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Motorsport Formel 1

100 Punkte Abtrieb weg: So kämpfte Red Bull um Verstappens Unterboden

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© Motorsport Images
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Wer hätte gedacht, dass sich Red Bull und Max Verstappen über einen vierten Platz im Qualifying freuen? Doch das war nach der Qualifikation in Silverstone der Fall. Denn mit diesem Ergebnis hatten weder der Niederländer noch sein Team gerechnet, nachdem er in Q1 in der Copse-Kurve ins Kiesbett abgeflogen war und sich den Unterboden beschädigt hatte.

"Ich war schon glücklich, es überhaupt in Q3 zu schaffen, weil das Auto deutlich schlechter geworden war", sagt Verstappen gegenüber Sky. "Mit Platz vier bin ich sehr zufrieden."

Laut Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko habe Verstappen bei seinem Abflug rund 100 Punkte an Abtrieb verloren. Da mit diesem Wert kein Fan etwas anfangen kann, drückt der Österreicher es in Zeit aus: "Wir haben ein Update gebracht, das hat sechs Punkte. Und das hat ungefähr ein halbes Zehntel ausgemacht."

Wenn man das 1:1 auf 100 Punkte hochrechnet, würde man auf rund achteinhalb Zehntelsekunden kommen, die Verstappen gefehlt haben.

Tatsächlich hatte der dreimalige Weltmeister Schwierigkeiten, die Hürden zu nehmen. Jeweils erst relativ spät schaffte er den Sprung in Q2 und Q3: zunächst als Elfter, dann als Sechster.

Für Q3 konnte Red Bull den RB20 aber wieder etwas fitter machen: "Die Mechaniker haben dann das, was in dieser kurzen Zeit möglich war, an Reparaturarbeiten geleistet", sagt Marko bei Sky. "Den Rest haben wir mit Adaptionen, anderen Flügeleinstellungen, gemacht und konnten das dann für das letzte Qualifying auf minus 20 Prozent reduzieren."

Unterboden voller Löcher

"Man konnte sehen, dass sie etwas abschleifen und versucht haben, jedes bisschen zu optimieren, weil der Unterboden in wirklich schlechtem Zustand war", lobt auch Verstappen die Arbeit seines Teams.

"Der Unterboden hatte viele Löcher, die man abkleben will. Ein paar Teile fehlten oder hingen herum, die möchte man loswerden - oder zumindest wieder zusammenkleben, sodass es wieder funktioniert", erklärt er. "Und genau das haben sie getan."

Doch wie konnte es überhaupt zu dem Abflug kommen? "Ich war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort", sagt Verstappen. Zuvor war bereits Teamkollege Sergio Perez in dieser Kurve abgeflogen und hatte seinen Red Bull im Kiesbett versenkt, weswegen die rote Flagge herausgeholt wurde.

Das verzögerte natürlich das Qualifying und brachte leichten Regen, der erst für das Ende von Q1 angekündigt war. "Wir sind etwas spät rausgefahren, aber wir hatten auch nicht erwartet, dass es in Q1 regnen würde", schildert der Niederländer.

Lupfer in Copse reichte nicht aus

Schon aus Kurve 7 heraus habe er Regen auf seinem Visier wahrgenommen. Doch die Fahrer vor ihm seien schon durch den Regenbereich durch gewesen, während er im Hinterkopf hatte, dass er unbedingt eine Zeit setzen muss, weil noch mehr Regen kommen könnte. "Sonst bist du sowieso in Q1 draußen", sagt er.

"Ich habe natürlich versucht, etwas Speed rauszunehmen. Ich habe in Copse gelupft, aber es war nicht genug. Es war so rutschig, dass ich immer noch einen Moment hatte", schildert er. Dadurch kam er von der Strecke in den nassen Bereich und fuhr schließlich durch das Kiesbett, ohne allerdings anzuschlagen. "Aber leider hat das den Unterboden beschädigt", hadert er.

"Von da an habe ich nur versucht, durchzukommen. Das Team hat noch einen guten Job gemacht, die Verluste zu optimieren."

Für ihn sei das einfach Pech gewesen, wie er betont. "Natürlich will ich nicht, dass so etwas passiert, aber manchmal hast du das nicht in deiner Hand", so Verstappen. "Ich wäre natürlich gerne Erster geworden und denke, dass wir um Platz eins hätten kämpfen können." Am Ende waren es knapp vier Zehntel Rückstand auf die Pole.

Von Platz vier ist nichts verloren

Die letzte Runde selbst sei laut Verstappen nicht so schlecht gewesen, abgesehen eines Querstehers in Kurve 4. "Aber die Balance hat sich jede Runde geändert und ich habe in jeder Runde etwas an meinem Lenkrad verstellt, um einen besseren Kompromiss zu finden", sagt er. "Bei manchen Dingen haben wir vielleicht übertrieben, aber trotzdem war es eine gute Runde."

"Ich habe versucht, an die Grenze zu gehen und die Strecke wo ich konnte auszunutzen, weil der Abtrieb in den schnellen Kurven natürlich nicht da war und ich in einigen Kurven langsamer war als im Training. Aber mit dem Schaden war es das Beste, was wir tun konnten."

Doch auch mit Platz vier sei noch nichts verloren: "Alles ist möglich", sagt Verstappen. "Ich muss vermutlich im Rennen etwas mehr attackieren, was aber auch Spaß macht. Ich hoffe, dass das Wetter hilft und es ein trockenes Rennen gibt."

Am Sonntag wird er dann an drei Briten vorbei müssen, die sich die ersten drei Plätze gesichert haben.


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