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Motorsport Formel 1

Antonelli fix im Mercedes: Was ist dran an den neuesten Storys?

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"Hamilton-Nachfolger steht fest!" So lautete am Dienstag eine Schlagzeile, die die Formel-1-Community im Internet derzeit in helle Aufregung versetzt. Andrea Kimi Antonelli, ein 17-jähriger Italiener aus der Formel 2, habe "sich den Silber-Sitz gesichert", schreibt die Bild-Zeitung. Und auch RTL berichtet auf Instagram: "Kimi Antonelli ab 2025 im Mercedes!"

Den Stein ins Rollen gebracht hat wohl Mercedes-Teamchef Toto Wolff, als er am Rande des Grand Prix von Kanada gegenüber Sky erklärte, man wolle sich "konzentrieren auf den Kimi. Das ist unsere Zukunft. Junger Fahrer. Und wollen uns auch bekennen zur Jugend. Und deswegen ... Das haben wir auch dem Carlos gesagt."

Ein Statement, das womöglich überinterpretiert wurde. Es ist kein Geheimnis, dass Mercedes gerade alles in die Waagschale wirft, um Antonelli für die Formel 1 vorzubereiten. Damit er ready ist, sollte sich die Chance für 2025 bieten. Dazu kommt, dass Mercedes dem scheidenden Ferrari-Piloten Carlos Sainz abgesagt hat. Daraus wurde offenbar eins und eins zusammengezählt.

Wolff bestätigt auf Nachfrage sogar explizit, dass Mercedes Sainz abgesagt habe. Der Spanier, der bei Sauber-Audi und Williams als Wunschkandidat Nummer 1 gilt, sei zwar ein hochkompetenter Fahrer, doch Mercedes sieht sich auf dem Fahrermarkt nicht unter Zugzwang und betrachtete es daher nur als fair, ihn nicht länger hinzuhalten, heißt es.

Unsere Infos: Mercedes hat sich noch nicht entschieden

Aber: Laut Informationen von Motorsport-Total.com ist die Entscheidung, dass Antonelli 2025 wirklich zum Rennfahrer im Mercedes-Werksteam aufsteigt, noch nicht final gefallen. Was freilich nichts dran ändert, dass seine Chancen, das Cockpit an der Seite von George Russell letztendlich zu erhalten, gut sind.

Nur: Auch wenn Mercedes dem Vernehmen nach nicht nur Sainz, sondern auch allen anderen Bewerbern abgesagt hat, die theoretisch in Frage gekommen wären - für einen hält Wolff die Tür immer noch offen. Denn es deutet zwar vieles drauf hin, dass Max Verstappen 2025 bei Red Bull bleiben wird. Aber bei Mercedes hat der dreimalige Weltmeister bisher nicht abgesagt.

Das haben Recherchen von Motorsport-Total.com ergeben, und auch Wolff hat erst in Kanada ausdrücklich festgehalten: "Noch haben wir keine Entscheidung getroffen. Denn da ist ja noch der eine oder andere, der vielleicht auch interessant sein könnte." Wen er damit meint, dürfte klar sein - auch wenn Wolff das nicht explizit ausspricht.

Indes glaubt ein anderer Österreicher, Gerhard Berger, dass Mercedes für Verstappen "im Moment eher weniger" Thema sei ("ich betone: im Moment"). Berger sagt in der Bild am Sonntag: "Toto bemüht sich um ihn, aber Max weiß, dass seine fahrerische Stärke in der jetzigen Situation vermutlich nicht ausreichen würde, den Mercedes wieder auf die Siegesstraße zurückzuführen."

Eine Aussage, die bei den Verstappens womöglich anders betrachtet wird. Die einstige technische Überlegenheit von Red Bull war zuletzt wie weggeblasen. Das konnte man an der Performance von Sergio Perez sehen, der in den letzten drei Grands Prix nur einmal Achter war und sonst nie gepunktet hat, und in den letzten drei Qualifyings nicht mehr ins Q3 eingezogen ist.

Gleichzeitig befindet sich Mercedes technisch im Aufwind. Seit dem Monaco-Update ist die Performance des W15 deutlich besser geworden - in Kanada fuhr George Russell sogar aus eigener Kraft auf Poleposition und war auch im Rennen am Kampf um den Sieg beteiligt. Und wer Verstappen kennt, der weiß, dass er womöglich denkt: Was Russell kann, kann ich schon lang.

Ja zu Antonelli erst, wenn Nein von Verstappen da ist

Wahrscheinlich ist: Wolff wird Antonelli nicht zusagen, solange noch eine theoretische Chance besteht, Verstappen zu bekommen. Und aus dessen Lager gab es bisher laut Informationen von Motorsport-Total.com eben keine Absage. Zumal er zuletzt Kritik dran geäußert hat, dass sich bei Red Bull gerade die sportlich-technischen Probleme häufen.

Auch Berger glaubt: "Max ist momentan sicher in einer starken Überlegungsphase, wie es mit ihm ohne seinen Mentor Helmut Marko und Adrian Newey weitergeht. Red Bull ist im Moment sicherlich die beste Lösung, aber Max wird sich knallhart für eine bessere Lösung entscheiden, sobald sich eine Möglichkeit auftut."

"Wenn er feststellt, dass sein Auto zu schwächeln beginnt und er woanders Vorteile sieht, wird er diese Chance nutzen. Er ist von der Performance getrieben", sagt Berger und vermutet: "Wenn sich Newey für Mercedes entscheiden würde, wäre Verstappen ruckzuck auch dort. [...] Es sieht aber im Moment ganz danach aus, dass Newey bei Ferrari landet."

Ist Bearman wirklich schon fix bei Haas?

Die Meldung, wonach Mercedes seine Fahrerentscheidung bereits getroffen habe, war übrigens nicht die einzige Story dieser Art, die am Kanada-Wochenende für Aufsehen gesorgt hat. Denn die Daily Mail berichtete am Samstag, der amerikanische Haas-Rennstall habe den Vertrag mit Nachwuchstalent Oliver Bearman bereits unterschrieben.

Auch das stimmt laut Informationen von Motorsport-Total.com so nicht ganz. Zwar gilt es als sehr wahrscheinlich, dass Bearman eins der beiden Cockpits erhalten wird - was im Formel-1-Paddock ohnehin seit Wochen als offenes Geheimnis gilt. Doch unterschrieben sei der Vertrag noch nicht, heißt es aus gut unterrichteten Kreisen.


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