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Motorsport Formel 1

Den Problemen auf der Spur: Privattest von Max Verstappen in Imola

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© Motorsport Images
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Max Verstappens Reise zum Formel-1-Rennen in Barcelona beinhaltete noch einen kleinen Umweg nach Imola. Denn dort absolvierte der dreimalige Weltmeister am Mittwoch einen kleinen "Geheimtest" in einem Red Bull RB18 aus dem Jahr 2022.

Dass Teams Testfahrten in einem früheren Modell absolvieren, ist nichts Ungewöhnliches, weil es angesichts der Testeinschränkungen mit dem aktuellen Auto eine gute Möglichkeit ist, jungen Fahrern eine Einsatzchance zu geben oder Filmaufnahmen zu absolvieren.

Der Imola-Test von Max Verstappen war aber eine andere Geschichte, denn Red Bull versuchte damit, seinen Problemen mit Randsteinen und Bodenwellen auf den Grund zu gehen. Imola gehörte neben Monaco und Kanada zu den drei Strecken, auf denen Red Bull zuletzt etwas größere Probleme gehabt hatte.

Zwar ist diese Schwäche nicht neu gewesen, doch weil die Konkurrenz derzeit wieder etwas näher an Red Bull dran ist, fiel das Problem etwas stärker ins Gewicht als früher, wo man zwar Zeit verloren hatte, aber keine Positionen.

Der Test in Imola sollte Red Bull und Verstappen eine Referenz bieten, wie groß das Problem mit den Randsteinen derzeit ist. Weil man mit dem aktuellen RB20 erst vor wenigen Wochen in Imola zu Gast war, hatte Red Bull den direkten Vergleich zum aktuellen Fahrzeug und konnte so Antworten bekommen, warum das Problem mit dem RB18 damals nicht so offensichtlich war.

"Selbst wenn du ein älteres Auto hast, hilft das immer noch, Dinge zu simulieren und herauszufinden, wo das Problem war", sagt Motorsportkonsulent Helmut Marko gegenüber Motorsport-Total.com.

"Wir haben wirklich versucht, Max eine Referenz aus einem früheren Auto zu geben", erklärt auch Chefingenieur Paul Monaghan. "Und wenn man versucht, die Stärken und Schwächen eines aktuellen Autos zu beurteilen, ist seine Referenz das aktuelle Auto."

"Indem wir das Auto jetzt genommen haben, haben wir versucht, Max eine Referenz zu geben", sagt er. "Und er konnte uns ein Feedback geben, und es liegt an uns, was wir daraus machen."

Verstappens Feedback ist gefragt

Monaghan sagt, dass es bei dem Test letztlich viel mehr darum ging, zu verstehen, woher das Feedback des Fahrers kommt, und Verstappen einen besseren Bezugspunkt zu geben, um herauszufinden, wo die Dinge im Moment stehen.

"Sein Feedback wird sich an sich nicht ändern, wir können ihm nur eine andere Referenz geben", meint er. "Die Stärken und Schwächen der Autos sind so, wie wir sie wahrnehmen."

"Wir können natürlich im Vergleich zu unseren Gegnern urteilen, aber wir mischen das mit seinen Kommentaren, mit Checos Kommentaren, und wir sagen: Okay, sind wir gut? Sind wir schlecht?", so Monaghan. "Was ist seine Wahrnehmung? Warum sagt er das? Und dann, was können wir dagegen tun?"

Red Bull hatte vor wenigen Wochen zwar das Rennen in Imola gewonnen, laut Marko sei das aber vor allem Verstappen zu verdanken gewesen, nicht dem RB20: "In Imola haben wir gewonnen, aber wir haben nur aufgrund von Max und seinen Qualitäten gewonnen", sagt er. "Wir hatten dort ein paar ernste Probleme mit dem Handling."

Red Bull: Andere heben auch ab ...

Und auch wenn der Test Red Bull keinen "Heureka-Moment" verschafft haben dürfte, der die Probleme auf einen Schlag löst, so zeigt er zumindest, dass das Team gewillt ist, diese Schwierigkeit zu beheben.

"Wenn es einfach wäre, hätten wir es vielleicht schon geschafft", sagt Monaghan. "Es wird nicht einfach sein. Aber wenn ich mir andere Autos ansehe, sieht es nicht so aus, als würden sie über die Randsteine fahren. Sie treffen etwas, und dann fliegt das Ding in die Luft. Und bei uns ist es genauso."

"Die Frage ist, ob wir uns stark genug verbessern können, um schneller zu sein als unsere Gegner. Das ist die Herausforderung, und wir wissen nicht, wie. Wir müssen in diesem schrittweisen Prozess einfach unser Bestes geben, Rennen für Rennen."


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