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Formel-E-Debüt von David Beckmann: "Wurde leider in die Wand gedrängt!"

  • Aktualisiert: 07.06.2023
  • 10:35 Uhr
  • Motorsport-Total
Article Image Media
© Motorsport Images
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David Beckmann feierte in Jakarta sein Formel-E-Debüt für Andretti - Im zweiten Rennen wurde er unverschuldet in einen Unfall verwickelt

Ersatzfahrer arbeiten meist im Verborgenen, weil die Stammpiloten einer Meisterschaft im Rampenlicht stehen. Doch das kann sich plötzlich ändern, wenn einer der regulären Fahrer ausfällt und ersetzt werden muss. So geschehen bei David Beckmann, der beim Formel-E-Rennwochenende in Jakarta sein Debüt gab. Der Deutsche sprang bei Andretti für Andre Lotterer ein und fuhr zwei Rennen, von denen er in einem ohne Eigenverschulden nicht einmal die Zielflagge sah.

Beckmann sprang für den Duisburger ein, der mit Porsche in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start geht, weshalb Lotterer zum Testen an die Sarthe in Frankreich reiste. Eigentlich ist Beckmann Porsche-Reservefahrer, doch da der Iserlohner bereits im Vorjahr für Andretti im Einsatz war, entschied sich das Team für den jungen Deutschen als Lotterer-Ersatz.

Durch seine Tätigkeit als Test-, Reserve- und Simulatorfahrer hat Beckmann zwar schon einige schnelle Runden in einem Formel-E-Boliden gedreht, ein Rennen in der elektrischen Formel-Weltmeisterschaft hat der 23-Jährige in den Jahren 2022 und 2023 aber noch nicht bestritten. In Indonesien stand Beckmann nun zum ersten Mal in der Startaufstellung und wollte zeigen, was in ihm steckt.

Lehrreiches Wochenende für Beckmann

Im ersten Rennen ging es für Beckmann vor allem darum, sich zu akklimatisieren und ein sicheres Rennen zu fahren. Dennoch hatte sich der Andretti-Pilot im Vorfeld zum Ziel gesetzt, in die Punkte zu fahren. Mit Platz 16 verfehlte er dieses selbst gesteckte Ziel zwar, fuhr aber ein fehlerfreies Rennen. Lediglich beim Start kam es zu einem kurzen Zweikampf mit Sebastien Buemi, der sich einen Reifenschaden zuzog.

Mit neuer Erfahrung und viel Motivation startete Beckmann in Jakarta in sein zweites Formel-E-Rennen. Die ersten Runden sahen vielversprechend aus, doch der Traum von WM-Punkten platzte, als der Deutsche von Lucas di Grassi im Mahindra in die Streckenbegrenzung geschickt wurde. So reiste Beckmann mit leeren Händen aus Indonesien ab.

Gegenüber 'Motorsport-Total.com' fasst Beckmann sein erstes Rennwochenende als Formel-E-Pilot zusammen: "Ich bin mit meinem Wochenende insgesamt zufrieden. Natürlich war es nicht ideal, vor allem das zweite Rennen. Ich denke, da hätten wir die Chance gehabt, knapp in die Punkte zu fahren, denn unser Energiemanagement war sehr gut und unsere Pace grundsätzlich sehr stark."

Di Grassi reißt Beckmann ins Aus

"Dann wurde ich leider von einem Konkurrenten in die Mauer gedrängt", so sein ernüchterndes Fazit. "Damit war das Rennen gelaufen." Trotz dieses Rückschlags will sich Beckmann nicht unterkriegen lassen, schließlich habe er bei seinem Debüt in der Formel E "viel gelernt". Vor allem das erste Rennen war für den Iserlohner noch eine Lehrstunde.

"Da musste ich meinen Fahrstil anpassen, denn ich bin noch nicht so effizient gefahren, das musste ich auch erst lernen", erklärt Beckmann das Ergebnis am Samstag. "Das waren meine ersten Energy-Runden in der Formel E, davor bin ich nur schnelle Runden gefahren. Es war nicht einfach für mich, das zu lernen. Im Simulator ist es dann doch etwas anderes als in der Realität."

Wichtig für Beckmann ist, dass sein Team Andretti mit der Leistung des Ersatzmannes "zufrieden" war. "Im zweiten Qualifying haben wir schon eine große Steigerung gesehen, das war extrem eng. Das zeichnet die Formel E aus, wie eng es zugeht. Für Andretti war es ein gutes Wochenende, denn Jake [Dennis] hat geliefert und wichtige Punkte geholt."

Andretti mit Leistung zufrieden

Mit zwei zweiten Plätzen hat sich Beckmanns Teamkollege Dennis als ärgster Verfolger von Pascal Wehrlein positioniert. Wehrlein, wie Beckmann Porsche-Werksfahrer, hat die Führung in der Gesamtwertung der Formel E zurückerobert und liegt nun einen Punkt vor Dennis, der Zweiter ist. Bei Beckmann steht zwar eine Null, doch er sieht das "lehrreiche" Wochenende als wichtigen Schritt in seiner Karriere.

"Vielleicht bekomme ich die Chance, da weiterzumachen, wo ich jetzt aufgehört habe", sagt er. "Natürlich ist noch Luft nach oben, aber es war ein gutes Wochenende, das viel Spaß gemacht hat. Ich denke, ich habe einen guten Eindruck hinterlassen." Das nächste Rennen der Formel E findet am 24. Juni 2023 im amerikanischen Portland statt. Nach Lotterers Rückkehr von den 24 Stunden von Le Mans wird der Duisburger dann wieder für Andretti ins Cockpit steigen.


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