Wintersport Olympia
Dopingjäger planen Kontrollen von Olympia-Gepäck
Die Internationale Test-Agentur (ITA) plant für die Jagd nach Dopingsündern bei den Winterspielen im Februar Gepäckkontrollen schon bei der Ankunft von Olympia-Teilnehmern in Italien. Das bestätigte ITA-Generaldirektor Benjamin Cohen (Schweiz) in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Mittwoch-Ausgabe).
"Wir müssen bereit sein, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Athleten auf die richtigen Substanzen zu testen. Wir sind dabei, eine Vereinbarung mit dem italienischen Zoll und dem Justizministerium zu treffen, damit einige Koffer von ankommenden Delegationen geöffnet werden dürfen", sagte Cohen.
Für eine effizientere Dopingbekämpfung im Wintersport wünscht sich Cohen in Zukunft eine Zusammenarbeit mit noch mehr internationalen Fachverbänden. Bei den bevorstehenden Spielen von Mailand/Cortina d'Ampezzo finden laut Cohen im Curling, Eishockey, Skisport und Biathlon Kontrollen in Eigenregie der jeweiligen Dachorganisationen statt, die anders als "mehr als 80 Prozent aller olympischen Fachverbände" nicht mit der ITA kooperieren.
"Die großen Verbände haben ihre eigenen Systeme. Ich würde nicht sagen, dass dort keine gute Arbeit geleistet wird. Sie haben sehr kompetentes Personal. Der Kampf gegen Doping ist aber so komplex, dass wir zusammenarbeiten sollten", meinte Cohen.
Höhere Effektivität bei der Aufspürung von verbotenen Leistungsmanipulationen könnte nach Cohens Ansicht eine kleinere Anzahl von momentan weltweit 30 Dopinglaboren bewirken: "Theoretisch sollte jedes Labor jede Substanz, die auf der Verbotsliste gelandet ist, nachweisen können, egal ob das Präparat legal oder illegal produziert wurde. Ich denke, in Zukunft sollten wir mit der Welt-Anti-Doping-Agentur diskutieren, ob wir wirklich so viele Labore brauchen oder nicht vielmehr einige wenige Superlabs haben, in denen wir die Ressourcen zusammenbringen. Wir müssen eine strategische Entscheidung für die Zukunft finden."