Wintersport
Mit "75 Prozent": Taubitz fährt in Winterberg auf Platz zwei
Rodel-Weltmeisterin Julia Taubitz hat ihren Krankheitsproblemen zu Beginn des Olympiajahrs erneut getrotzt und im verschneiten Winterberg den nächsten Podestplatz eingefahren. In Abwesenheit von Vize-Weltmeisterin Merle Fräbel, die wiederum krankheitsbedingt passen musste, fuhr die 29-Jährige vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal hinter der Österreicherin Hannah Prock auf Platz zwei. Prock hatte auch bereits den Saisonauftakt in Winterberg für sich entschieden und ist nun Führende im Gesamtweltcup.
Taubitz hatte sich da noch mit einem enttäuschenden zwölften Platz zufrieden geben müssen. Diesmal fuhr die Gesamtweltcupsiegerin der vergangenen Saison, der am Ende nur 0,087 Sekunden auf Prock fehlten, an gleicher Stelle den dritten Podestplatz in Serie ein und schob sich damit im Gesamtweltcup unter anderem an Fräbel vorbei auf Platz zwei.
Das Podest komplettierte am Samstag die Italienerin Verena Hofer (+0,365). Anna Berreiter (Berchtesgaden/+0,691) wurde Sechste, Fräbel-Vertreterin Melina Fischer (Zwickau/+1,073) fuhr auf Platz 14, Anka Jänicke (Königssee/+1,315) fuhr auf Rang 17.
Kurz vor Weihnachten hatte Taubitz in Lake Placid ihren ersten Saisonsieg eingefahren und zu Jahresbeginn zuletzt grippegeschwächt einen dritten Platz in Sigulda folgen lassen. Die Krankheit musste mit Antibiotika behandelt werden und beeinträchtigte auch die Vorbereitung auf den zweiten Auftritt in Winterberg.
"Bei 75 Prozent bin ich schon", sagte Taubitz, die das Rennergebnis auch deshalb "unglaublich froh" stimmte, am ARD-Mikrofon. Nach dem Rennen gehe es für sie dennoch "direkt wieder ins Bett".
Nach dem enttäuschenden Saisonstart bringt sich Taubitz trotz der schwierigen Umstände langsam in die angestrebte Olympia-Form. Beim Saisonhöhepunkt in Cortina d'Ampezzo in rund einem Monat will sie sich ihren Gold-Traum erfüllen. 2022 war sie als Favoritin ins Olympiarennen in Peking gegangen, am Ende nach einem Sturz im zweiten Lauf aber nur Siebte geworden.
Vor den Spielen in Italien stehen noch zwei Weltcup-Rennen in Oberhof an, die Quotenplätze werden allerdings schon nach diesem Wochenende verteilt. Wer die drei deutschen Plätze bekommt, entscheidet anschließend Bundestrainer Patric Leitner. Sie dürften aufgrund der internen Rangliste an Taubitz, Fräbel und Berreiter gehen.