• Tennis
  • Darts
  • Alle Sportarten

Anzeige
Anzeige
Motorsport Formel 1

Nico Hülkenberg auf P4: Wie gut ist das Haas-Update?

Article Image Media
© Motorsport Images
Anzeige

Das zweite Freie Training war genau 33 Minuten alt, als Nico Hülkenberg eine neue Bestzeit aufstellte: 1:26.990 Minuten auf den weichen Reifen, und damit 0,160 Sekunden vor Charles Leclerc und 0,243 Sekunden vor Max Verstappen, die ihre schnellen Runs mit dem roten Soft ebenfalls schon absolviert hatten. Für einen Moment schien das Kräfteverhältnis der Formel 1 2024 in Silverstone Kopf zu stehen.

Hülkenberg konnte sich bis zum Ende der Session auf Platz 4 behaupten, geschlagen nur von den beiden McLaren-Piloten, die beim britischen Grand Prix als Favoriten gelten, und Sergio Perez, der seine schnellste Runde recht spät fuhr, als die Bedingungen am besten waren. Auf Lando Norris' Bestzeit fehlten 0,441 Sekunden. Eine faustdicke Überraschung.

Doch es ist nicht die Zeitentabelle, die die deutschen Formel-1-Fans vor Qualifying und Rennen zuversichtlich stimmt. Sondern es sind die kleinen Details der Analyse, die Mut machen - etwa ein Funkspruch, der zwischendurch mal an Hülkenberg abgesetzt wurde: "Deine Pace ist gut. Du bist schneller als Ricciardo und hast geringeren Reifenabbau als Piastri."

Oder auch der Longrun am Ende, den Hülkenberg auf den weichen Reifen fuhr. Neun Runden dauerte dieser, und im Schnitt schaffte der Haas eine solide Pace von 1:33.3 Minuten. Zum Vergleich: Die beiden Mercedes fuhren auf den gleichen Pirellis 1:32.4 beziehungsweise 1:32.6, Oscar Piastri im McLaren 1:32.4 Minuten. Letzterer allerdings mit einer Runde weniger.

"Es war ein guter Freitag", bilanziert Hülkenberg. "Heute Morgen bin ich noch mit dem Auto von letzter Woche gefahren. Dann haben wir fürs zweite Training auf die Upgrades umgebaut. Es gibt sicher ein paar Unterschiede. Es hat sich vom ersten Moment an positiv angefühlt. Der erste Eindruck ist positiv, und das ist wichtig und wertvoll."

Das Update, das Haas nach Silverstone gebracht hat, ist das umfangreichste aller zehn Teams: Unterboden, Lufteinlass am Seitenkasten, Rückspiegelhalterung, Motorhaube, Bremsbelüftungen - alles neu, und teilweise auch von außen deutlich sichtbar.

"Nico konnte am Nachmittag sofort einen Unterschied spüren", freut sich Teamchef Ayao Komatsu. "Es gibt ein paar Dinge, die müssen wir noch feinschleifen. Aber für einen ersten Basislauf sind wir sehr zufrieden mit dem, was wir heute gesehen haben."

Allerdings nur auf einer Seite der Garage. Kevin Magnussen, der im ersten Training für Oliver Bearman ausgesetzt hatte, belegte den 20. und letzten Platz. Ihm fehlten auf die Spitze 1,573 Sekunden. Und er konnte das nicht stimmig erklären. "Er war mit dem Auto nicht zufrieden", berichtet Komatsu. "Wir müssen herausfinden, warum Nico happy ist und Kevin nicht."

Magnussen selbst sagt: "Ich bin FT1 nicht gefahren. Ich fand gerade erst in meinen Rhythmus, aber dann begann es am Ende zu regnen. Viel konnte ich in der Session nicht lernen, aber morgen haben wir ja noch ein Training. Mir käme ehrlich gesagt Regen nicht ungelegen. Aber Nico war auch im Trockenen schnell, also nehmen wir es, wie es kommt."

Dass Hülkenberg am Samstag und Sonntag den vierten Platz halten kann, ist trotz der ermutigenden Freitagsleistung unwahrscheinlich. Die vier Topteams sind höchstwahrscheinlich außer Reichweite. Aber ein Top-10-Platz im Qualifying scheint in Reichweite zu sein, und aufgrund des guten Reifenverschleißes könnten auch Punkte im Rennen möglich sein.


© 2024 Seven.One Entertainment Group