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Helmut Marko: "Nehme an, dass Haas auf einen Routinier setzen wird"

  • Aktualisiert: 04.11.2022
  • 16:00 Uhr
  • Motorsport-Total
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© Motorsport Images
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Wird Mick Schumacher ein ganz Großer, oder reicht's nicht einmal für Haas? Die Meinungen von Hans-Joachim Stuck und Helmut Marko gehen da auseinander ...

Das Haas-Team hat seine Entscheidung, wer 2023 Teamkollege von Kevin Magnussen werden soll, noch nicht bekannt gegeben. Helmut Marko, als Red-Bull-Motorsportkonsulent ein ausgewiesener Experte mit Auge für junge Talente, geht aber eher nicht davon aus, dass Mick Schumachers Vertrag verlängert wird.

"Wenn ein Team in der Öffentlichkeit den Fahrer so massiv kritisiert, wie das teilweise der Fall war, zeigt das, dass innerhalb des Teams der Vertrauensbeweis fehlt", sagt Marko in einem Interview mit 'RTL'. "Bei Haas ist die Situation so, dass mit Magnussen ein erfahrener Fahrer da ist, und wenn es ein aufstrebendes, tolles Talent gäbe, würde ich auf dieses setzen. Da sehe ich derzeit aber niemanden, der diese Voraussetzungen hätte."

Eine verbale Ohrfeige für Schumacher, für den das derzeit noch freie Haas-Cockpit vermutlich die letzte Chance ist, seine Karriere als Rennfahrer in der Formel 1 2023 fortzusetzen. Marko glaubt stattdessen, dass Nico Hülkenberg zum Zug kommen könnte, der vor der Saison 2021 auch bei Red Bull im Gespräch war, dem damals aber schlussendlich Sergio Perez vorgezogen wurde.

Obwohl er sich damals gegen ihn entschieden hat, attestiert Marko Hülkenberg das ideale Fahrerprofil für ein Team wie Haas: "Er springt als Reservefahrer ohne jegliche Testkilometer ins Auto, sozusagen ins kalte Wasser, und hat immer abgeliefert. Das spricht schon deutlich für ihn." Nicht zuletzt deshalb glaubt er, "dass Haas auf einen Routinier setzen wird" - und nicht auf Schumacher.

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Stuck widerspricht Marko

Ganz anders sieht das Hans-Joachim Stuck. Der ehemalige Formel-1-Pilot sagt in Richtung Haas: "Wenn einer einen Platz hat und nicht Mick nimmt, ist er ein Depp, weil Mick verdient den Platz." Stuck ist "hundertprozentig" davon überzeugt: "Wenn der mal im richtigen Auto sitzt, wird er ein ganz Großer."

"Für mich gehört Mick in die Formel 1", sagt der 71-Jährige im Interview mit 'ServusTV'. "Er hat bewiesen, dass er mit dem Auto super umgehen kann, dass er schnell fahren kann."

Stuck findet, dass "Günther Steiner sicher einen Fehler gemacht" habe, Schumacher während der Saison immer wieder zu kritisieren: "Das hat unnötig Druck auf Mick aufgebaut." Dabei müsse man gerade jungen Fahrern Geduld entgegenbringen: "Ein junger Fahrer muss auch mal das Auto wegschmeißen, weil er nicht weiß, wo das Limit ist."

Wie dem auch sei: Zumindest für 2023 ist Haas Schumachers letzte Chance auf ein Renncockpit. Marko empfiehlt, ein Jahr Auszeit zu nehmen, sich als Test- und Ersatzfahrer, etwa bei Ferrari, neu zu sammeln, und dann 2024 auf ein attraktives Cockpit zu hoffen.

Hat Schumacher eine Chance bei Audi?

Erst 2026 steigt mit Audi ein deutscher Hersteller in die Formel 1 ein, und der ehemalige Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er gern auch einen deutschen Fahrer in den Autos des Konzerns sehen würde. Doch schon mit Audi zu spekulieren, das hält Stuck für "zu früh". Und er befürchtet: "Wenn Mick bis dahin nicht Formel 1 fährt, ist er weg."

Bei Sauber in Hinwil, erst kürzlich als jenes Team bestätigt, mit dem Audi in die Formel 1 einsteigen wird, macht man sich über die Fahrerfrage für 2026 noch keine Gedanken: "Es wäre ein bisschen ambitioniert, jetzt schon über Fahrer für 2026 zu sprechen", winkt Teamchef Frederic Vasseur ab.

Er sagt: "Wir haben unsere Akademie, und wir versuchen, junge Fahrer auszubilden. Es muss da aber auch einen Mittelweg geben, denn die Kids, die heute Go-Kart fahren, werden erst 2030 bis 2032 in Frage kommen. Wir haben Valtteri [Bottas] unter Vertrag, wir haben Zhou und wir haben Theo [Pourchaire]. Und wir haben noch genug Zeit, darüber zu reden."

Zumal Sauber überhaupt nicht unter Druck steht, frühzeitig irgendeinen Fahrer unter Vertrag zu nehmen, denn: "Ich glaube, es gibt nicht so viele Fahrer in der Startaufstellung, die für 2026 schon einen Vertrag haben."

Um genau zu sein einen einzigen: Max Verstappen, den zweimaligen Weltmeister, bei Red Bull.


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