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Formel 1 Motorsport

SID-Aufwärmrunde: Vier Kernpunkte für das Rennen in Melbourne

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© AFP/SID/Martin KEEP

Das erste Qualifying ist absolviert, am ganz frühen Sonntagmorgen deutscher Zeit (5.00 Uhr/Sky) startet die Formel 1 den ersten Grand Prix ihrer neuen Ära. George Russell steht auf der Pole Position, überhaupt sieht Mercedes erstmal ziemlich unschlagbar aus. Weiter hinten ist Audi bemerkenswert solide unterwegs, und genaues Hinschauen lohnt sich auch wegen der neuen Motoren. Die fordern eine neue Art des Fahrens und sorgen für jede Menge Unmut. Ein Ausblick auf das erste Saisonrennen.

GEWINNER: Die können nur im Mercedes sitzen. Sagen alle, die nicht im Mercedes sitzen. "Ich hatte immer gesagt: 'Ihr werdet schon sehen, wie schnell sie in Melbourne sind'", stellte Max Verstappen fest, "für mich ist das keine Überraschung." Zu schnell sind die Silberpfeile, um sie abzufangen, da sind sich die Gegner einig. Und angesichts der Überlegenheit dürfte das nicht allein am Schlupfloch liegen, das Mercedes im Verbrenner-Reglement gefunden haben soll. Das Team versteht es momentan wie kein anderes, das Maximum aus seinem Hybridmotor zu holen, und das ist eine Wissenschaft für sich. Deshalb will George Russell dem Braten auch noch nicht trauen: So viel könne schiefgehen mit den neuen Autos.

FAHRSPASS: Auch da kommt es zumindest vor dem ersten Rennen ganz darauf an, wen man fragt. "Von den besten Autos" sei man zu den "vielleicht schlechtesten" der Formel-1-Geschichte gekommen, sagte Weltmeister Lando Norris. Auch Verstappen hat "überhaupt keinen Spaß", er sei "emotional und vom Gefühl her völlig leer", sagte er dem niederländischen Telegraaf: "Für mich hat das sehr wenig mit Rennfahren zu tun." Russell dagegen wollte über die ja ebenfalls neuen Autos sprechen. Kleiner und agiler sind sie, "sie fahren sich ein bisschen wie Go-Karts, letztes Jahr waren es eher hüpfende Busse. Das ist definitiv ein Fortschritt." Was genau das Problem mit den neuen Motoren ist, ist am besten anhand der Strecke zu erklären.

KURVE 5: Es geht nicht nur um Kurve 5, aber sie ist ein gutes Beispiel. Wer richtig schnell sein wollte im Albert Park, der musste diese Kehre nämlich immer optimal erwischen, und optimal hieß: Vollgas. In der neuen Formel 1 ist das anders, Lewis Hamilton hat es dieser Tage erklärt. "Wenn du in Kurve 5 nicht lupfst, sondern voll fährst, dann hat das einen massiven Ketteneffekt auf die restliche Runde", sagte der Engländer. Vollgas in Kurve 5 bringt zwar einiges an Zeit, kostet aber auch elektrische Energie. Die fehlt dann auf dem folgenden, langen Vollgasstück, wo sie wichtiger ist. Und am Ende steht eine schlechtere Rundenzeit: "Du kannst dann eine gute Runde fahren und trotzdem eine Sekunde verlieren." Langsam fahren um schnell zu sein - die neue Formel 1 ist in der Tat gewöhnungsbedürftig.

AUDI: Gewöhnen muss man sich auch an das neue deutsche Werksteam, das allerdings nicht wirkt, wie ein Frischling. Klar, die Mannschaft war unter dem Namen Sauber ja bereits dabei, trotzdem: Vor allem aufgrund des in Eigenregie gebauten neuen Motors war ein - bis jetzt - so reibungsloser Start nicht zu erwarten gewesen. Audi steht am Start am Sonntag nicht nur vor den Hinterherfahrern Aston Martin und Cadillac, sondern auch vor Williams, Alpine und Haas. In dieser Form sind WM-Punkte aus dem Stand möglich.

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