Wintersport
Kombination: Rydzek fehlt halbe Sekunde zum Sieg
Kombinations-Altmeister Johannes Rydzek hat im Schneetreiben von Otepää seinen ersten Saisonsieg knapp verpasst. Der 34-Jährige musste sich in Estland in einem packenden Rennen knapp im Zielsprint des 10-km-Skilanglaufs dem Norweger Einar Luraas Oftebro geschlagen geben und wurde Zweiter.
"Bei dem heftigen Schneefall war es ein echt hartes Rennen und ich kenne die Strecke aus vielen Rennen seit 2011 sehr gut", sagte Rydzek, der dem verpassten Sieg nicht nachtrauerte: "Ich bin superhappy, zurück auf dem Podium zu sein, ich habe das sehr genossen."
Rydzek hat den letzten seiner bisher 19. Weltcupsiege am 30. November 2024 in Kuusamo gefeiert. Nun fehlten ihm 0,5 Sekunden zur Nummer 20 - im Kampf um das Olympia-Ticket sammelte der Routinier aber wichtige Argumente. Dritter wurde der Norweger Andreas Skoglund vor Jens Luraas Oftebro. Der Bruder des Siegers lief noch von Platz 29 auf vier nach vorne.
Pech hatte Julian Schmid. Der Oberstdorfer, der am Freitag im Massenstart seinen ersten Saisonsieg gefeiert hatte und am Samstag als Spitzenreiter nach dem Springen in die Entscheidung gegangen war, kollidierte kurz vor dem Ziel in der Führungsgruppe mit Weltcup-Spitzenreiter Johannes Lamparter und dem Esten Kristjan Ilves. Nach dem folgenden Sturz rappelte sich Schmid zwar wieder auf, wurde aber letztlich nur Fünfter.
Die deutschen Frauen verpassten hingegen das Podest. Beste DSV-Starterin beim fünften Sieg der Norwegerin Ida Marie Hagen im sechsten Saisonrennen war Weltcup-Titelverteidigerin Nathalie Armbruster auf Platz sieben vor Jenny Nowak auf Platz acht.
Hagen siegte überlegen mit 1:21 Minuten Vorsprung auf die Japanerin Yuna Kasai. Sprung-Siegerin Ingrid Laate, die mit 1:12 Minuten Vorsprung auf ihre zweitplatzierte Landsfrau Hagen losgelaufen war, kam nach sechs Kilometern mit 1:25 Minuten Rückstand als Fünfte ins Ziel.
Die Springen bei Männern und Frauen waren am Samstagmorgen wie schon beim Massenstart am Freitag wegen starker Winde abgesagt bzw. abgebrochen worden - sehr zur Freude von Schmid und Rydzek. Im provisorischen Wertungsdurchgang (PCR) vom Donnerstag, der als Grundlage für den 10-km-Langlauf benutzt wurde, hatten die beiden nämlich vorne gelegen und gingen somit von den ersten beiden Positionen ins Rennen.
Olympiasieger Vinzenz Geiger hingegen war als 25. nach dem Springen mit entsprechend geringen Chancen ins Rennen gewesen, lief als Zehnter aber noch in die Top 10 vor.
Am Sonntag steht ein weiterer Einzelwettkampf in Otepää an - wenn denn gesprungen werden kann. Denn die beiden absolvierten PCR, deren Ergebnis jeweils nur einmal verwendet werden kann, sind bereits "aufgebraucht".
Geschichte schrieb am Samstag der Japaner Akito Watabe. Der 37 Jahre alte Team-Weltmeister von 2009 bestritt sein 296. Weltcuprennen - eins mehr als der bisherige Rekordhalter Willi Denifl aus Österreich.