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Enttäuschender Saisonstart

Nach Vettel-Schock in Melbourne: Warum Ferrari trotzdem ein Favorit bleibt

  • Aktualisiert: 19.03.2019
  • 21:33 Uhr
  • ran.de/ Alessa-Luisa Naujoks
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© 2019 Getty Images
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Für Sebastian Vettel lief der Formel 1-Saisonstart in Melbourne alles andere als nach Maß. Am Ende reichte es mit großem Zeitrückstand zu Platz vier - und das auch nur Dank Stallorder. Warum vom Top-Eindruck aus den Tests in Australien nichts zu sehen war? Darüber rätselten in Down Under nicht nur Fans und Experten. Auch Ferrari selbst. Und trotzdem ist die Hoffnung da, dass Vettels Dienstwagen "Lina" in Bahrain um den Sieg kämpfen wird.

München/Melbourne - "Warum sind wir so langsam?", fragte Sebastian Vettel noch während des Rennens im Albert Park sein Team via Funk. "Wir wissen es nicht", bekam er als Antwort zurück. Nicht das, was der vierfache Weltmeister hören wollte.

Als Top-Favorit ins Wochenende gestartet, als Verlierer der Spitzengruppe nach Hause geflogen. Von der nach den zweiwöchigen Testfahrten prognostizierten halben Sekunde Vorsprung auf Mercedes war zu keiner Phase des Rennwochenendes etwas zu sehen. Stattdessen war der Rückstand auf die Silberpfeile immens. "Mercedes vorne weg, der Rest weit dahinter", hielt ein frustrierter Vettel treffend fest. Er sei darüber "schockiert".

Besonders peinlich: Nur weil Vettels neuer Teamkollege, Youngster Charles Leclerc, von der Scuderia via Funk nicht die Erlaubnis bekam, den Deutschen anzugreifen ("Bleib hinter ihm und lass dich etwas zurückfallen"), blieb für "Seb" am Ende Rang vier. "Unter normalen Umständen wäre er durch gewesen", sagte Vettel später. "Die Pace hatte ich nicht." Der Tiefpunkt. 

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Setup Schuld an Ferraris Melbourne-Desaster?

Damit der Auftritt von Ferrari schon beim nächsten Grand Prix in Bahrain Ende März wieder ganz anders aussieht, ist nun eines besonders wichtig: die richtige Fehleranalyse. "Sie haben einen falschen Weg mit dem Setup eingeschlagen", meint Mercedes-Boss Toto Wolff. Und genau davon gehen die Roten mittlerweile wohl selbst aus, auch wenn sie laut Teamchef Mattia Binotto die Gründe dafür "noch nicht ganz verstanden haben".

Vettels Reifen haben viel zu schnell abgebaut - ein Problem, das man von der Scuderia eigentlich gar nicht kennt. Dass Leclerc gegen Rennende schneller war als der vierfache Champ, lag auch daran, dass der Monegasse auf der härtesten Reifenmischung unterwegs war und deutlich später zum Boxenstopp kam als Vettel. Beide Ferrari hatten mit Untersteuern zu kämpfen, besonders im dritten Sektor. Und vor allem aus langsamen Kurven kam der SF90, von Vettel liebevoll auf den Namen "Lina" getauft, schlecht raus. Alles Anzeichen dafür, dass die Abstimmung des Autos falsch gewählt war.

Die italienischen Kollegen von motorsport.com berichten, dass die Ferrari-Ingenieure im Werk in Maranello schon am Freitag wussten, dass das Team in Melbourne keine Siegeschance haben würde. Die Fehler seien im Werk gemacht worden - und könnten auch nur dort gelöst werden. Und genau das ist bis Bahrain das Ziel.

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Toto Wolff: "Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte"

Bei Ferrari scheint man optimistisch zu sein, dass wir beim nächsten Rennen eine Lina in Barcelona-Testform sehen werden. "Eines ist sicher: Das ist nicht das volle Potential des Autos. Das ist auf jeden Fall größer", gab sich Binotto nach dem Melbourne-Debakel überzeugt.

Mit dem richtigen Setup auf einer Strecke wie Bahrain, sollte der Ferrari sich wieder ganz anders präsentieren können. Die permanente Rennstrecke in der Wüste ist vom Asphalt her deutlich grobkörniger und weniger "bumpy" als der Kurs in Melbourne - sprich: keine fiesen Bodenwellen wie im Albert Park, auf die der Ferrari wahnsinnig sensibel reagierte und damit kaum zurecht kam.

Mercedes selbst hält den Ball flach und stellt in Frage, ob die Silberpfeile den Roten auch in Bahrain wieder einen großen Zeitrückstand aufbrummen können. "Es war schon eine kleine Überraschung, unser Vorsprung. Und die Nicht-Pace von Ferrari war eine kleine Überraschung. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte", erklärt Toto Wolff.

Vettel vom Frust angetrieben - Hamilton aber auch

An Bahrain hat Vettel gute Erinnerungen: Die vergangenen beiden Jahre gewann der Ferrari-Star dort, insgesamt stand er in der Wüste schon viermal ganz oben auf dem Podium. Wenn Ferrari die richtigen Schlüsse aus dem Australien GP zieht, stehen die Vorzeichen für das zweite Rennwochenende gar nicht so schlecht. Und mit einer ordentlichen Portion Frust und Enttäuschung im Bauch fährt es sich gleich noch ein Stück schneller.

Doch aufgepasst: Nach seinem "verlorenen" Sieg in Down Under wird es Mercedes-Star Lewis Hamilton sicher ähnlich gehen. Dass die Silbernen Meister im Tiefstapeln sind, haben sie - wie sich in Melbourne rausstellte - schon vor dem Saisonstart bewiesen. Auch wenn sie sich für Bahrain nicht gleich wieder in der Favoritenrolle sehen, so gilt es in der Wüste doch wohl Mercedes zu schlagen.

Peinlich hin oder her, einen kleinen Vorteil hat der Deutsche gegenüber dem fünffachen Weltmeister dennoch: Während sich Vettel offenbar auf die Rückendeckung von Leclerc dank Stallorder verlassen kann, hat Melbourne-Sieger Valtteri Bottas erst einmal als Wingman ausgedient. Nun muss aus Vettels Sicht nur noch Lina mitspielen.

Von Alessa-Luisa Naujoks

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