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Ribery ist der Fußball-König Europas

  • Aktualisiert: 30.08.2013
  • 09:18 Uhr
  • SID
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© SID-FIRO
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Nun steht es fest: Franck Ribery ist Europas Fußballer des Jahres. Der Profi des FC Bayern München erhielt bei der Wahl unter 53 Journalisten die meisten Stimmen. Dem Triple-Gewinn setzt der Franzose damit die Krone auf.

Monte Carlo - Um exakt 18:57 Uhr am Donnerstagabend war Franck Ribéry am Ziel seiner Träume und der neue Fußball-König Europas: Als UEFA-Präsident Michel Platini bei der Bekanntgabe des "UEFA Best Player in Europe" der Saison 2012/13 seinen Name verkündete und sich die Gäste im Grimaldi Forum in Monte Carlo von den Plätzen erhoben, um dem kleinen Franzosen zu huldigen, war der 30-Jährige im feinen grauen Zwirn sichtlich gerührt und dankte zunächst mal seinen Teamkollegen von Bayern München und seiner Familie "Das ist ein sehr spezieller Moment. Dies Auszeichnung krönt ein ganz besonderes Jahr", sagte Ribery.

Die minutenlangen Standing Ovations genoss der Offensivspieler von Triplegewinner Bayern München in vollen Zügen, schließlich hatte sich Ribery mit 36 Stimmen gegen den viermaligen Weltfußballer Lionel Messi vom FC Barcelona (13) und Cristiano Ronaldo von Real Madrid (3), der erst gar nicht ins Fürstentum angereist war, durchgesetzt. Messi, schon zweimal die Nummer eins in Europa, klatschte bei der Bekanntgabe lautstark und war einer der ersten Gratulanten.

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Ribery außer sich vor Freude

Ribery, der am Donnerstagvormittag gemeinsam mit Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge mit einem Privatjet an die Mittelmeerküste gereist war. umarmte seine Nebenleute und freute sich wie eine kleiner Junge unter dem Weihnachtsbaum, während seine Vereinskollegen in ihrem Teamhotel in Prag am Fernseher mitfieberten und nach der Entscheidung lautstark jubelten. Ribéry wurde nach seinem Triumph noch Donnerstagnacht in der tschechischen Hauptstadt erwartet, wo für die Bayern am Freitagabend (ab 20:30 Uhr im Liveticker) der europäische Supercup gegen den FC Chelsea auf dem Programm steht.

Für seinen Teamkollegen Bastian Schweinsteiger und Rummenigge war die Sache vor der Zeremonie in Monacos Stadtteil Larvotto klar, dass Ribery die Nase vorne hat. Auch FIFA-Boss Joseph. S. Blatter hatte sich auf den Franzosen festgelegt. "Er ist hoch verdient Europas Fußballer des Jahres geworden. Franck stellt Extraklasse dar und es ist schön, das dies auch europaweit so gesehen wurde und nicht nur in Deutschland", kommentierte Rummenigge das Abstimmungsergebnis durch 53 europäische Fußball-Journalisten.

Sammer voll des Lobes

Bayerns Sport-Vorstand Matthias Sammer, vor Ribery 1996 letzter Titelträger aus der Bundesliga, lobte Ribery in den höchsten Tönen. "Ich freue mich sehr für Franck, das ist super. Es ist die logische Konsequenz der wunderbaren Entwicklung von Bayern München und des deutschen Fußballs", sagte Sammer und fügte an: "Es gibt in Deutschland viele gute, junge Spieler, da war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Ehre wieder einmal einem Deutschen zuteil wird. Aber Franck ist schon so lange hier, er ist ja ein halber Deutscher."

Sky-Experte Stefan Effenberg lobte seinen Nachfolger im Bayern-Mittelfeld über den grünen Klee. "Franck Ribery ist ein Spieler, für den die Zuschauer gerne Eintritt zahlen. Er ist mit dem Ball schneller als viele Bundesligaspieler ohne Ball. Das ist ein Faustpfand. Die technischen Fertigkeiten, sein Instinkt und die Freude am Fußball zeichnen ihn aus. Ich würde gerne Geld bezahlen, um ihn mir anzuschauen", sagte der Tiger.

Die Befürchtung, dass Bundesliga-Profi Ribery im Gegensatz zu Messi und Ronaldo in Europa weniger Strahlkraft und dementsprechend keine große Lobby hat, erfüllte sich glücklicherweise nicht, was auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß erfreute. "Es ist überhaupt keine Frage, dass Franck das dieses Jahr verdient hat. Es kann nur ihn als Sieger geben", hatte Hoeneß vor der Gala gesagt.

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Blatter: "Er ist fußballerisch eine Kanone"

Der Zuspruch für den französischen Nationalspieler kam aber nicht nur aus den eigenen Reihen. Ribery habe in der Triple-Saison "den Idealzustand oft erreicht", lobte Bundestrainer Joachim Löw: "Er ist ein Spieler, für den man gerne ins Stadion kommt, weil er uns alle zu verblüffen vermag." FIFA-Boss Blatter meinte: "Er ist fußballerisch eine Kanone." Und Frankreichs Fußballlegende Zinedine Zidane, immerhin Co-Trainer bei Ronaldo-Klub Real, würdigte die "überragende Saison" seines Landsmanns.

Vor allem das Triple sprach wohl für den 30-Jährigen. "Ich habe alles getan, individuell und mit der Mannschaft", sagte Ribery vor wenigen Tagen über seine Aussichten. Sein Weg aus dem "Nirgendwo", wie er selbst das "schwierige Viertel" in seiner nordfranzösischen Heimatstadt Boulogne-sur-Mer nennt, kommt Ribery dabei selbst wie ein Märchen vor. "Unglaublich" nannte er ihn im Fachblatt kicker. Viele Höhen, aber auch viele Tiefen hat er dabei durchlebt.

Erst mit 21 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag (beim FC Metz). Zuvor verdingte er sich nebenbei auch als Bauarbeiter, weil er vom Fußball nicht leben konnte. Ribery kickte in nur drei Jahren bei drei Klubs, ehe er 2007 in München landete. "Franck ist ein Nomade, der in München sesshaft geworden ist", sagte Hoeneß jetzt.


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