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Christian Horner: Waren auch mit einem einzigen Sieg zufrieden

  • Aktualisiert: 21.06.2023
  • 13:45 Uhr
  • Motorsport-Total
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© Motorsport Images
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100 Siege hat Red Bull jetzt in der Formel 1 geholt, doch Christian Horner hätte auch nach dem ersten 2009 schon mit diesem einen leben können

Red Bull hat am Sonntag als fünftes Team der Formel-1-Geschichte die Schallmarke von 100 Rennsiegen erreicht. Gerade einmal 18 Jahre brauchte der 2005 gegründete Rennstall dafür. Red Bull hatte damals das Jaguar-Team übernommen, die aus der Formel 1 ausgestiegen waren, und brachte einen frischen Wind ins Feld.

Der mittlerweile verstorbene Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz war schon länger als Sponsor mit der Formel 1 verbunden und sah damals die Chance, sein eigenes Team zu haben. "Es war Dietrichs Vision, Red Bull als Team reinzubringen - aber nicht, um nur dabei zu sein, sondern um konkurrenzfähig zu sein", erinnert sich Teamchef Christian Horner.

So ein wenig galt die Truppe damals als Spaßteam und fuhr lediglich mit Mittelfeld mit. Doch mit der neuen Formel-1-Ära ab 2009 sollte sich das ändern: Im fünften Jahr des Teams gelang in China der erste Grand-Prix-Sieg von Sebastian Vettel in einer Phase, in der das Brawn-Team damals alles dominiert hatte und mit Jenson Button sechs der ersten sieben Rennen gewann. Nur China nicht.

"Ich erinnere mich, dass ich an dem Tag den Pokal mitgenommen habe, ins Flugzeug nach Hause gestiegen bin und gedacht habe, dass wir zumindest einmal gewonnen haben", sagt Horner. "Wenn nichts weiter passiert, dann haben wir trotzdem immerhin ein Rennen gewonnen."

Doch dieses Gefühl wollte der Engländer weiter kosten. Und 14 Jahre und 99 Siege später feierte das Team am vergangenen Wochenende nun das runde Jubiläum. "Das ist ein Meilenstein für das Team", sagt Horner.

"Es ist ein Beweis für das Engagement und die harte Arbeit aller Mitarbeiter des Unternehmens", sagt er. "Es gibt so viele unbesungene Helden, die zu dieser unglaublichen Leistung beigetragen haben. Das ganze Team ist also unglaublich stolz darauf."

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Überholt Red Bull bald Dauerfeind Mercedes?

Geht die Siegesserie in diesem Jahr weiter, dann könnte man mit einer perfekten Bilanz am Saisonende zu Williams aufgeschlossen haben. Und auch der langjährige Rivale Mercedes ist mit 125 Siegen zumindest in Sichtweite. Doch damit hat sich Horner noch gar nicht befasst.

"Ich weiß gar nicht, wie viele Mercedes hat", winkt er ab. "Wir sind in einen ziemlich elitären Club eingetreten, und wenn man sieht, welche Namen dort mit dabei sind, dann ist das phänomenal." Mit Williams, Mercedes, McLaren und Ferrari sind alle fünf Hunderter aktuelle Formel-1-Teams.

Doch während die meisten davon schon seit langer Zeit dabei sind, ist Red Bull ein vergleichsweise junges Team. "Wir haben gerade erst angefangen", sagt Horner. "Wir haben unseren ersten Sieg 2009 geholt und in der Periode ziemlich viel erreicht."

Zum Vergleich: Als Ferrari seinen letzten WM-Titel in der Formel 1 holte, hatte Red Bull noch keinen einzigen Sieg auf dem Konto.

Mit Senna gleichgezogen: Was bedeutet Verstappen das?

Zu den 100 Siegen hat neben Sebastian Vettel (38 Siege) in den vergangenen Jahren vor allem ein Mann beigetragen: Max Verstappen. Mit seinem 41. Sieg hat er Vettel Red-Bull-intern schon überholt und die meisten Rennsiege für das Team eingefahren - und natürlich auch die Nummer 100.

"Er hat sich als Megatalent herausgestellt, und man kann schon anfangen, ihn in einem Satz mit den ganz Großen zu nennen", sagt Horner. Passend dazu zog Verstappen damit auch mit Rennlegende Ayrton Senna gleich.

Der Niederländer selbst kann mit solchen Vergleichen immer nicht viel anfangen, doch Horner ist überzeugt, dass sich auch Verstappen der Bedeutung bewusst ist: "Ich denke, ein Teil von ihm wird darauf stolz sein", sagt er.

"Ich glaube, er ist keiner, der große Gefühle zeigt. Er ist ein sehr bescheidener Typ. In vielerlei Hinsicht ist er sehr zurückhaltend. Aber ich weiß, dass es ihm hinter den Kulissen sehr viel bedeuten wird."

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Horner: Max hüpft nicht auf dem Podium rum

Doch auch intern sei der zweimalige Weltmeister in dieser Hinsicht kein Lautmaler: "Er ist einfach ein normaler Typ. Er ist nicht so einer, der auf dem Podium auf und ab hüpft und so", sagt der Teamchef. "Er liebt einfach den Rennsport, er fährt das Auto hart und gibt alles. Und was man sieht, ist das, was man auch bekommt."

Auch die 100 Siege von Red Bull nimmt Verstappen eher zur Kenntnis. Scherzhaft hat er daher nach dem Rennen schon die 200-Siege-Marke angepeilt, die Designer Adrian Newey in Kanada erreicht hat.

"Das zeigt, wo er im Moment im Kopf ist", lobt Horner. "Mit 25 Jahren 41 Grand Prix und zwei Weltmeisterschaften gewonnen zu haben, ist eine unglaubliche Leistung. Ich habe ihm am Funk gesagt, dass Adrian heute seinen 200. gewonnen hat, er muss also noch ein bisschen aufholen."


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