Sport Allgemein Handball
Grönland-Krise: Dänische Handballer wollen "Lichtblick" sein
Dänemarks Handballer wollen mit den Auftritten bei ihrer Heim-EM inmitten der Grönland-Krise eine Abwechslung für ihre Landsleute darstellen. "Wir sind froh, dass wir ein Lichtblick sein können", sagte Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen im Interview mit dem dänischen Fernsehsender TV2 und verwies auf die positive Energie seines Teams: "Deshalb freue ich mich auch über die Art und Weise, wie meine Spieler auftreten – mit Energie, Freude und einem Lächeln im Gesicht."
In einer Zeit des weltweiten Umbruchs und der Spaltung wolle man dazu beitragen, die Bevölkerung zu einen. "Wir werden uns dessen immer bewusster. Daran besteht kein Zweifel", sagte Jacobsen, der viele Jahre lang in der Bundesliga gespielt und gecoacht hatte.
Die Dänen, aktuelle Weltmeister und Olympiasieger, haben sich mit zwei Siegen bereits vorzeitig für die EM-Hauptrunde qualifiziert. Im abschließenden Vorrundenspiel treffen sie am Dienstag (20.30 Uhr) in Herning auf Portugal.
Auch Flensburgs dänischer Rückraumspieler Simon Pytlick sieht die Europameisterschaft nicht nur als sportliches Highlight in einer "verrückten Zeit". "Es wäre schön, wenn wir der Bevölkerung eine positive Abwechslung bieten könnten. Wenn wir dazu beitragen können, den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern", sagte Pytlick gegenüber TV2.
Die Reaktion der dänischen Politik auf die Situation in Grönland habe ihn beeindruckt. "Ich finde, wir machen das als Land richtig gut, und ich finde, die Politiker sind superstark. Die Art und Weise, wie sie alles gehandhabt haben, was passiert ist, insbesondere auch in Bezug auf Grönland, war enorm inspirierend", sagte Pytlick.
Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark. US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen Besitzanspruch auf Grönland erhoben und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet.