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Macht das Neymar-Aus die Brasilianer stärker?

  • Aktualisiert: 07.07.2014
  • 14:13 Uhr
  • ran.de / Daniel Fleckenstein
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© Imago
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Das WM-Aus von Neymar hat Brasilien tief erschüttert. Doch nur kurz, die "Jetzt-erst-Recht-Mentalität" macht das Team gefährlich. Dazu gibt es viele Beispiele, die der Selecao Mut und der DFB-Elf Angst machen könnten.

München - Weinende Menschen, fassungslose Gesichter - ein Land in Trauerstimmung. Wer am späten Abend nach dem Viertelfinale Brasilien gegen Kolumbien die Bilder aus Fortaleza sah, konnte glauben, dass sich der Gastgeber gerade aus der WM 2014 verabschiedet hatte.

Und auch die Zeitungen des nächsten Tages zeigten keine Jubelbilder. Zu sehen war ein Superstar, der sich verletzt am Boden krümmt. Lendenwirbelbruch die Diagnose, WM-Aus für die Hoffnung eines ganzen Landes: Neymar. Der 2:1-Sieg gegen Kolumbien und das Erreichen des Halbfinals war schnell vergessen.

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"Diese WM wird für dich sein"

Vier Tore und eine Vorlage in fünf WM-Spielen. Quasi im Alleingang führte der 22-Jährige sein Land unter die letzten Vier. Kein Wunder, dass auch die Mitspieler nach der Hiobsbotschaft erstmal schlucken mussten. "Wir sind sehr traurig. Es ist schwer, Worte zu finden. Ich kann es nicht fassen, dass er am Dienstag nicht spielen wird", sagte Torwart Julio Cesar.

Doch die Trauer über den Ausfall wich erstaunlich schnell einer "Jetzt-erst-Recht-Mentalität". Thiago Silva, selbst für das Halbfinale gegen Deutschland gesperrt, sagte: "Diese WM wird für Neymar sein." Und auch Hulk gab sich kämpferisch: "Ein Grund mehr, um zu kämpfen. Wir werden uns jetzt erst recht ins Zeug legen, um ihm den Titel zu schenken."

Zudem attestierte die Psychologin der Selecao, Regina Brandao, dem Team am Sonntag eine gute Verfassung: "Sie haben mir gesagt, dass es Neymar war, der ihnen diesen Spirit mit auf den Weg gegeben hat. Das Leben geht weiter, waren ihre Worte."

DFB-Team an eigene Historie erinnert

Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Mannschaft nach einem personellen Nackenschlag zusammenrückt. Die DFB-Elf weiß aus eigener Erfahrung, welche Kräfte das freisetzen kann und sollte gewarnt sein. Kurz vor der WM 2010 verletzte sich der fest eingeplante Fix-Punkt im deutschen Spiel, Michael Ballack, und fiel für das Turnier aus. Das Ergebnis: Die Elf von Joachim Löw spielte eine überzeugende Endrunde, auch wenn es am Ende nicht für den Titel reichte.

"Das werden sie kompensieren können. Rückschläge setzen oft zusätzliche Kräfte frei." Es dürfe niemand glauben, dass "unsere Aufgabe durch den Ausfall von Neymar leichter geworden ist. Eher im Gegenteil", sagte Löw.

Zudem bietet das Turnier in Brasilien vergleichbare Beispiele. Kolumbien sowie Frankreich mussten ohne ihre Top-Stars Radamel Falcao und Franck Ribery antreten. Doch Spieler wie Mathieu Valbuena oder James Rodriguez ließen die Etablierten vergessen und hatten großen Anteil am Erfolg ihrer Teams.

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Pele-Ausfall macht Mut

Mut machen dürfte den Brasilianern außerdem die eigene Geschichte. Bei der WM 1962 verletzte sich Fußball-Ikone Pele in der Vorrunde und konnte im weiteren Turnierverlauf kein einziges Spiel mehr bestreiten. Dennoch setzte sich die Selecao am Ende durch und wurde Weltmeister - und das in Chile, ohne den Heimvorteil.

Die DFB-Elf sollte also gewarnt sein. Der Ausfall von Neymar wiegt schwer, doch das Team wird zusammenrücken und mit Bernard oder Willian einen schlagkräftigen "Nachrücker" stellen. Die Tränen werden bis zum Halbfinale in jedem Fall getrocknet sein. Und dann will ein ganzes Land für Neymar ins WM-Finale einziehen.


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