Wintersport Olympia
Skibergsteigen: DAV weist Athleten-Vorwürfe zurück
Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat Vorwürfe zweier deutscher Skibergsteiger zurückgewiesen, die nicht für die Premiere ihrer Sportart bei den Olympischen Winterspielen nominiert wurden. Dabei geht es um die angebliche Nichteinhaltung von Hygienestandards bei Blutabnahmen und fehlende Sicherheitsmaßnahmen bei Belastungstests im Dachverband.
Laut eines ARD-Berichts über die Vorwürfe sei bei Athleten angeblich bis zu 60-mal innerhalb weniger Stunden Blut zur Laktatwert-Bestimmung aus dem Ohrläppchen entnommen worden. Zum Teil sei dies durch ungeschulte Helfer geschehen. Auch minderjährige Athleten seien betroffen gewesen. Bei den Maßnahmen seien Hygienemindeststandards missachtet worden.
"Irgendwann wurde dann die Wundkruste abgekratzt, damit man wieder an das Blut rankommt. Dann wurde wieder neu angestochen und neu angesetzt. Es war irgendwann einfach nur noch tierisch schmerzhaft", sagte Sophia Weßling in dem Beitrag. Felix Gramelsberger sprach von einer "wahnsinnigen Blutpanscherei". An den Handschuhen sei Blut anderer Athleten zu sehen gewesen, "und damit haben sie dann in die Einstichstellen gedrückt. Dadurch bestand einfach ein erhebliches Infektionsrisiko".
Bei Belastungstests auf dem Laufband seien Athleten zudem ungesichert waren, eine Athletin sei schwer auf den Kopf gestürzt. Als Sportler die Missstände angesprochen hätten, seien sie von höherer Stelle im Verband "immer wieder als hysterisch abgestempelt worden", sagte Gramelsberger.
Der DAV äußerte am Donnerstag in einer Stellungnahme, die konkret genannten Leistungstests seien "im Rahmen sportwissenschaftlicher Untersuchungen in Kooperation mit externen Partnern" erfolgt und "durch Fachpersonal durchgeführt" worden. "Kapillare Blutentnahmen am Ohrläppchen sind im Leistungssport ein übliches Verfahren zur Leistungsdiagnostik. Nach Rückmeldungen aus dem Athletenkreis wurden Abläufe überprüft und organisatorisch weiterentwickelt", hieß es weiter.
Hinweise zu Konflikten im Trainingsumfeld seien "unabhängig aufgearbeitet" worden, der Verband habe daraus "Konsequenzen gezogen und Prozesse weiter verbessert". Der DAV betonte, Hinweise ernstzunehmen, diese sorgfältig zu prüfen und Strukturen weiterzuentwickeln. "Entscheidend ist, dass daraus Verbesserungen entstehen. Genau das ist erfolgt", stellte der DAV fest.
Der Deutsche Alpenverein verwies abschließend darauf, dass man aufgrund der Aufnahme des Skibergsteigens ins Programm der Winterspiele 2026 "innerhalb kurzer Zeit Strukturen" habe entwickeln müssen, "die in anderen Sportarten über viele Jahre gewachsen sind".