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Leclerc kritisiert Ferrari nach Fehlerorgie: "Darf uns nicht passieren!"

  • Aktualisiert: 29.05.2022
  • 19:40 Uhr
  • Motorsport-Total
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© Motorsport Images
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Zweimal hat Ferrari in Monaco aus Sicht von Charles Leclerc gepatzt und ihn damit um den Sieg gebracht: "Heute sind zu viele Fehler passiert"

Der Monaco-Fluch von Charles Leclerc geht weiter. Zwar konnte der Monegasse im Vergleich zu den Vorjahren endlich einmal in die Punkte fahren, doch dass er am Sonntag beim Heimspiel nicht gewonnen hat und noch nicht einmal auf dem Podium stand, dürfte ihm genauso wehgetan haben.

Denn den Sieg hat er im Rennen nicht aufgrund eigener Fehler verloren, sondern weil sein Ferrari-Team wieder einmal strategische Fehler gemacht hat. Und das brachte Leclerc am Sonntag richtig zur Verzweiflung: "Manchmal können Fehler passieren, aber heute sind zu viele passiert", kritisiert er sein Team nach dem verlorenen Grand Prix.

Erst hatte ihn Ferrari unnötigerweise für drei Runden auf Intermediates an die Box geholt und dann beim Wechsel auf die Trockenreifen auch noch eine Kommunikationspanne gehabt und beide Fahrer gleichzeitig zum Service gerufen, sodass Leclerc hinter Teamkollege Carlos Sainz noch einmal Zeit verlor. All das brachte ihn am Ende hinter den Spanier und die beiden Red Bulls.

"Ich gewöhne mich daran, zuhause enttäuscht zu werden", sagt er über seine Pechsträhne in Monaco. "Aber das darf uns nicht passieren. Vor allem nicht in so einer Situation, in der wir uns befinden. Wir sind extrem stark, unsere Pace ist stark. Wir müssen unsere Möglichkeiten nutzen und dürfen nicht auf diese Art und Weise so viele Punkte verlieren."

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Leclerc versteht Meinungsänderung nicht

Vor allem den unnötigen ersten Boxenstopp kann der Monegasse nicht nachvollziehen. Zwar hatte Red Bull Sergio Perez in Runde 16 für Intermediates an die Box geholt und Ferrari somit strategisch unter Druck gesetzt, trotzdem ärgert sich Leclerc über den Fehler.

Teamkollege Sainz hatte einen Boxenstopp verweigert und wollte warten, bis er von Regenreifen direkt auf Slicks wechseln kann, doch Leclerc fuhr zwei Runden nach Perez ebenfalls an die Box, um sich Intermediates zu holen. "Bei diesen Bedingungen verlässt man sich ein wenig darauf, was das Team sehen kann", sagt er. "Du siehst ja nicht, was die anderen mit Intermediates und Trockenreifen machen."

"Ich wurde gefragt, ob ich von den Regenreifen auf die Slicks wechseln möchte. Ich habe gesagt: 'Ja, aber jetzt noch nicht, sondern etwas später'", erzählt er. "Ich verstehe nicht, was uns dazu gebracht hat, die Meinung zu ändern und auf Intermediates zu gehen."

Chaos beim zweiten Stopb

Weil der Intermediate zu dem Zeitpunkt etwas schneller war, war Perez durch seinen Undercut schon vorbei. Und als Ferrari drei Runden später dann Sainz direkt auf Trockenreifen schickte, fuhr hinter ihm auch Leclerc noch einmal zum Boxenstopp. "Die erste Entscheidung war eine ziemlich klare - und eine ziemlich falsche. Und danach ging das Chaos los", sagt er.

Die Crew hatte ihn hereingerufen, im letzten Moment aber noch einmal die Entscheidung revidiert - da war es aber schon zu spät und Leclerc in der Boxengasse. Wütend trommelte er auf sein Lenkrad und brüllte "Fuck! Fuck!" in den Funk.

Leclerc verlor gerade so viel Zeit, dass WM-Rivale Max Verstappen nach dessen Boxenstopp genau vor ihm wieder auf die Strecke kam. Statt Erster war der Ferrari-Pilot nur noch Vierter und kam in den engen Straßenschluchten von Monte Carlo nicht weiter nach vorne.

Ob er sich von seinem Team im Stich gelassen fühlt, wird er gefragt. "Im Stich gelassen ist nicht das richtige Wort", sagt Leclerc. "Aber es sind viele Fehler passiert, und das können wir uns nicht leisten. Ich liebe mein Team und bin sicher, dass sie stärker zurückkommen werden, aber es tut ziemlich weh."

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"Angst vor der falschen Entscheidung"

Trotzdem bleibt festzuhalten, dass Ferrari im entscheidenden Moment wieder einmal strategisch danebengegriffen hat - und auch nicht die notwendige Ruhe ausgestrahlt hat, wie man bei Leclercs zweiten Boxenstopp hören konnte.

"Das hat bei Ferrari gefehlt und ihnen definitiv den Sieg gekostet", sagt Ex-Pilot Timo Glock bei 'Sky'. "Man hat mit Charles Leclerc nicht wirklich gewusst, wo man hin soll und hat eben diese Angst gehabt, die falsche Entscheidung zu treffen. Und die hat man dann am Ende getroffen."

"Und das tut natürlich weh, wenn du das ganze Wochenende keine Fehler gemacht und eine Wahnsinnsrunde im Qualifying rausgehauen hast", so der Deutsche. "Es tut weh, wenn du nicht auf dem Podium stehen kannst und dir der Sieg aus den Händen genommen wird."


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