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Hannings EM-Traum geplatzt: "Kleines Fenster war offen"
Bob Hanning schmetterte die italienische Nationalhymne. Er glaubte fest an die Sensation von Kristianstad. Doch am Ende blieb Italiens Handballern der zweite EM-Sieg ihrer Historie verwehrt - der Traum vom Einzug in die Hauptrunde ist vorzeitig geplatzt. "Es war ein kleines Fenster offen, um etwas zu machen wie Georgien gegen Kroatien oder Serbien gegen Deutschland", sagte der deutsche Trainer nach dem 26:32 (13:14) gegen Ungarn: "Aber dann musst du es auch nehmen."
Anders als etwa die Serben, die bei ihrem Überraschungssieg gegen Deutschland (30:27) nach der Pause mit großer Effektivität glänzten, waren Hannings Italiener letztlich nicht kaltschnäuzig genug. Gegen Ungarn kämpfte sich das Team bis auf 23:24 (47.) heran, verpasste aber durch zu viele freie Fehlwürfe und technische Fehler die Wende. Bereits im ersten Spiel bei ihrem EM-Comeback nach 28 Jahren waren Italiens Handballer beim 26:39 gegen Geheimfavorit Island überfordert gewesen.
"Wenn du gegen eine Mannschaft wie Ungarn spielst, dann reicht das nicht", sagte Hanning, der trotz allem einverstanden mit der Leistung war: "Ich bin total zufrieden, weil alle Situationen bis zum Ende gespielt wurden." Für den 57-Jährigen war es das erste große Turnier auf der italienischen Bank, er musste dabei auf zahlreiche verletzte Stammkräfte verzichten.
Die letzte Partie gegen die ebenfalls bereits ausgeschiedenen Polen am Dienstag (18.00 Uhr/Dyn) will Hanning dennoch als "zweites Finale" annehmen. Es sei eine physisch ähnliche Mannschaft wie Ungarn. "Wir werden reden und arbeiten, um bereit zu sein", sagte der Geschäftsführer der Füchse Berlin. Der zweite Sieg der italienischen EM-Historie nach einem 29:28 gegen Schweden 1998 würde das Turnier für Italien versöhnlich beenden.