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Spieler müssen bis Montag nominiert werden

Olympia-Ärger für DFB! Unfassbares Wirrwarr um den Kader

  • Aktualisiert: 25.01.2016
  • 10:12 Uhr
  • ran.de
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© imago sportfotodienst
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Für nahezu jeden Athleten ist Olympia das Größte. Fußballer können da nur müde lächeln. Das unterstreicht der DFB nun auch im Umgang mit dem Turnier in Brasilien, das ein Historisches werden könnte.

München - In diesem Sommer holt der DFB zum Doppelschlag aus: Neben dem Europameistertitel in Frankreich winkt in Brasilien auch erstmals Olympia-Gold. Es könnte also das erfolgreichste Jahr der 116-jährigen Verbands-Geschichte werden. Doch gerade das Turnier in Rio de Janeiro avanciert für die Macher in Frankfurt schon fast zu einem Ärgernis.

Wegen der strengen Doping-Regularien der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) muss laut "Sport Bild" schon am 25. Januar der vorläufige Kader für Rio benannt werden. Denn der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) schickt nur Athleten zu den Spielen, die ab kommenden Montag einem Testpool angehören und beim Adams-Kontrollsystem angemeldet sind.

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Doping-Kontrollen zwischen 6 und 23 Uhr

Das wiederum bedeutet, dass die Profis jederzeit angeben müssen, wo sie sich aufhalten. Die Doping-Kontrolleure sollen schließlich nach den Vorstellungen der NADA täglich zwischen 6 und 23 Uhr zu unangekündigten Tests bitten können. Solch strenge Regularien sind im König Fußball schlicht undenkbar.

Doch die Olympia-Fußballer sollten die Regeln ernst nehmen. Kann jemand drei Mal nicht am von ihm angegebenen Ort angetroffen werden, droht eine Strafe von bis zu zwei Jahren. Das könnte auch für den betroffenen Verein teuer werden.

Keine Abstellungspflicht für Olympia

Wenig verwunderlich also, dass sich viele Klubs sträuben, ihre besten Spieler an den Zuckerhut zu schicken. Tenor: Mit dem späten Bundesligastart am 26. August erweist die DFL dem Verband schon genug der Ehre. "Es darf nicht sein, dass einige Klubs vier Profis abstellen und andere gar keinen", wettert etwa Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler.

Und Völler ist durchaus im Recht: Weil Olympische Spiele nicht in den Spielkalender der FIFA aufgenommen werden, besteht für das Kicker-Event vom 4. bis 20. August keine Abstellungspflicht. Im Grunde sind dem DFB also bei der Nominierung die Hände gebunden.

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Mit Verlegenheits-Team nach Rio?

Horst Hrubesch, der durch den Halbfinaleinzug bei der U21-EM 2015 das erste Olympia-Ticket für den DFB seit 28 Jahren gelöst hat und in Brasilien seinen krönenden Abschluss beim Verband feiern möchte, ist wahrlich nicht zu beneiden. Denn ohnehin dürfen im endgültigen Kader nur drei Spieler älter als 23 Jahre sein.

Damit aber noch lange nicht genug. Nach Infos der "Sport Bild" haben DFB und DFL weitere Ausschluss-Kriterien erarbeitet, damit alle Seiten besänftigt werden und keine Schlammschlacht um das Großereignis entbrennt. Sicher ist damit schon ein halbes Jahr vor Olympia: Deutschland wird bei weitem nicht mit dem bestmöglichen Team nach Brasilien fliegen. Denn Hrubesch muss auch Rücksicht nehmen auf die Bundestrainer Jogi Löw, der seine Auserwählten für die EM in Frankreich vom 10. Juni bis 10. Juli erst in vier Monaten benennen wird.

Sechs Kriterien für Olympia-Kader

Immerhin ein halbes Dutzend Kriterien soll die besagte Liste umfassen. Ein unglaubliches Wirrwarr also für eines der Sport-Highlights des Jahres. Spieler wie Mesut Özil und Per Mertesacker, die sich im vergangenen Sommer öffentlich als Olympia-Teilnehmer ins Gespräch gebracht hatten, dürften da wohl abwinken.

Das sind die Kriterien:

1. Keine Nominierung von EM-Teilnehmern

2.  Möglichst keine Nominierung von Spielern, die im August in Quali zu Champions League oder Europa League dabei sind

3. Möglichst keine Nominierung von Zweitliga-Spielern, da diese schon am 5. August loslegt

4. Möglichst keine Nominierung von Profis, die im Sommer wechseln, damit sich diese auf die Vorbereitung bei ihrem neuen Verein konzentrieren können

5. Auch deutsche Legionäre nominieren, damit die Bundesliga entlastet wird

6. Limitierung von Spielern pro Klub soll noch festgelegt werden

Nach 28 Jahren ist der DFB also erstmals wieder bei Olympia vertreten. Doch das Turnier in der Stadt des WM-Triumphs von 2014 verblasst schon jetzt deutlich hinter Europameisterschaft und Bundesliga. Keine guten Aussichten, um Fußball-Geschichte zu schreiben.


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