Wintersport
Frauen-Tournee: Grünes Licht für Flutlicht in Innsbruck
Auf dem Weg zu einer Vierschanzentournee der Frauen scheint eine weitere Hürde aus dem Weg geräumt. Der Österreichische Skiverband (ÖSV) und Vertreter aus der Politik besiegelten am Sonntag während des Bergisel-Springens der Männer in Innsbruck einen Vertrag über den Bau einer Flutlichtanlage an der altehrwürdigen Olympiaschanze von 1976. Für das Projekt sind 4,8 Millionen Euro an Kosten veranschlagt.
"Damit ist der Grundstein gelegt, um im kommenden Jubiläumsjahr der Vierschanzentournee erstmals auch die Damen in das Programm aufzunehmen", sagte FIS-Renndirektor Sandro Pertile: "Wir werden uns zeitnah nach den Olympischen Spielen mit den beiden Verbänden, den vier Austragungsorten sowie allen weiteren Stakeholdern zusammensetzen, um alle Details und die dafür notwendigen Reglement-Anpassungen zu klären."
Die Tournee findet im kommenden Winter zum 75. Mal statt. Ohne Flutlicht wären Männer- und Frauen-Wettbewerbe an den beiden Tourneetagen in Innsbruck kaum zu bewältigen.
Das fehlende Flutlicht am Bergisel hatte in den vergangenen Jahren schon allein bei den Männern beständig für Terminprobleme gesorgt. Aufgrund der Lichtverhältnisse kann im Januar nur bis ungefähr 16.00 Uhr gesprungen werden. Wenn der Wettkampf aufgrund des notorischen Föhnwindes unterbrochen werden musste, wurde es regelmäßig knapp im Zeitplan - in diesen müssen künftig auch die Frauen integriert werden.
Nach jahrelangen Bemühungen soll die Vierschanzentournee ab dem kommenden Winter auch für Frauen eingeführt werden. Während die deutschen Standorte Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen schon seit einigen Jahren im Rahmen der Männer-Termine auch Frauen-Weltcups veranstalten (bislang als Two Nights Tour), liefen die Gespräche mit den österreichischen Standorten Innsbruck und Bischofshofen schleppend.
Knackpunkt ist die Zukunft der Normalschanzenspringen in Villach und Hinzenbach. Diese beiden Städte sollen nach Willen des Verbandes Weltcup-Standorte bleiben, auch wenn Innsbruck und Bischofshofen neu hinzukommen, um die für den Nachwuchs wichtigen kleinen Anlagen wirtschaftlich betreiben zu können.
"Die Erhaltung der beiden Schanzen ist nur möglich mit der Aussicht auf internationale Wettkämpfe", heißt es aus dem Verband. ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher sagte der Kronen-Zeitung: "Die kleinen Schanzen sind wichtig für den Nachwuchs. Sonst haben wir in 10, 15 Jahren keine Springer mehr."
Allerdings plant der Weltverband FIS, die Kalender von Frauen und Männern künftig anzugleichen, "exklusive" Standorte für nur ein Geschlecht sollen demnach vermieden werden. Die Verhandlungen zwischen ÖSV und FIS ziehen sich hin.