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Motorsport Formel 1

Aston Martin legt Protest ein: Hätte Sainz nicht mehr fahren dürfen?

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© Motorsport Images
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Muss Carlos Sainz um seinen siebten Startplatz beim Formel-1-Rennen in China zittern? Das Aston-Martin-Team hat nach dem Qualifying in Schanghai offiziell Protest gegen das Ergebnis der Session eingelegt.

Der Rennstall bezieht sich dabei auf Artikel 39.6 des Sportlichen Reglements der Formel 1. Darin heißt es wörtlich: "Any driver whose car stops on the track during the qualifying session or the sprint qualifying session will not be permitted to take any further part in that session."

Heißt: Bleibt ein Auto im Qualifying auf der Strecke stehen, dann darf es nicht weiter am Qualifying teilnehmen.

Sainz war in Q2 in der letzten Kurve auf das Kiesbett gekommen und hatte sich daraufhin in die Streckenbegrenzung gedreht. Der Ferrari schlug leicht in die Barriere ein und kam anschließend zum Stehen. Die Rennleitung zeigte sogar offiziell an, dass ein Auto auf der Strecke steht, und holte die rote Flagge heraus.

Auch sein Ferrari-Team sagte Sainz am Funk, dass er das Auto ausmachen soll. Doch der Spanier konnte sein Fahrzeug noch einmal in Gang bringen und zurück an die Box fahren, wo es repariert wurde, sodass Sainz weiter regulär am Qualifying teilnehmen konnte.

Sainz, der bis zu seinem Unfall noch keine Zeit auf dem Konto hatte, konnte innerhalb der verbleibenden 6:44 Minuten noch auf Platz drei fahren und damit den Einzug in Q3 erreichen - zum Leidwesen von Aston Martins Lance Stroll, der als Elfter hängen blieb.

Sainz: Größeren Crash im letzten Augenblick abgewendet

"Es war ein simpler Fehler", erklärt Sainz seinen Unfall. "Ich bin etwas zu stark über den inneren Randstein gefahren, was mich etwas von der Linie abgebracht hat. Ich habe den Kies am Ausgang berührt und mich gedreht."

"Aber im letzten Moment, bevor ich die Wand berührt habe, konnte ich das Lenkrad noch ein wenig drehen und in einem besseren Winkel crashen", schildert er. "Das hat mir vermutlich den Tag gerettet."

So musste Ferrari im Grunde nur den Frontflügel tauschen und konnte Sainz wieder normal ins Qualifying schicken. "Ich hatte dann in Q2 eine sehr starke Runde und konnte mein Selbstvertrauen wieder zurückgewinnen", so der Spanier.

Nach dem Wechsel habe sich aber die Balance ein klein wenig anders angefühlt. "Jeder Frontflügel verhält sich etwas anders, und wir hatten etwas Tape auf dem Auto, was sicherlich nicht geholfen hat."

Pace schlimmer als in Suzuka

Am Ende wurde es Platz sieben, mit dem Sainz aber durchaus leben kann. "Die Autos, die heute vor uns waren, sind an diesem Wochenende über eine Runde etwas schneller als wir. Wir haben hier lange, mittelschnelle Kurven, und da scheint der Ferrari immer ein paar Probleme zu haben."

Laut ihm sei es auf eine Runde gesehen sogar schlimmer als in Suzuka vor zwei Wochen. "Und das in Verbindung mit einer seltsamen Oberfläche, die uns nicht viel Grip bietet, zeigt uns, dass wir über eine Runde nichts Besonderes sind."

An Red Bull will er daher an diesem Wochenende keinen Gedanken verschwenden, sondern sich eher auf die restliche Konkurrenz konzentrieren, denn beide McLarens und der Aston Martin von Fernando Alonso liegen auch vor Ferrari. "Sie haben über eine Runde eine bessere Pace gezeigt, aber hoffentlich bekommen wir über die Renndistanz unsere Chance."

"Das Problem ist, dass es drei Autos sind, die wir überholen müssen", sagt Sainz.

Schon in Suzuka habe er zwei Stints ausdehnen müssen, um nur den McLaren von Lando Norris zu überholen. "Um drei Autos morgen zu überholen, brauchst du eine echte Rennpace. Es wird schwierig, weil du deine Reifen schon hart rannimmst, wenn du versuchst, ein Auto zu überholen. Und dann musst du noch eins überholen. Schauen wir mal."

"Mein Gefühl ist, dass wir zurückkommen können, aber wir müssen eine deutlich bessere Pace an den Tag legen als heute."

Zwist mit Leclerc ausgeräumt?

Im Sprint war Ferrari auf den Positionen vier und fünf gelandet, hatte aber vor allem Schlagzeilen durch ein teaminternes Duell geschrieben, bei dem Sainz Charles Leclerc in der Haarnadelkurve neben die Strecke gedrückt hatte. Leclerc sagte anschließend, dass Sainz damit eine Grenze überschritten habe.

"Ich bin einfach hart gefahren, auch gegen andere Autos und habe mich nicht beschwert", sagt Sainz. "Natürlich muss man seinem Teamkollegen so viel Raum wie möglich lassen, was ich immer versuche und in meiner Karriere immer gemacht habe."

"Ich war einfach in einer schlechten Position, nachdem mein Auto von Fernando beschädigt wurde. Mein Unterboden war komplett kaputt und ich hatte viel Dreck auf den Reifen. Es gab also nicht viel, was ich hätte tun können", verteidigt er sich.

Gesprochen habe er mit Leclerc noch nicht: "Bei diesem Format hat man nicht so viel Zeit, miteinander zu reden. Das werden wir vermutlich heute Abend tun, aber da ist absolut keine Schärfe dran", so Sainz.

Teamkollege Leclerc schildert es jedoch etwas anders und sagt, dass es sehr wohl ein Gespräch gegeben habe: "Alles ist gut, keine Probleme", sagt der Monegasse. "Ich werde nicht alle Details unserer Gespräche verraten, weil es immer private Gespräche sind, die auch privat bleiben sollten, aber die Gespräche verliefen gut, und alles ist in Ordnung.


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