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Motorsport Formel 1

Norris ärgert sich: Verlorener Start kostet Barcelona-Sieg gegen Verstappen

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© Motorsport Images
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"Von Kurve 2 an war alles perfekt", sagt Lando Norris nach seinem zweiten Platz beim Formel-1-Rennen in Barcelona. "Das Team hatte die perfekte Strategie und ich hätte nicht mehr machen können." Doch dann kommt das Aber: "Das eine Prozent am Start war nicht gut genug."

Es war im Grunde die entscheidende Szene beim Rennen in Spanien, die Norris den möglichen Sieg gekostet hat. Trotz der Poleposition verlor der McLaren-Pilot das Startduell gegen WM-Leader Max Verstappen - und dadurch womöglich auch den Sieg. "Wäre ich am Start nicht an Lando vorbeigekommen, dann wären wir vermutlich Zweiter geworden", gibt auch der Niederländer zu.

Denn: "Wir hatten heute das schnellste Auto", behauptet Norris, "aber ich habe einfach den Start verloren. Wir hatten locker das beste Auto, aber ich habe heute keinen ausreichend guten Job gemacht. Und die eine Sache hat mich alles gekostet", ärgert er sich.

Norris war von Platz eins eigentlich gut von der Linie weggekommen, konnte dann mit seinem McLaren MCL38 nicht so gut beschleunigen wie sein Rivale Verstappen, der sich auf den ersten Metern neben Norris setzen konnte.

Der Engländer wehrte sich ziemlich hart und drängte Verstappen sogar leicht auf das Gras, was dieser am Funk auch monierte. Doch auf dem Weg in Kurve 1 hatten beide die Rechnung ohne George Russell gemacht, der auf der Außenbahn an den beiden Streithähnen vorbeifuhr und sich von Startplatz vier aus in Führung setzte.

Keine Chance gegen George Russell

"George hatte einen doppelten Windschatten und dann einen guten Run außen, den er gut umgesetzt hat", meint Verstappen. Norris ist sich sicher: Russell hätte auch ohne das Duell zwischen ihm und Verstappen die Führung übernommen.

"Bei dem langen Run in Kurve 1 war der Windschatten von mir und Max mehr als ich je hätte tun können", sagt er. "George hätte sowieso geführt, auch wenn mein Start zwei Meter besser gewesen wäre - und mehr wäre nicht gegangen. George hatte einen guten Start, und dagegen konnte ich nichts tun."

Doch der Mercedes-Pilot sollte am Ende im Kampf um den Sieg keine Rolle mehr spielen. Entscheidend war eher, was hinter ihm passierte: Und da behauptete Verstappen auf der Innenbahn Platz zwei gegen Norris, der in der Mitte eingeklemmt war.

Norris hadert: "Ich denke, wenn George nicht neben mir gewesen wäre, dann hätte ich in Kurve 1 meinen ersten Platz vielleicht halten können." Doch weil er eingeklemmt war, musste er sich mit Platz drei zufriedengeben. "Wenn ich zwei Meter später bremse, dann nehme ich alle mit ins Aus. Zurückzustecken war die richtige Entscheidung", sagt er.

Norris drängt Verstappen auf das Gras

Doch da wäre ja noch die Sache mit dem Abdrängen von Verstappen auf den ersten Metern. Norris war sofort nach rechts rübergezogen und hatte den Red Bull so weit rübergedrängt, dass dieser schon über das Gras fahren musste.

Verstappen selbst nimmt es locker: "Ich dachte, da ist Asphalt. Ich habe das Gras gar nicht gesehen", lacht er. Generell sei es aus seiner Sicht aber logisch, dass ein Fahrer immer versucht, es bis ans Limit auszureizen.

"Ich wollte natürlich auch jegliche Berührung vermeiden, denn du möchtest nicht mit den Rädern aneinanderkommen und deine Aufhängung beschädigen. Du lässt natürlich ein paar Zentimeter extra, und dadurch musste ich ein wenig auf das Gras", schildert er. "Zum Glück ist nichts passiert. Alles gut. Wir hatten trotzdem noch einen guten Run in Kurve 1."

Verstappen: Weiß, was ich ihm zum Geburtstag schenke"

In der Pressekonferenz auf die Szene angesprochen, entgegnet Norris: "Es ist immer schwierig einzuschätzen in der Situation. Ich kann kein Maßband rausholen und es perfekt ausmessen." Norris betont: "Ich werde ihm das Leben nicht leicht machen, aber es gab genug Platz."

Daraufhin gibt es im Saal einiges an Gelächter. "Ich denke, ich sollte aufhören zu reden", lacht Norris, gibt dann aber doch noch eine Antwort: "Für mich war es einfach Racing. Ich habe ihm genug Platz gelassen. Ich denke nicht, dass es zu irgendeinem Zeitpunkt zu wenig Platz für ihn gab, um auf der Strecke zu bleiben."

Verstappen muss bei diesen Aussagen grinsen: "Ich denke, ich weiß schon, was ich ihm zum Geburtstag schenke", lacht er. "Entweder einen großen Spiegel oder eine Brille, und dann passt das schon."

"Es ist okay", grinst Verstappen, bemüht sich aber dann doch um eine ernste Antwort: "Hört zu, es ist hartes Racing", sagt er und gibt zu: "Wenn man es umdreht: Hätte ich das gleiche gemacht? Vermutlich schon."


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