Wintersport
Anzugskandal: Cheftrainer Brevig für 18 Monate gesperrt
Wegen seiner Rolle im Anzugskandal um die norwegischen Skispringer bei der Heim-WM 2025 in Trondheim ist Cheftrainer Magnus Brevig für 18 Monate gesperrt worden. Das teilte der Internationale Ski- und Snowboardverband FIS am Donnerstag mit. Die Strafe gilt rückwirkend ab dem 12. März, da Brevig an diesem Datum vorläufig suspendiert worden war.
Assistenztrainer Thomas Lobben und Adrian Livelten, Mitglied des Serviceteams, erhielten nach einer Entscheidung der FIS-Ethikkommission die selbe Sanktion.
"Wir empfinden die Reaktion als unverhältnismäßig streng im Vergleich zu früherer Praxis in ähnlichen Fällen und haben Schwierigkeiten zu verstehen, warum wir anders behandelt werden als andere in vergleichbaren Situationen", teilte das Trio in einer Stellungnahme beim norwegischen Rundfunk NRK mit.
Detaillierter äußerten sich die Anwälte. "Aus den Urteilsgründen geht ausdrücklich hervor, dass vergleichbare Regelverstöße bisher nicht sanktioniert wurden – oder lediglich mit einer Verwarnung – und dass dieser Fall als Beispiel dient, um eine neue und strengere Linie im internationalen Skispringen zu markieren", heißt es in einem Statement: "Nach unserer Auffassung wirft dies grundlegende Fragen zu Gleichbehandlung, Vorhersehbarkeit und Verhältnismäßigkeit auf." Es werde erwogen, "den Fall beim CAS anzufechten".
Am 11. August war gegen das Trio Anklage erhoben worden. Sie sollen die Anzüge von Andre Forfang und Marius Lindvik Anfang März beim Großschanzenspringen manipuliert haben. Forfang und Lindvik wurden ebenfalls suspendiert, haben ihre Sperren aber schon vor der laufenden Olympia-Saison abgesessen. Lindvik durfte auch seinen WM-Titel behalten. Der norwegische Verband hatte als Konsequenz aus dem Skandal sein Trainer- und Betreuerteam weitgehend ausgetauscht.