Dortmunder Emre Can noch einen weiteren vielseitig einsetzbaren Spieler in der Hinterhand hat. Can kann im defensiven und zentralen Mittelfeld spielen, er kann in der Innenverteidigung und als Rechtsverteidiger auflaufen, was ihn zu einer der ersten Optionen als Einwechselspieler machen dürfte.

Wie auch immer Löw sich entscheiden wird, wen auch immer er aufstellen wird - das deutsche Mittelfeld wird bei der EM hochkarätig besetzt sein. Und der eine oder andere große Name wird sich auf der Bank wiederfinden. Dass Marco Reus sich dafür entschieden hat, auf die EM zu verzichten, ist deshalb durchaus nachvollziehbar.

Christian Stüwe

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