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Ex-Nationalspieler Kraus über Gislason: "Lehren gezogen"
Der ehemalige Handball-Nationalspieler Michael "Mimi" Kraus hat nach seiner heftigen Kritik an Bundestrainer Alfred Gislason nun dem Isländer Respekt gezollt. "Alfred hat nach dem schlechten Spiel gegen Serbien Verantwortung übernommen und seine Lehren gezogen", sagte der Weltmeister von 2007 bei RTL/ntv nach dem Befreiungsschlag der DHB-Auswahl am letzten Vorrundenspieltag bei der Europameisterschaft.
"Alfred hat den Druck von den Jungs genommen. Die Antwort der Jungs auf die Kritik war sensationell, und ich hatte richtig Spaß beim Spiel", sagte der mittlerweile 42 Jahre alte Kraus über das Do-or-die-Duell gegen Spanien, das Gislasons Team mit 34:32 für sich entschied.
Kraus hatte im Vorfeld des Spiels mit dem isländischen Coach abgerechnet, als dem hochgehandelten deutschen Nationalteam das frühzeitige EM-Aus drohte. "Gislason hat ja schon öfter nicht gut gecoacht, aber seine Leistung gegen Serbien setzt dem Ganzen die Krone auf", nahm Kraus die 27:30-Niederlage gegen die Serben zum Anlass einer Generalkritik: "Wir haben nächstes Jahr das wichtigste Turnier für Handball-Deutschland der vergangenen 20 Jahre vor uns. Wir müssen aufpassen."
Kraus, der mit dem HSV Hamburg einst die Meisterschaft und Champions League gewann, lobte nun die verbesserte Rotation im Team. Mit "einer breiten Brust" können die DHB-Stars um Juri Knorr und Julian Köster nun der Hauptrunde entgegenblicken. Auch für einen Podiumsplatz sieht der Ex-Weltmeister das Team gewappnet: "Nach dem Spiel gestern gegen Spanien, die wirklich unangenehm zu spielen waren, glaube ich, dass die Jungs eine realistische Chance aufs Halbfinale haben."