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Wintersport Olympia

Olympia: "Zensiertes" Da-Vinci-Kunstwerk sorgt für Empörung

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© AFP/SID/GABRIEL BOUYS

Skurriler Zensurvorwurf gegen das italienische Fernsehen: Der öffentlich-rechtliche Sender RAI steht wegen der Darstellung von Leonardo da Vincis Vitruvianischem Menschen in der Kritik. Ursache der Empörung ist der retuschierte Genitalbereich des Kunstwerkes. In einem Vorspann zu den Livesendungen der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo ist dieser Tage die originale Zeichnung in einer Animation nicht vollends originalgetreu - sondern ohne Penis und Hoden dargestellt.

Ein Umstand, der die stolze Kulturnation erzürnt - und nun zum Politikum wird: So stellte die stärkste italienische Oppositionspartei, die Partito Democratico (PD), bereits eine parlamentarische Anfrage an den Kulturminister Alessandro Giuli, um zu klären, ob für den Sender die Nutzung des Bildes autorisiert war und ob Änderungen am Original zulässig gewesen seien. Erhitzte Gemüter gibt es zudem aufseiten der oppositionellen Fünf-Sterne-Bewegung. Der Vorfall sei die "rückständigste Wohnzimmerzensur, weil die Führungsspitze der RAI offenbar fürchtet, ein Penis könne Anstoß erregen", so die linkspopulistische Partei.

Der TV-Konzern hingegen wies sämtliche Vorwürfe unlängst in einer Mitteilung von sich - und sprach von einer "an den Haaren herbeigezogenen Kontroverse". Vorspann und Grafikpaket stammten von Olympic Broadcasting Services, dem offiziellen Produktionsdienst des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Alle Sender müssten die Inhalte unverändert ausstrahlen, dementsprechend könne RAI "diese Inhalte wie jeder andere Sender auch in keinster Weise verändern".

Ursächlich für die Zensur könnten die Richtlinien des IOC sein, die "explizit sexuelle Inhalte" strengstens untersagen.

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