München - Ist Nick Kyrgios in den Schlagzeilen, dann meist mit irgendwelchen Rüpel-Auftritten. Der Australier ist der Bad Boy schlechthin im Tennis und pendelt regelmäßig irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn.

Nun aber hat der 27-Jährige seine weiche Seite gezeigt. Beim ATP-Turnier in Monteal räumte er mit Daniil Medvedev die Nummer eins der Welt aus dem Weg.

Seine Gedanken sind aktuell aber an einem anderen Ort. "Es ist schwer, denn während ich jetzt reise, liegt meine Mutter gerade im Krankenhaus, meinem Vater geht es nicht besonders gut, mein Bruder ist gerade Papi geworden", erklärte Kyrgios, der viel lieber bei seiner Familie wäre.

Dass ihn die Geschehnisse in der Heimat fortwährend beschäftigen, wurde vor allem nach dem Match gegen Medwedew deutlich. So schrieb Kyrgios mit einem Filzstift auf die Linse der TV-Kamera: "Sei stark, Ma" - dazu malte er ein Herz.

Mutter von Kyrgios schwer krank

Bereits im Juli hatte Mutter Nill im Interview mit dem "Sydney Morning Herald" erklärt, dass ihre Nieren schon bald versagen werden. "Ich kann nichts tun. Nur darauf hoffen, dass die Niere meines Ehemanns George kompatibel ist."

Für Kyrgios keine einfach Situation, auch im Umgang mit der Öffentlichkeit. "Die Leute sehen nur, wie ich gewinne, verliere, einen Schläger werfe und diese Dinge tue. Sie verstehen nicht wirklich die Herausforderungen, mit denen ich konfrontiert bin oder mit denen die Leute auf der Tour konfrontiert sind, was in ihrem persönlichen Leben vor sich geht."

Zumindest sportlich läuft es für den Australier gut. Zwar ist er in Monteal inzwischen ausgeschieden, in der vergangenen Woche konnte er aber das Turnier in Washington gewinnen.

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