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WM 2022: Hansi Flick vor seiner ersten WM als Bundestrainer: Der Spielerflüsterer

  • Aktualisiert: 21.11.2022
  • 19:26 Uhr
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© imago images/Sven Simon
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Hansi Flick erlebt bei der WM in Katar sein erstes Großereignis als Bundestrainer. Beim FC Bayern hat der 57-Jährige schon bewiesen, dass er eine Mannschaft erfolgreich durch ein Turnier coachen und seine Kicker dabei auch zwischenmenschlich mitnehmen kann.

Aus Katar berichtet Maik Rosner

Doha – Hansi Flick sprach es beiläufig aus, doch er erzählte damit auch einiges über sich. Er sei Optimist, alles andere bringe ja nichts, sagte der Bundestrainer: "Ich bin eher ein Trainer, der die Spieler lieber einen Kopf größer macht. Das bringt am Ende vielleicht den einen oder anderen Sieg mehr."

Im Londoner Wembley-Stadion war das, nachdem hinter seiner deutschen Nationalelf ein wildes 3:3 gegen England lag, wenige Tage nach ihrer 0:1-Heimniederlage gegen Ungarn. Doch Flick schlug zuversichtliche Töne an.

Knapp zwei Monate später beginnt am Mittwoch (ab 14 Uhr im LIVETICKER auf ran.de) für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die umstrittene WM in Katar mit dem ersten Gruppenspiel gegen Japan.

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Hansi Flick vor WM-Start gegen Japan: Angespannt, aber optimistisch

Die ganz große Vorfreude, eine sportlich sehr erfolgreiche deutsche Elf zu erleben, scheint unter den Millionen Bundestrainern auch wegen des dünnen 1:0-Sieges im Oman im einzigen Test nicht sehr verbreitet zu sein. Doch Flick stört das nicht. Er wirkt dieser Tage zwar durchaus angespannt zu Beginn seines ersten Turniers als Bundestrainer, aber er bewahrt sich seinen Optimismus.

Der 57-Jährige weiß ja, dass es erst jetzt zählt. Und er weiß, wie man ein leistungsförderndes Binnenklima erzeugt, in dem sich alle aufgehoben fühlen. 

Flick ist eine gute Atmosphäre äußerst wichtig, und vermutlich hat das viel mit jenen Erfahrungen zu tun, die er als Kind in seinem Heimatort Mückenloch unweit von Heidelberg sammelte. So hat er das jedenfalls einmal beschrieben, als er davon berichtete, dass er es nicht immer leicht gehabt habe bei seinem Vater.

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Hansi Flick: Kindheit als Schlüssel

Als Flick elf Jahre alt war, habe ihn sein Vater nach einer Niederlage bei einem Hallenturnier einmal im Winter im Wald aus dem Auto aussteigen und mehrere Kilometer allein nach Hause laufen lassen. Sein Vater habe ihn sehr gefördert, aber auch sehr gefordert, so hat Flick das geschildert.

Er sei als Kind immer auf der Hut gewesen, weil bei seinem Vater die Stimmung schnell umschlagen konnte, wenn der kleine Hansi die großen Erwartungen nicht erfüllte. Ob hier der Schlüssel zum Verständnis des Trainers Flick liege, ist er im September in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" gefragt worden.

"Kann gut sein. Vielleicht kommt es wirklich daher, dass ich Veränderungen sehr genau wahrnehmen kann und gelernt habe, auf Stimmungen zu achten", antwortete Flick. "Ich glaube, dass mir dieses Gespür auch in einer Spielerkabine hilft. Ich bemühe mich, Konfliktfelder frühzeitig zu erkennen und auszuräumen."

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Hansi Flick: Große Erfolge bei WM 2014 und beim FC Bayern

Wie viel für eine Mannschaft von einer Wohlfühlatmosphäre abhängen kann, gerade dann, wenn man mehrere Wochen miteinander verbringt, das hat Flick schon mehrfach erlebt. Zum Beispiel als Co-Trainer des damaligen Bundestrainers Joachim Löw bei der WM 2014 in Brasilien, als sie im Campo Bahia ähnlich abgelegen wie jetzt in Katar wohnten und auf dem Weg zum Weltmeistertitel immer wieder Kraft schöpfen konnten.

Flick hat auch in seiner Zeit als Cheftrainer des FC Bayern nach solch einem Rückzugsort gesucht, als er seine Mannschaft 2020 auf das damalige Champions-League-Turnier in Lissabon vorbereitete. Bis heute ist er überzeugt, dass die drei Tage an der Algarve mitentscheidend waren für den Titelgewinn.

Damals zeigte Flick, dass er eine Mannschaft straff durch ein Turnier coachen kann. Sieben Titel holte er als Bayern-Trainer in anderthalb Jahren, darunter das Triple 2020.

DFB-Team: Teamgeist kann entscheidend sein

Bei dieser so merkwürdigen und politisch aufgeladenen WM in Katar, bei diesem großen Illusionstheater, wird es aus sportlicher Sicht noch mehr als ohnehin darauf ankommen, dass sich ein gutes Binnenklima entwickelt, ein echter Teamgeist, um erfolgreich sein zu können.

Eine Vorbereitung, das Feinjustieren im Training, ist ja weitgehend entfallen. Wie gut eine Mannschaft als Gruppe funktioniert, das könnte entscheidend sein.

Seine Spieler schätzen sehr, wie Flick versucht, ein gutes Miteinander zu fördern. Er nimmt sie mit seiner verbindlichen Art der Menschenführung schnell für sich ein. Auch er ist fordernd, zugleich schafft er aber viel Vertrauen.

SID PK Infantino DFB

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Ilkay Gündogan stimmte sogar eine regelrechte Hymne auf Flick an. "Bei Hansi habe ich die Wertschätzung im ersten Gespräch sofort gespürt", sagte Gündogan jüngst in der "Bild am Sonntag". "Ich habe selten einen Trainer erlebt, der in Eins-zu-eins-Gesprächen und auch innerhalb des Teams in der Kommunikation so gut ist."

Wenn man so will, kann man Flick wohl als Spielerflüsterer bezeichnen. Vermutlich würde ihm das nicht gefallen, er mag ja schon den Begriff Bundestrainer nicht.

Ihm klingt das zu hochgestochen, mit einem Machtgefälle kann er nicht viel anfangen. Flick fühlt sich mit Begegnungen auf Augenhöhe wohler.

Ob nun als Bundestrainer bei der WM in Katar. Oder als Hansi zu Hause in Bammental, gleich neben seinem Heimatort Mückenloch. 


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