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Motorsport Formel 1

Formel-1-Transfermarkt 2025: Carlos Sainz ist der "Korken in der Flasche"

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© Motorsport Images
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Deutsche Medien wie die Bild-Zeitung und RTL haben zuletzt berichtet, dass Andrea Kimi Antonelli 2025 definitiv für Mercedes Formel 1 fahren wird. Die Entscheidung darüber sei bereits gefallen. Eine Falschmeldung, wie Recherchen von Motorsport-Total.com ergeben haben.

Wahr ist, dass Toto Wolff sich insofern festgelegt hat, als Antonelli im Auto sitzen wird, sollte nichts Unerwartetes mehr passieren. Doch wenn eine Chance besteht, doch noch Max Verstappen zu bekommen, wäre für Antonelli kein Platz. Wolff hält Verstappen diese Tür offen, denn die Verstappens haben sich noch nicht final dagegen entschieden, Christian Horner und Red Bull Racing zu verlassen.

Und während einige Medien ganz nervös eine baldige Entscheidung herbeischreiben wollen, haben in Wahrheit alle Beteiligten viel Zeit. Verstappen hat den Red Bull sicher, sollte er nicht zu Mercedes wechseln. Und Wolff hat Antonelli, falls Verstappen nicht kommt. Alles hängt von Verstappens Entscheidung ab. Die kann theoretisch auch erst am Saisonende fallen. Es besteht kein Zeitdruck.

Freilich müssen dafür ein paar Voraussetzungen geschaffen werden. Jos Verstappen hat hinter vorgehaltener Hand stets betont, Mercedes müsse erst das Auto in Ordnung bringen, bevor ein Wechsel Thema werden könnte. Das scheint dem Team gerade zu gelingen. Und Helmut Marko müsste Red Bull verlassen, damit Verstappen seine Ausstiegsklausel aktivieren kann. Auch das gilt als denkbar.

Bis die Verstappen-Entscheidung fällt, wird erstmal Carlos Sainz zur Königsfigur auf dem Transfermarkt. "Carlos ist der Korken in der Flasche", bringt es Kevin Magnussen auf den Punkt. "Viele Fahrer warten drauf, dass er seinen Zug macht. Dann werden alle anderen Steinchen fallen. Das ist die Wahrheit."

Alle warten auf Sainz' Entscheidung

Dem Vernehmen nach muss sich Sainz zwischen Sauber-Audi und Williams entscheiden. Eigentlich war mal angedacht, diese Entscheidung vor Barcelona zu treffen, um beim Heim-Grand-Prix eine Bekanntgabe machen zu können. Dieser Plan wurde verworfen. Sainz hält sowohl Andreas Seidl bei Sauber als auch James Vowles bei Williams hin.

"Ich werde mich bald entscheiden", verspricht er. "Ich will nicht länger warten. Es erreicht langsam einen Punkt, wo das einen gewissen Platz in meinem Kopf einnimmt, und das schon seit ein paar Wochen. Es ist an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Das wird sehr bald passieren."

Für Sauber-Audi spricht, dass ihn sein Vater Carlos sen. am liebsten dort sehen würde. Audi bietet zudem einen attraktiv dotierten Vertrag an. Und die Perspektive eines Werksteams. Gleichzeitig will Audi in der Aufbauphase des Teams nur Fahrer, die sich langfristig committen. Sollte sich Ende 2025 bei Red Bull oder Mercedes was tun, wäre Sainz gebunden.

Was diesen Aspekt betrifft, macht ihm Williams das attraktivere Angebot. Beim englischen Team könnte Sainz schon nach einem Jahr raus, sollte sich das so ergeben. Vowles rüstet gerade groß auf, engagiert neues Personal, hat für 2026 die Mercedes-Powerunit als sichere Bank vorzuweisen. Und der Williams ist derzeit viel zu schwer. Ist das Übergewicht weg, könnte das Auto konkurrenzfähig sein.

"Niemand weiß, welche Teams 2026 stark sein werden. Das ist eine reine Lotterie", sagt Sainz. "Dadurch wird 2025 wichtig. Es geht um die langfristige Perspektive, es geht um die Powerunit-Seite, es geht um die Dynamik im Team. All diese Faktoren spielen in meine Entscheidung rein. Deswegen dauert das alles so lang."

Wem holt Audi, wenn Sainz zu Williams geht?

Sauber-Audi hätte Sainz am liebsten schon vor Wochen offiziell als neuen Teamkollegen von Nico Hülkenberg präsentiert. Doch Sainz schiebt die Entscheidung immer weiter raus. Weshalb Seidl anfangen muss, konkreter mit anderen Fahrern zu sprechen. Wie Magnussen schon sagt: Sainz ist der Korken. Ist der einmal raus, wird vermutlich alles ganz schnell gehen.

Audis Liste für den Plan B umfasst dem Vernehmen nach vier Namen. Valtteri Bottas ist eine bekannte Größe. Esteban Ocon mag nicht als bester Teamplayer gelten, aber er ist verdammt schnell. Pierre Gasly gilt auch als Möglichkeit. Und dann natürlich noch Liam Lawson, falls sich die Racing Bulls dazu entscheiden sollten, mit Daniel Ricciardo weiterzumachen.

Bei Lawson steht Red Bull unter Druck. Verschafft man ihm für 2025 kein Formel-1-Cockpit, verliert man den Zugriff auf das 22-jährige Nachwuchstalent. Aber Audi und Red Bull sind auf Konzernebene seit Jahren eng verzahnt. Nicht ausgeschlossen, dass Lawson bei Audi geparkt wird, aber trotzdem Teil der Red-Bull-Familie bleibt.

Am Thema Ocon scheiden sich indes die Geister. Die einen sagen, mit Aktionen wie zuletzt in Monaco und Kanada disqualifiziert er sich selbst. Dazu gehört Williams. Die anderen streichen ihn wegen seines Speeds trotzdem nicht von ihrer Liste. Dazu gehören Sauber und Haas. Haas-Teamchef Ayao Komatso sagt: "Ich würde nicht mit ihm reden, wenn er nicht zu uns passen würde. Aber er ist nicht der einzige Fahrer, mit dem ich spreche."

Denn es hängt alles von Sainz ab. Entscheidet er sich entgegen der Medienberichte der vergangenen Tage doch für Sauber-Audi, würde Bottas wahrscheinlich zu Williams wechseln, und Ocon am ehesten bei Haas unterkommen. Geht Sainz zu Williams, hängt alles davon ab, welchen der vier Kandidaten Sauber-Audi nimmt. Haas kann sich dann aus den Übriggebliebenen jemanden aussuchen.

Wie lang wartet Sainz noch zu?

"Ich bin mir noch nicht sicher, was ich machen soll", sagt Sainz. "Das ist etwas, was ich mit meinem Team diskutiere und brainstorme. Ich hatte vor Barcelona ein paar Tage zu Hause, aber da habe ich mich mit dem Rennwochenende beschäftigt. Ich hatte nach Kanada keine Zeit, mich hinzusetzen und eine Entscheidung zu treffen. Das ist das Ziel für die nächsten Wochen."

Sainz spielt womöglich auf Zeit. Er möchte Sauber-Audi und Williams so lang wie möglich hinhalten, ohne dort die Türen zufallen zu lassen. Denn insgeheim hofft er noch auf ein Wunder. Das wird bei Mercedes nicht passieren. Gilt aber bei Red Bull noch nicht als ausgeschlossen.

Es ist eine abenteuerliche Theorie: Jetzt, wo Horner den Vertrag mit Sergio Perez verlängert hat und alle Topfahrer bis auf Sainz woanders untergekommen sind, muss Jos Verstappen Horner eigentlich nur noch hinhalten, bis auch Sainz seine Unterschrift gesetzt hat. Würde Verstappen erst dann zu Mercedes abhauen, wäre das ein Schlag in Horners Gesicht. Ein Szenario, das dem einen oder anderen nach den Unruhen im Team als ultimativer Racheakt vielleicht gefallen würde.

Und dann ist noch offen, wer bei Alpine fahren wird. Aus deutscher Sicht sind die Chancen für Mick Schumacher zuletzt nicht gestiegen. Denn das Alpine-Team hat mit Flavio Briatore einen neuen Berater, der auch bei Fahrerfragen mitentscheiden soll. Und Briatore ist Manager von Micks Konkurrent Jack Doohan ...


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